Delta Llloyd Regatta: Finn Youngster Kasüske mit Überrasschungssieg gegen Champ Postma

Durchgesetzt

Highlights vom Medalrace:

Interview mit Phillip Kasüske:

Kasüske erzählt:

Finn Dinghy Youngster Phillip Kasüske (19) hat dem Weltranglisten Dritten Pieter-Jan Postma beim Heimspiel in Holland die Show gestohlen.

Philip Kasüske

Passt! Erster großer internationaler Sieg für Phillip Kasüske. © Delta Lloyd Regatta

Die Delta Lloyd Regatta war einmal einer der Höhepunkte im Wettfahrtkalender der Olympiaklassen. Nun ist sie nur noch eine bessere Trainingsregatta, ein Schatten ihrer selbst. SegelReporter Andreas John, der selber in der fliegenden Moth-Klasse antrat, mit der die Veranstaltung aufgepeppt wurde, berichtet über eine ungewöhnlich familiäre Regatta.

Keine Spur von Leistungsdruck, entspannte Atmosphäre beim Après Sail. Es gab nichts zu verlieren und Wettkampfpraxis zu gewinnen.  Segler nutzen die Chance, abseits der großen Karawane, um Material und neue Techniken zu testen oder einfach nur in einen guten Renn-Rhythmus zu kommen. Es ist ein wenig wie bei der Kieler Woche.

Phillip Kasüske

Slam Dunk. Der junge Deutsche behält die Nerven im Zwikampf gegen Postma. © Delta Lloyd Regatta

Nach der Neustrukturierung der World Cups durch die ISAF, die auf unterirdisch schlecht besuchte Regatten in China, Australien und USA setzt, darbt der ehemals funktionierende olympische Rennzirkus in Europa. Die meisten Spitzensegler lassen inzwischen eine der am besten organisierten Regatten im holländischen Medemblik links liegen.

Für die deutschen Athleten war das aber eine gute Chance, Luft an der Spitze eines Feldes zu schnuppern. Und besonders der 19-Jährige Phillip Kasüske nutzte die Möglichkeit, sich bei den Finn Dinghies in Szene zu setzen. Nur 14 Boote waren am Start, aber der Weltranglisten Dritte Pieter Jan Postma, der noch in Hyères beim Weltcup die absolute Weltspitze besiegt hatte, war ein guter Gradmesser für die Leistung.

Phillip Kasüske

Kasüske vor Postma. © Delta Lloyd Regatta

Und Kasüske hatte zuvor nicht im Traum damit gerechnet, auf Augenhöhe mit dem Star segeln zu dürfen, der sich immer noch in einem Fernduell mit Robert Stanjek um den Platz auf dem holländischen Volvo Racer Brunel befindet.

Die Finn Platzierung dürfte für die Offshore Entscheidung eine nachgeordnete Bedeutung haben. Andererseits würde wohl auch ungerne auf die Sieger-Aura eines Seglers verzichten, sofern er diese denn überhaupt besitzt.

Kasüske hat nun gezeigt, dass Postma dieser Aura momentan fehlt, da gerade wohl eher in einer schwierigen Phase steckt. Bei der EM belegte der Holländer nur Rang acht und nun musste er sogar beim Heimpsiel den jungen Deutschen ziehen lassen. Der Kieler, der noch vor einem Jahr Laser segelte, rang Postma im direkten Zweikampf beim Medalrace nieder.

Über die unglaubliche Energieleistung war Kasüske selber überrascht. Aber schon bei der EM hatte er als 34. und mit Abstand bester Deutscher unter anderem mit einem dritten Platz in der Serie gezeigt, dass ihm das Finn Dinghy womöglich besser liegt als der Laser, mit dem er sich nicht so richtig durchsetzen konnte. Der Duell-Sieg gegen Postma dürfte jedenfalls sehr zu einem gestärkten Selbstbewusstsein beitragen.

Darüberhinaus war in Medemblik noch der Auftritt von Erik Heil und Thomas Plößel im 49er erwähnenswert. In einem der stärksteren Felder der Delta Lloyd Regatta belegten sie nach anfänglicher Führung Rang acht. Der Fokus lag aber eher bei der Optimierung des neuen Bootes.

Asenathi Jim

Asenathi Jim (r.) und Roger Hudson siegen für Südafrika. © Delta Lloyd Regatta

Aus internationaler Sicht war der Sieg der Südafrikaner  Asenathi Jim und Roger Hudson im 470er eine schöne Geschichte. Es gibt im Segelsport nicht viele dunkelhäutige Athleten in der Weltspitze. Und so sticht die Entwicklung von  Asenathi  Jim(22) hervor, der durch das Izivunguvungu-Projekt von ex Shosholoza Skipper Iain Ainslie für unterprivilegierte Südafrikaner zum Segelsport kam.

Mit extrem kurzer Vorbereitungszeit hatte er sich für Olympia qualifiziert und war danach Weltmeister in der Laser SB20 Klasse geworden. Aber nun starten Jim und Hudson mit Vollgas Richtung Rio 2016 durch. Sie schoben sich mit Rang zwei im Medalrace vor Medemblik von Platz vier auf eins vor den Olympia-Silber-Gewinner Luke Patience (GBR).

Interview mit Asenathi/Hudson (RSA):

Stark besetzt war die Katamaran Mixed Klasse Nacra 17. Dort hielt das überragende Team der Saison Besson/Riou die französische Fahne hoch und macht Offshore Held Franck Cammas deutlich, dass er im Kampf um die Olympiafahrkarte für 2016 schlechte Karten hat.

Cammas segelte zwar mit der Laserseglerin Sophie de Truckheim nach zwei Rennsiegen auf Rang zwei vor dem australischen Altmeister und Oracle B-Steuermann Darren Bundock, hatte aber neun Punkte Rückstand.

Ergebnisse Delta Lloyd Regatta

Eventseite Delta Lloyd Regatta

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Carsten Kemmling

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Ein Kommentar „Delta Llloyd Regatta: Finn Youngster Kasüske mit Überrasschungssieg gegen Champ Postma“

  1. avatar x-claim sagt:

    Herzlichen Glückwunsch! Das ist doch wirklich mal eine gute Nachricht! Weiter so und viel viel Erfolg auf der KW.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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