Caribbean 600: Fast die Hälfte der Flotte gab auf – Schafft es “Varuna” noch aufs Treppchen?

"Niemand verletzt, nichts kaputt"

Die Caribbean 600 Regatta hatte es in sich. Bei Böen über 40 Knoten kenterte ein Kat und 37 gaben auf. Die Großen kamen am besten durch. Erhält “Varuna” noch eine Wiedergutmachung?

Varuna

“Varuna” im Überpower-Modus. © RORC/Tim Wright

“Es war rauh und sehr nass”, sagt Jens Kellinghusen nach der vielleicht besten Vorstellung seiner Varuna-Crew auf internationalen Gewässern. “Trotzdem hat sich niemand verletzt und nichts ist kaputt gegangen.” Das ist für den Hamburger eine besonders gute Nachricht nach dem Schreck bei der Atlantic Anniversary Regatta von Lanzarote nach Grenada, als die bei der Kieler Knierim-Werft gebaute Ker 56 mit Neigekiel kurz nach dem Start mit einem schweren strukturellen Schaden ausgeschieden war. “Wir haben nun den Rumpf mit 180 Kilogramm Strukturen verstärkt, und das Boot hat sich sehr gut bewährt.”

“Varuna” lag im Ziel nach berechneter Zeit auf Platz vier, wartet aber noch auf die Entscheidung bezüglich einer Widergutmachung, die normalerweise problemlos gewährt wird. Kellinghusen hatte seinen Kurs zur Unglückstelle des gekenterten Katamarans “Fujin” geändert, war dann aber von der Wettfahrtleitung wieder auf den Kurs entlassen worden. Die Jury muss jetzt entscheiden, wie viel Zeit der Schlenker gekostet hat. In der IRC-Wertung liegt “Varuna” nach berechneter Zeit gut eine Stunde hinter dem Volvo 70 “Warrior” (ex “Camper”). Theoretisch könnte “Varuna” noch aufs Treppchen kommen.

Aber auch Platz vier in der IRC-Wertung ist ein starkes Ergebnis. Schließlich hat an der Spitze die große “Rambler 88”, den sieben Jahre alten Monohull Rekord des 100 Fußers “Rambler” um zweieinhalb Stunden unterboten. Und die zweitplazierte sechs Fuß kleinere Cookson 50 “Privateer” vom Amerikaner Ron O’Hanley kam nur knapp drei Stunden hinter “Varuna” ins Ziel. Sie liegt berechnet schließlich eineinhalb Stunden voraus.

Outsider, Tilmar Hansen

“Outsider” knallt in eine Welle. © RORC/Tim Wright

Auch Tilmar Hansen schlug sich mit seiner Elliott 52 “Outsider” wacker auf Rang fünf und verlor berechnet nur um acht Minuten gegen “Varuna”. Stefan Jentzsch liegt mit seiner Carkeek 47 “Black Pearl” auf Rang sieben. Die weiteren  deutschen von 26 durchgekommenen Yachten bei 57 in der IRC-Wertung: 15. “Haspa Hamburg”, 19. “Broader View Hamburg”, 21. “Bank Von Bremen”

Ergebnisse RORC Caribbean 600 2018 IRC

Mit großem Interesse war auch der erste große Auftritt des foilenden DNA F4 46 Fuß One Design Katamarans “Falcon” verfolgt worden. Der Nachfolger des Kenter-Kats vor drei Jahren trat erstmals mit den Modifikationen der holländischen DNA-Werft bei einer großen Regatta auf. Auch diesmal kam er nicht ins Ziel, aber er kenterte nicht. Die Windinstrumente fielen aus. Skipper Falcone erklärt:

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Carsten Kemmling

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