BMW Club-Cup Tutzing: Wieser sucht den besten Club Deutschlands, VSaW gewinnt

Oldies but Goldies

BMW Club-Cup – die besten Drachensegler sind… Drachen-Segler! © miku

BMW Club-Cup – die besten Drachensegler sind… Drachen-Segler! © miku

„Es ist eigentlich ganz einfach, Ihr dürft Euch nur nicht so blöd anstellen!“ Regattaleiter (!) Markus Wieser eröffnete die Crew-Besprechung am vergangenen Samstag mit gewohnt bayerisch-markigen Sprüchen. Eigentlich wollte er ja das Prinzip des Tor-Starts gar nicht großartig erklären, doch als er bei der Mehrzahl der 14 anwesenden Teams tiefe Furchen auf der Stirn erblickte, ging er dann doch mit ein paar angedeuteten Strichen auf dem Flipchart ins Detail.

Nun gut, sowas gehört schließlich zu den Aufgaben eine Regattaleiters, auch wenn der als solcher eine Premiere feiert. Das Besondere hier ist nur: Wieser referierte vor den Vertretern der besten Clubs Deutschlands, per se die Segelelite hierzulande – von denen allerdings viele noch nie einen Drachen über eine Startlinie bewegt hatten.

Um den Drachen-Spezialisten den Vorteil ihrer Erfahrung beim Linienstart zu nehmen bringt Wieser den Torstart ins Spiel. Der ist für alle außer 505er Weltmeister Martin Görge Neuland. „Ja mei,“ bricht Wieser seine Ausführungen ab. „Dann üben mir dös hoalt!“

Übung macht die Meister

Alles ganz einfach – Tor-Start beim Club-Cup © miku

Alles ganz einfach – Tor-Start beim Club-Cup © miku

So kam es, dass vor Beginn des BMW Club Cups vor dem Hafen des ausrichtenden DTYC auf dem Starnberger See Tor-Starts trainiert wurden. Und die Protagonisten, von denen etliche eher auf segelnden Untersätzen unterwegs sind, die man schon mit einem beherzten Hüftschwung über die Linie schubst, fuhren brav ihre Manöver, lernten in kürzester Zeit, wie lange man braucht, um genau bei „Null“ hinter dem kreuzenden Toröffner durchzukommen und dass der mit Argusaugen beobachtenden Regattaleiter gnadenlos jeden „rausschmeißt“, der nicht spurt.

Im Prinzip alles „goanz oifach“

Die Idee des BMW Club-Cups ist simpel: Segelvereine in Deutschland, deren Mitglieder die Qualifikationskriterien erfüllt haben – Olympia-Medalrace, oder Top drei bei WM, EM in internationalen oder Olympischen Klassen sowie die Sieger der beiden Qualifikationsregatten in Flensburg und München – schicken Repräsentanten ihres Clubs zum BMW Club-Cup nach Tutzing am Starnberger See. Dort wird dann das Ranking der besten Vereine per Fleetraces ermittelt – auf Drachen.

Hört sich schon logistisch ziemlich aufwändig an. Ist es auch. Hier kommt Sponsor BMW ins Spiel. Die Bayern stellen den nominierten Clubs Zugfahrzeuge für die Fahrt in den Süden vor die Tore, sorgen für einen ereignisreichen Rahmen des Events und motivieren mit adäquaten Preisen: So steht etwa dem  Sieger-Club für ein Jahr ein BMW X5 zur Verfügung.

Drachen-Dreamteam: Kadelbach mit Schadewaldt – leider nur als "Botschafter" unterwegs © miku

Drachen-Dreamteam: Kadelbach mit Schadewaldt – leider nur als “Botschafter” unterwegs © miku

Beste Clubs schicken beste Segler

Entsprechend trafen sich an diesem Wochenende einige der besten Segler Deutschlands auf dem Starnberger See. So vertrat etwa Laser-EM Philip Buhl seinen Heimatclub Alpsee Immenstadt,  470er-Olympionike Ferdi Gerz seinen Verein Wörthsee oder Star-Champ Markus „Keule“ Koy den Norddeutschen Regattaverein – jeweils mit handverlesener Crew, versteht sich.

Zudem schaute Katrin Kadelbach (470er-Olympiateilnehmerin) vorbei und segelte gemeinsam mit Tobias Schadewaldt (49er-Olympionike) den ersten Lauf außer Konkurrenz mit, bevor sie sich ihren Aufgaben als „Botschafter“ der Bayerischen Motorenwerke widmeten.

Doch wie das beim Regattasegeln immer so ist, „die Karten werden gut gemischt, bevor man sie verteilt“. Soll heißen: Der Drachen kommt zwar auf den ersten Blick etwas behäbig und allzu klassisch daher, will aber grade deshalb ausgebufft gesteuert werden. Außerdem waren die Wetterbedingungen eher „heiter bis sonnig“, was im Bayerischen auf höchsten 2-3 Bf. ausgeht und somit mancher Crew, die mit Saft und Kraft auftrat, einen vermeintlichen Vorteil wieder strich.

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Michael Kunst

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