Barcelona World Race: Riechers/Audigane derzeit Schnellste der Flotte

Fortuna lächelt wieder

Zumindest das Wetterglück wird dem deutsch-französischen Duo in den nächsten Tagen hold bleiben © martin-raget

Zumindest das Wetterglück wird dem deutsch-französischen Duo in den nächsten Tagen hold bleiben © martin-raget

Das deutsch-französische Duo auf „Renault Captur“ schafft derzeit die höchsten Geschwindigkeiten – dank günstiger Wetterlage. Kampfgeist scheint ungebrochen.

Das ist eher ungewöhnlich: Die Flotte des Barcelona World Race ist mit drei IMOCA im Atlantik und vier im Pazifik unterwegs… und kein Boot segelt im Glitsch. Nur „Renault Captur“ kommt mit einer Geschwindigkeit von 13,5 – 15,5 Knoten in so etwas wie einem Race-Modus voran – kleine Glücksmomente, die sich Jörg Riechers und Sebastien Audigane mehr als verdient haben.

Jörg Riechers wieder auf glücklicherem Kurs? © raget

Jörg Riechers wieder auf glücklicherem Kurs? © raget

Denn noch ist ihr Ruderproblem offenbar nicht gelöst, die Ruderanlage funktioniert weiterhin nur sehr schwerfällig. Doch mit relativ hohen Tagesetmalen und einer offenbar sehr wohlwollenden Fortuna in Form optimistischer Wetterprognosen, werden Meile um Meile des Pit-Stop-Rückstandes aufgeholt. Ausgerechnet das Boot mit den größten technischen Schwierigkeiten in der Flotte ist derzeit das schnellste…

Jörg Riechers im O-Ton von Bord: “Wir nähern uns jetzt dem Ende unserer Zeit im Southern Ocean, die für mich sehr wichtig und interessant war. Ein Boot über den Atlantik zu segeln ist eine Sache, der Southern Ocean eine ganz andere. Hier kann man eine Regatta nicht gewinnen – hier kann man sie nur verlieren. Geduld wird zu einer Tugend, etwas, was mir am Anfang schwer fiel.

Zumindest das Wetterglück wird dem deutsch-französischen Duo in den nächsten Tagen hold bleiben © martin-raget

Zumindest das Wetterglück wird dem deutsch-französischen Duo in den nächsten Tagen hold bleiben © martin-raget

Denn oft segelt man “Underpowered”, entweder, weil der Wind extrem böig ist,
oder weil die Wellen das Boot zerlegen würden. Was hier zählt ist dosiertes Attackieren. Das ist uns bis Neuseeland auch ganz gut gelungen, bis halt das Ruder nicht mehr wollte.

Naja, seitdem quälen wir uns so dahin. Auf Steuerbord-Bug segelt das Boot ganz OK, auf Backbord ist es eine Katastrophe. Selbst mit reduzierter Segelfläche steuert das Boot noch in unvorhersehbare Patenthalsen (Chinese Gybes), wir nehmen es mittlerweile hin, dass das von Zeit zu Zeit passiert, es ist immer die gleiche Wind-und-Wellen-Kombi, die das Boot unsteuerbar macht. Ist schon ein wenig frustrierend so gehandicaped zu sein, aber das müssen wir halt akzeptieren.
Wir müssen jetzt bis Kap Hoorn ein wenig auf Sicherheit segeln und sind der Meinung, im Atlantik wieder angreifen zu können. Was dabei herauskommt, werden wir dann in Barcelona sehen. Aber der Kampf geht weiter. Während ich diesen Text schreibe, weht es mit 35 Knoten gepaart mit hohen Wellen.”

Die drittplatzierte GAES unter besten Bedingungen vor Kap Hoorn © Martin Raget

Die drittplatzierte GAES unter besten Bedingungen vor Kap Hoorn © Martin Raget

Für die kommenden Tage sagen die BWR-Meteorologen für die Strecke der „Renault Captur“ Richtung Kap Hoorn sehr günstige Wetterbedingungen voraus.

Es wird erwartet, dass Riechers und Audigane heute Nacht halsen, um ihren derzeitigen, nordöstlich verlaufenden Kurs wieder Richtung Südosten (also Richtung Kap Hoorn) zu verlassen.

Der Abstand zu den Fünftplatzierten One Planet, One Ocean (Gelabert/Costa) hat sich auf 584 Seemeilen reduziert.

Die Rundung der gefürchteten südlichen Spitze des amerikanischen Kontinents sollte Renault Captur in fünf Tagen, am 10. März gelingen.

Am gleichen Tag werden die führenden Bernard Stamm und Jean le Cam auf „Cheminée Poujoulat“ bereits den Äquator überqueren und in die nördliche, die heimatliche Hemisphäre segeln. Ihr derzeitiger Vorsprung auf die zweitplatzierte „Neutrogena“ (Altadil/Munoz) beträgt satte 1.278 Seemeilen – ein gutes Polster, auch für die kommende Tage, in denen sie bei unbeständigen Winden wahrscheinlich weiterhin hoch am Wind unterwegs sein werden.

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