Coronavirus: Berliner 470er-Segler (19) in China abgeschottet – Clipper Race umgeleitet

In China gestrandet

Die Angst vor dem Coronavirus hat auch die Segelwelt erreicht. Die beiden 19-jährigen 470er-Segler Daniel Göttlich und Linus Klasen dürfen ihren Trainingsort in China nicht verlassen. Und die Clipper Race Flotte segelt an den chinesischen Etappenhafen vorbei.

Göttlich/Klasen beim Training mit Mundschutz in China. © Göttlich/Klasen

Die Berliner 470er Nachwuchscrew Daniel Göttlich und Linus Klasen ist einer Einladung der beiden besten chinesischen Teams zu deren Leistungszentrum in Haikou auf der Insel Hainan gefolgt, um sich auf die nächsten Saisonrennen vorzubereiten. Sie dürfen dort ihre Unterkunft aber nun seit gut zwei Wochen nur einmal täglich mit Mundschutz zum Wasser-Training verlassen, berichtet dpa. Ansonsten droht die Isolation. Die Maßnahmen wurden von den Behörden zum Schutz gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen.

Die Junioren Vize-Weltmeister des Vorjahres wollten das knapp einmonatige Trainingslager nutzen, um sich mit den aufstrebenden Chinesen – die 12. und 24. der vergangenen WM – insbesondere auf die anstehende Palma-WM vorzubereiten, die auch den Start der deutschen Olympia-Qualifikation einleitet.

Chinesen sind im 470er auf dem Vormarsch. © World Sailing

Offiziell ist der Rückflug am 7. Februar geplant. Bis dahin dürfen sie das Training fortsetzen. Sie hoffen nun, dass sich die Lage nicht verschärft. Die Chinesen sind nervös, obwohl knapp 1500 Kilometer zwischen Haikou und der besonders stark vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan liegen. Aber auf dem Stützpunkt lebt und trainiert das Gros der chinesischen Segel-Nationalmannschaft.

Sie ist im 470er stark, zählt aber besonders in den Surf-Disziplinen zu Medaillen-Favoriten. Peina Chen holte 2016 olympisches Silber, Yunxiu Lu ist die amtierende Weltmeisterin. Das Risiko einer Infektion der Sportler im Olympiajahr wollen die Verantwortlichen nicht eingehen. 

Clipper Race umgeleitet

Das gilt auch für die Clipper Race Flotte, die mit elf 70 Fuß Yachten auf der Etappen-Regatta um die Welt in Australien zum fünften Abschnitt gestartet ist. Die Amateur-Crews sollten eigentlich Sanya im Süden von Hainan und danach Zhuhai auf dem Festland ansteuern. Aber daraus wird nichts.

Clipper Race

Die Flotte der 70 Fuß Clipper Race Yachten © On Edition

Wegen des Coronavirus-Ausbruchs hatten die Organisatoren zuerst nur die geplante Feier in Sanya abgesagt, nun umgehen sie aber beide chinesischen Stopps. Neues Ziel ist Subic Bay auf den Philippinen. Dort wird die Ankunft der Flotte vom 13. bis 16. Februar erwartet. Der Zwischenstopp wird auf mindestens neun Tagen verlängert.

 

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