Boote und Menschen: Auf dem Daysailer gegen die Elite – ein Künstler auf seiner B42

"plan B"

 

© christoph mann/plan B

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Christoph Mann bezeichnet sich als Kontrollfreak und Perfektionisten. Der begnadete Illustrator und Grafiker will mit seinem Daysailer “plan B”  nun in der Mittelmeer-Regattaszene Zeichen setzen. 

Was den Segelsport in nahezu allen Facetten immer wieder faszinierend macht, sind die relativ häufig zustande kommenden, durchaus außergewöhnlichen Begegnungen. Sei es persönlich in der shake-hands-Realität oder seit ein paar Jahren auch auf virtueller Ebene – Segeln ist ein Sport, der fürs interessante Zwischenmenschliche prädestiniert scheint. Richtig spannend wird es allerdings, wenn solche außergewöhnlichen Menschen auf entsprechend einzigartigen Booten unterwegs sind. Wenn also nach seglerischen Maßstäben „so ziemlich alles stimmt“. 

Wie etwa bei Christoph Mann und seiner „plan B“. 

Der erfolgreiche Grafiker und Illustrator aus dem badischen Ettlingen ist seit „48 Jahren fahrtensegelnd auf eigenem Kiel zugange“ wie er das gegenüber SegelReporter ausdrückt. Aber seit acht Jahren sei er nun vom Regatta-Virus infiziert – und das auch noch ohne Aussicht auf Heilung. 

Neben der „Passion Segeln“ zeigt sich Christoph Mann als nicht minder ambitionierter und passionierter Künstler. Auf seiner Website beschreibt sich der 66-Jährige als „linkshändiger Einfallspinsel, hoffnungslos gutgläubig, mit verspieltem, skurrilem und exaktem Ausdruck in seinen Arbeiten“. Dabei sei er „trotz allem glücklich“! 

Dass er ganz nebenbei auch noch ein „Kontrollfreak und Perfektionist“ sein kann, führt uns wiederum zu seiner „Plan B“. Denn die „B42“ aus der Feder von Luca Brenta Yacht Design ist zwar per se schon mal ein außergewöhnlicher Daysailer, der nun vom Perfektionisten Christoph Mann zu einer echten Rennziege umgebaut wurde. Doch lassen wir ihn selbst beschreiben: „Wie alle Modelle der Marke Brenta ursprünglich konzipiert als elegant reduzierter Daysailor, ist die „plan B“ voll einhandtauglich durch Hydraulik und E-Winschen, Selbstwende-Fock, aber ohne jede Rücksicht auf Handicap-Formeln: quasi eine „Mini-Wally“.

Ein Schmuckstück © plan B

Die ungewöhnlich ranke Proportion, der große Ballastanteil (55%), die hohe Segeltragezahl und das nahezu perfekte Strömungsverhalten des Rumpfes ließen uns vermuten, daß wir mit diesen Charakteristiken eine Nischen-Chance im ORC-Zirkus haben könnten.

Seit 6 Jahren transformieren wir unser Boot mit aberwitzig hohem Aufwand zur Rennziege. Außer Rumpf und Maschine wurden so gut wie alle Teile modifiziert und/oder durch Karbon ersetzt. Erschwerend kam hinzu, daß sie optisch eine echte B-Yacht bleiben sollte und abseits von Regatta-Events mit wenig Aufwand in den Cruising Modus umgerüstet werden sollte. Nach mehrjährigen Erfolgen auf lokaler Ebene wird sich plan B 2020 in die Höhle der Profis und Athleten wagen: Wir nehmen teil an der Copa del Rey sowie an verschiedenen ambitionierten Auftaktrennen. Damit dürften wir der erste, einzige und eleganteste Daysailor sein, der jemals teilgenommen hat!“ 

Aufgeräumte Plicht auf klasse Boot, Corporate Design auf der Team-Klamotte – alles wirkt richtig professionell © plan B

Wie heimisch sich Christoph Mann mittlerweile in der Regattawelt fühlt, zeigen nicht zuletzt seine Cartoons zum Thema. Doch auch ein weiterer Blick auf die Website des Künstlers macht deutlich, dass wir es hier mit Allerfeinstem zu tun haben – bei Mann und Boot.

Website (mit vielen Arbeiten von Christoph Mann)

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Michael Kunst

Näheres zu miku findest Du hier

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