Corona-Folgen: Starnberg: Keine Regatten im Juni – Aeroe Rund als Light-Version

Absagen und Ausweichideen

Es darf zwar wieder gesegelt werden, aber wer ist für die Einhaltung der weiterhin gültigen Kontaktbeschränkungen zuständig? Diese Unsicherheiten veranlassen viele Regattaorganisatoren weiterhin zu Absagen.

Selbst die beliebten Mittwochsregatten auf dem Starnberger See sind vorerst gecancelt. Foto: Christopher Nordhoff

Am Donnerstag haben die großen Segelvereine am Starnberger See in Abstimmung mit dem Landesseglerverband beschlossen, im Juni 2020 noch keine Regatten durchzuführen. Hintergrund der Entscheidung ist, dass jeder Verein als Veranstalter die Einhaltung der derzeit gültigen Corona-Kontaktbeschränkungen auf jedem gemeldeten Boot aufgrund der aktuellen gesetzlichen Vorschriften überprüfen müsste.

„Insbesondere bei Booten, deren Mannschaft aus mehr als insgesamt zwei Personen besteht, kann eine solche Prüfung nicht mit der nötigen Sicherheit gewährleistet werden“, so Nikolaus Stoll, 1. Vorsitzender des Münchner Yacht-Clubs.

Die damit verbundenen Haftungsrisiken stehen in keinem Verhältnis zum Mehrwert, der durch die Durchführung der Regatten entstehen würde – gerade im Hinblick darauf, dass jegliche Tätigkeit für Vereine ehrenamtlich erfolgt. Mindestens 20 Termine – Club-Meisterschaften und Mittwochsregatten zwischen Seeshaupt und Starnberg eingerechnet – müssen nun ausfallen.

Sobald die gesetzlichen Vorgaben vom Freistaat Bayern angepasst werden, wird die Situation von den Segelvereinen erneut geprüft und bewertet.

Szenen wie diese sind derzeit nicht denkbar, daher hat der Lübecker YC die Premiere seines Youth Cups für den September abgesagt. Der Cup sollte mehr als eine Regatta sein, sondern Eventcharakter haben. Foto: segel-bilder.de

Beim Lübecker YC sah man sich jetzt sogar schon gezwungen, die geplante Premiere des Youth Cup im September abzusagen. Die Veranstaltung war als neue Jugendveranstaltung gedacht, die nicht nur Regatta-, sondern auch Eventcharakter haben sollte. Und genau letzteres hätte nicht gewährleistet werden können. „Um solch eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, benötigt man Planungssicherheit und starke Partner an seiner Seite. Es wäre unverantwortlich, dieses neue Format dadurch zu gefährden, dass man einfach abwartet, was diese momentan schwierige Zeit noch so für Veränderungen mit sich bringt“, erklärte der LYC-Jugendwart Fritz Schütt.

Aeroe Rund gehörte in den vergangenen Jahren zu den beliebtesten deutschen Ostseeregatten. Eine Light-Version soll die Veranstaltung in diesem Jahr erstzen. Foto: Stine Abratis

Nicht nur die Jugendlichen, sondern auch Yachtcrews müssen mit einem deutlich reduzierten Programm zurechtkommen. Von der Ostseecup-Serie in der Lübecker Bucht bis hinauf nach Fehmarn sind alle Regatten bis in den August abgesagt. Maximal vier der geplanten elf Events würden damit übrig bleiben. Und auch das Pendant in der Kieler Förde, der Fördecup ist arg gerupft. Fünf der zehn geplanten Regatten sind abgesagt.

„Wir standen sogar vor der Überlegung, ob es überhaupt noch Sinn macht, den Fördecup in diesem Jahr auszutragen. Da blutet das Herz des Regattaseglers“, berichtete Organisator Ludwig Hinrichs. Doch inzwischen gibt es auch positive Meldungen: So soll die größte Regatta in diesem Reigen, die Aeroe Rund Regatta, zumindest als Light-Version frisch ins Leben gerufen werden.

Statt nach Dänemark mit Zwischenstopp in Marstal mit großem Abendbankett soll es nun am 13. Juni auf einen 30 Seemeilen langen Kurs durch die Kieler Bucht gehen. Und die Fans der Regatta, die sich mit weit über 100 gestarteten Yachten in den vergangenen Jahren zu einer der größten Events an der deutschen Ostseeküste gemausert hat, sind offenbar heiß auf das Event. Innerhalb kurzer Zeit sind schon mehr als 20 Meldungen eingegangen. Bis zum 10. Juni kann noch gemeldet werden. (ra/cn)

Meldung Aeroe Rund Light

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