Ben Ainslie Ausraster: Britischer Verband verhängt keine Sperre

"Große Erleichterung"

Ben Ainslie ist nicht gerade begeistert über die Jury Entscheidung. © Richard Langdon Ocean Images

Ben Ainslie kommt nach seinem Ausraster bei der Finn Dinghy WM ohne weitere Strafe davon. Ein Schieds-Gremium des britischen Segler Verbandes RYA hat entschieden, dass die Sanktionen der internationalen Jury in Perth ausreichend waren.

Die unstreichbaren Disqualifikation (DNE) nach der “Unsportlichkeit-Regel” 69 in den letzten zwei Rennen von Perth hatten Ainslie vom ersten auf den elften Platz zurückfallen und ihn das Medalrace verpassen lassen. Aber nach negativen Regel 69 Entscheidungen wird automatisch der nationale Seglerverband für eine weitere Entscheidung eingeschaltet. Normalerweise werden Sperren ausgesprochen.

Das Tribunal führt in seiner Urteilsbegründung an, dass Ainslie den Segelsport durch sein Verhalten durchaus in Misskredit gebracht hat. Aber es erkannte auch die Probleme mit den Medienbooten in Perth an, die mehrfach die Richtlinien verletzt hätten. Es habe für die Athleten nach den Regeln keine Möglichkeit gegeben, Wiedergutmachung einzufordern. Außerdem habe es neues Video-Beweismaterial sichten können, das der Jury in Perth nicht zur Verfügung gestanden habe.

Ben Ainslie hatte die Finn Konkurrenz eigentlich im Griff. Dennoch rastete er aus. © Robert Deaves/IFA

Ainslie kommentierte auf Facebook: “Das ist eine große Erleichterung. Ich hoffe, dass alle Beteiligten ihre Lektionen gelernt haben.” Im offiziellen Statement gab er sich reumütig: “Ich bedaure diesen Vorfall außerordentlich und danke allen beteiligten Gremien für die gründliche Untersuchung.”

Die Entscheidung der RYA wird jetzt wie üblich an den Weltseglerverband ISAF weitergeleitet. Stephen Park, der Sprecher des britischen Olympiateams, betont wie bedauernswert der Vorfall ist. “Aber wir sind dankbar, dass das Tribunal die mildernden Umstände anerkannt hat, und wir uns nun wieder auf die Aufgabe konzentrieren können Bens vierte olympische Goldmedaille im Sommer vorzubereiten.”

Kommentar zum Ainslie Vorfall

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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8 Kommentare zu „Ben Ainslie Ausraster: Britischer Verband verhängt keine Sperre“

  1. avatar Astronomy sagt:

    Hm der eigene Verband soll darüber entscheiden ob sein bester Segler für Olympia im eigenen Land gesperrt wird oder nicht. Wie wird da nur das Urteil ausfallen? Wie unabhängig ist dieses Gremium denn?

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 4

    • avatar Huber A. sagt:

      Die Entscheidung war schon ok! Alles Andere wäre eine Farce gewesen!

      Außerdem könnten in England Ed Wright oder Giles Scott die Lücke sofort füllen, die Ainslie hinterlassen hätte.

      Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 7 Daumen runter 5

      • avatar Astronomy sagt:

        Natürlich hätten die beiden die Lücke füllen können. Ich denke nur das ein internationales Gremium besser gewesen wäre.

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        • avatar Uwe sagt:

          Der Fall ist ja u.U. noch gar nicht abgeschlossen, da der Weltseglerverband durchaus noch eine Strafe verhängen könnte. Eine Sperre so kurz vo den Olympischen Spielen, wäre jedoch eine unangemessen harte Strafe.

          Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 5 Daumen runter 0

  2. avatar Christian sagt:

    Damit ist die Sache nun erledigt. Ainslie war schon in Perth bestraft worden, man hat nun darauf verzichtet, seine Karriere massiv zu behindern, das ist ok. Er hat viel gelernt, sagt er durchaus glaubhaft. Wir Unbeteiligten auch.

    Die ganze Sache ist für mich ein Beispiel, dass das Jurywesen im Segelsport insgesamt gut aufgestellt ist und meistens überzeugende Entscheidungen getroffen werden.

    Mir fällt mit dem Radsport spontan eine Sportart ein, wo das nicht der Fall ist bzw. es anderthalb Jahrzehnte gedauert hat, bis man die Stars drankriegte.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 2

    • avatar Rolf Albert sagt:

      Manche Stars, Christian, manche. Bei weitem nicht alle, wenn ich da an einen gewissen Texaner denk, der sich nun wohl anschickt, beim Ironman, also den Triathleten, seinen Senf dazuzugeben… Aber, vllt. läuft das bei denen ja besser… Wer`s glaubt…

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  3. avatar fastnetwinner sagt:

    Ein gutes Urteil, zeigt es doch, daß die Jury sehr gewissenhaft abgewogen hat. Ich habe allerdings eine offene Frage, mitunter hat ja einer aus der Leserschaft eine Antwort für mich: Was an B.A.s Aktion hat den Segelsport in Mißkredit gebracht? Haben wir jetzt weniger Segler? Haben wir weniger Regattasegler? Haben wir weniger Sponsoren? Ich kenne keine Zahl, die so etwas untermauern könnte. Frage: Wo ist der Mißkredit?

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  4. avatar Seven sagt:

    Ich denke auch das es nun OK ist !
    Ein Wettkampf sollte für alle Teilnehmer die gleichen Bedingungen haben. Nur so ist sichergestellt das alle die gleichen Chancen haben. Ainslie aber wurde mehrfach behindert von dem Schlauchboot/Kamerateam und er hat dann nach mehreren Beschwerden bei dem Kamerateam persönlich vorgesprochen.
    Richtig wäre gewesen sich bei den Schiedsrichtern zu beschweren , ob das Abhilfe geschaffen hätte weiß man nicht…………………….aber für diesen Fehler wurde er bereits bestraft!

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