BWR: “Neutrogena” verliert Boden zwischen den Kapverden

Feuchtes Vergnügen

Boris Herrmann kämpft auf dem feuchten Vorschiff der "Neutrogena". © FNOB

“Neutrogena” hat sich in der Nacht durch das Nadelöhr zwischen den nördlichen Kapverden-Inseln gequetscht und dabei erwartungsgemäß Boden verloren. Boris Herrmann und Ryan Breymaier mussten einen tieferen, langsameren Kurs steuern und mit der Abdeckung zwischen den Inseln kämpfen.

Die Passage hat in der Nacht höchste Aufmerksamkeit erfordert. Navigatorisch ist die “Neutrogena” mit allem ausgerüstet, was nötig ist, um das Schiff nicht auf Grund zu setzen. Aber die Nähe zum Land geht einher mit der Nähe zu Fischerbooten oder Netzen.

"Neutrogena" hat sich in der Nacht durch das Nadelöhr zwischen zwei Kapverden Inseln gequetscht. "Président" (oben links) motort ohne Mast zu der Insel.

Der Kurs folgte aus der Entscheidung vor einigen Tagen, etwas früher als die direkte Konkurrenz auf den Südkurs einzuschwenken. Immerhin musste “Neutrogena” nicht mehr halsen, was viele Meilen gekostet hätte. So fiel das deutschamerikanische Duo nun wieder auf Rang sieben hinter der direkt vor ihnen platzierten “Groupe Bel” zurück. Der Rückstand zur Spitze beträgt 330 Meilen.

Vorne kann “Foncia” zurzeit den Speed von “Virbac” nicht halten. Desjoyeaux /Gabart sind trotz parallelem Kurs schon fast 70 Meilen hinter Dick/Peyron zurückgefallen.

Das Feld hat sich auf einer Linie aufgereiht. "Virbac" vergrößert an der Spitze den Vorsprung

Einen sehr guten Eindruck machen die 49er Olympiasieger und Volvo Ocean Race Segler Martínez /Fernández. Durch reinen Speed bewegen sie sich immer weiter nach vorne im Feld und haben “Mirabaud” auf Rang vier schon so gut wie eingeholt. Seit einiger Zeit segeln sie die höchsten Etmale und machen auch Meilen auf die Spitze gut.

“Président” bewegt sich weiterhin unter Motor und ohne Rigg auf die Kapverden zu. Sie werden im Verlauf des Tages dort erwartet.

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Carsten Kemmling

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2 Kommentare zu „BWR: “Neutrogena” verliert Boden zwischen den Kapverden“

  1. avatar Dirk sagt:

    Insbesondere wegen des Satzes “Navigatorisch ist die ‘Neutrogena’ mit allem ausgerüstet, was nötig ist, um das Schiff nicht auf Grund zu setzen ” ein durchaus gelungener Artikel.

    Das sollte für so eine Rennmaschine auch das mindeste sein, ebenso wie für eine kleine Jolle in Küstenfahrt. Echolot, GPS und Seekarte sollten diesen navigatorischen Anforderungen gerecht werden.

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  2. avatar Uwe sagt:

    @Dirk: Ich erinnere mich an Mike Golding, der seinen Open 60 an der Nordpitze Neuseelands tatsächlich auf Grund gesetzt hat, weil er Weg sparen wollte. Das Rennen war für ihn wegen der dabei erlittenen Schäden vorbei, so weit ich mich erinnere.

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