Caribbean 600: Kat-Kenterung bei Traumregatta – Zehn deutschen Yachten am Start

Multihull-Überschlag

Bei der Caribbean 600 Regatta ist der 53 Fuß US-Katamaran “Fujin” gekentert. Jens Kellinhusen hat mit seiner “Varuna” den Kurs geändert, um den acht Seglern zu helfen.

Der später havarierte Katamaran “Fujin” vom Typ Bieker 53. Der Designer war mit an Bord. © RORC

Greg Slyngstad ist mit seinem American Bieker 53 Katamaran “Fujin” beim RORC Caribbean 600 in der Nähe der Insel Saba gekentert. Die achtköpfige Crew konnte sich auf den umgedrehten Rumpf retten.

Am schnellsten war der Mutihull “Flow”  vom Typ Gunboat 60 am Unglücksort und wartete bis ein Rettungsboot eintraf. Auch Jens Kellinhusen drehte mit seiner Ker 56 “Varuna” ab, um der US-Crew zu helfen, aber kurz danach wurde er wieder ins Rennen entlassen.

Wie es genau zu dem Überschlag kam, ist noch nicht bekannt. Aber das Boot war mit einer namhaften Profi-Crew besetzt zu der Olympiasieger und ex Luna Rossa-Afterguard Jonathan McKee gehörte, wie auch Paul Bieker, Oracle Design-Chef beim vergangenen America’s Cup und Designer der “Fujin”.

Der 53 Fuß Kat ist von ihm entworfen und 2015 erstmal zu Wasser gelassen worden. Tragflächen-Spezialist Bieker, der schon ein wichtiger Faktor beim Oracle-Comeback 2013 gewesen ist, hat auch seinem Performance-Cruiser Flügel verpasst. Und so erinnert die Kenterung an den Gunboat-Überschlag 2015. Aber die Foils fallen längst nicht so radikal aus. Sie sollen nur begrenzten Lift erzeugen.

Möglicherweise war es aber dann doch zu viel. Oder die Crew puschte zu stark auf Rang drei liegend, um es den konkurrierenden Gunboats im Feld mal richtig zu zeigen. Es galt sich auch gegenüber dem 46 Fuß Foiler Cruiser DNA F4 durchzusetzen, derWeiterentwicklung des gekenterten Gunboats . “Falcon” unter ex AC-Profi Shannon Falcone folgte unmittelbar im Kielwasser.

Rekordfeld im Zickzack um die Inseln

Diese Geschichten an der Spitze der Traumregatta in der Karibik bleiben für das Gros der Teilnehmer nur eine Randstory. Sie erleben ihre eigenen Abenteuer, und dass sie außergewöhnlich lohnenswert sind, spricht sich in der Segelwelt inzwischen immer weiter herum. Mit 84 teilnehmenden Yachten hat die 600 Meilen Regatta im Zickzack um die karibischen Inseln einen neuen Rekordwert in ihrer zehnjährigen Geschichte erreicht.

Mit dabei sind auch zehn deutsche Yachten, die im Rahmen der AAR-Regatta über den Atlantik in die Karibik gesegelt sind und 2018 auch wieder zurück segeln. Dabei stehen sportlich besonders die beiden Class 40 im Blickpunkt, die für den NRV an den Start gehen.

Die “Red” von Mathias Müller von Blumencron, der erstmals  seinen Bruder Othmar dabei hat (ex Olympiateilnehmer im Finn Dinghy) wie auch Felix Oehme, liegt hinter zwei französischen Booten auf Rang drei. Deutlich dahinter behauptet Arnt Bruhns Rang vier. Er bewegt mit seiner Crew die ex “Nivea”, die im Dezember noch als „MarieJo“ von Berthold und Tobias Brinkmann über den Teich bewegt worden war.

Die Iskareen-Crew hat Spaß:

Im Blickpunkt an der Spitze der M0nohulls liegen der Maxi72 “Proteus” wie auch “Rambler 88”, die erwartungsgemäß die Führung übernommen hat, wie auch der Volvo 70 “Warrior” (ex “Camper”). Jens Kellinghusen folgt mit seiner “Varuna”.

Mit dabei bei der legendären Mittelstreckenregatta sind auch die beiden Crews des Hamburgischen Vereins Seefahrt um die Skipper Torben Mühlbach (“Haspa Hamburg”) und Georg Christiansen (“Broader View Hamburg”). Wenig Spaß hat dagegen Johann von Eicken, der schweren Herzens den geplanten Start mit seiner Swan 56 R “Latona” absagen musste, nachdem ein kurzfristig nicht zu behebender Saling-Schaden festgestellt worden war.

Tracker Carribean 600

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Carsten Kemmling

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