Barcelona World Race Video: Bilder vom Missgeschick auf “Neutrogena”. “Virbac” rast an der Spitze davon

Gute Aussichten für die Verfolger

Boris Herrmann und Ryan Breymaier geraten mit ihrer „Neutrogena“ weiter außer Reichweite des dritten Platzes. Der Abstand zu „Renault“ ist nach dem Missgeschick mit dem Solent-Stag auf 360 Meilen angewachsen. Und der Vorsprung zu „Estrella Damm“ und „Mirabaud“ ist auf knapp 100 Meilen gesunken.

Karte vom 11.3. "Virbac" hat vorne wohl die Vorentscheidung erzwungen, während "Mapfre" noch in der Flaute festsitzt. "Renault" auf Platz drei konnte sich ebenfalls von den Verfolgern lösen, die im Westen unter Land Raumschots-Bedingungen suchen.

Das liegt zurzeit primär an ungünstigen, leichten Gegenwind-Bedingungen,  aber auch an Leistungseinbußen durch das nicht einsetzbare Vorsegel, das normalerweise am zweiten der vier Vorstage von hinten gesetzt wird.

Ryan Breymaier lässt noch einmal die Probleme mit der Arbeitsfock Revue passieren. Der Wirbel-Beschlag am Topp ist gebrochen kurz nachdem „Neutrogena“ Kap Horn passiert hat. Das Segel kam von oben und sie zogen es aus dem Wasser wieder an Deck. Der Vorfall ist im Video festgehalten.

"Neutrogena" (untere graue Linie) ist nicht so schnell wie die Konkurrenz dahinter unterwegs. "Renault" (obere Linie) zieht davon.

Danach entfernten sie das Stag aus dem Segel-Vorliek und suchten einen geschützten Platz auf, wo Ryan in den Mast ging um den Draht wieder oben am Mast zu befestigen. Alle vier Stage werden benötigt, um den Mast sicher in aufrechter Position zu halten.

Das Amwind-Segel für 15 bis 25 Knoten Wind kann an dieser Behelf-Konstruktion aber nicht gesetzt werden. Boris Herrmann sagt: „Den Solent können wir vergessen – also auch weniger Arbeit, was?“ Sein Partner Ryan kommentiert: „Wir sind froh, nach diesen ganzen Problemen noch auf unserer Position zu liegen. Das Boot segelt noch ganz gut.“

Der Verlust des Segels behindere sie nicht so sehr wie erwartet. Mit dem knapp 40 Quadratmeter nächst kleineren Segel (Trinquette) oder der Sturmfock kreuze „Neutrogena“ noch ganz ordentlich gen Westen, wo sie ein Tief erwarten, das Vorwind-Bedingungen bringt. Dann sei das fehlende Segel ohnehin kein Problem mehr.

Regenbogen am Kap Horn. "Estrella Damm" ist "Neutrogena" auf den Fersen. © FNOB

Am meisten macht sich Ryan Breymaier Sorgen über „Estrella Damm“. Er habe nichts gehört, ob sie zu 100 Prozent segeln könnten, aber angesichts des Speeds sei das wohl der Fall.

Bei „Mirabaud“ merke man allerdings, dass Dominique Wavre das Schiff überwiegend alleine segelt. „Ich hoffe, dass es Michele einigermaßen gut geht“, sagt der Amerikaner. Aber beide Boote hätten gute Chancen, sie zu überholen, wenn sie keine Probleme hätten

Die Vorentscheidung? "Virbac" segelte in den letzten Tagen doppelt so viele Meilen wie Gegner "Mapfre"

Derweil scheint an der Spitze gerade eine Vorentscheidung zu fallen. „Virbac“ ist „Mapfre“ mit besserem Wind und dreifachen Etmalen in kürzester Zeit mehr als 400 Meilen davongefahren.

Bei den Unglücksraben auf „Groupe Bel“, ist dagegen Galgenhumor an die Stelle von Kapfgeist getreten. Es ist noch nicht klar, ob sie mit ihrem Kielproblem überhaupt weitersegeln können. Der Schaden wird in Ushuaia untersucht. Aber die Franzosen preisen die schöne Kreuz den Beagle Kanal entlang, den guten Wein, das kalte Bier, das große argentinische Steak, die heiße Dusche und den Geburtstag von Sébastien Audigane.

Video Ryan Breymaier dokumentiertin einem ältern Video vor Kap Horn Open60-Segeln bei Sturm:

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Carsten Kemmling

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