Fridtjof Kleen segelt erfolgreich mit dem Amerikaner George Szabo. © Kleen

Deutscher Starboot-Vorschoter wird US-Meister

Der Star-Joker Kleen sticht erneut

Von Carsten Kemmling

Die Nordamerikanischen Meister George Szabo und Fridthjof Kleen dürfen einen silbernen Stern im Segel fahren.© Kleen

Erst mit einem Iren in Weymouth nun mit einem Ami in Kalifornien. Der Berliner Starboot-Vorschoter Fridthof Kleen sammelt Erfolge auf höchstem Niveau. Mit drei Rennsiegen gewann Kleen an der Vorschot von George Szabo (40) überlegen die Nordamerikanische Meisterschaft, eine der wichtigsten Star-Regatten der Saison. Kleen berichtet bei SegelReporter.

„Wir konnten uns beim letzte Rennen auf den Brasilianer Lars Grael konzentrieren. Der saß uns im Nacken, hatte aber schon einen 24 in der Serie.“ Das neu formierte Duo kontrollierte den Bruder von Superstar Torben Grael, beendete das Rennen auf Platz 21 und der Brasilianer auf 26.

Damit rutschte Grael, der 1998 bei einem Motorboot-Unfall ein Bein verloren hat aber zur Weltspitze im Starboot gehört, auf den fünften Gesamtrang zurück. Aber Szabo/Kleen siegten mit sieben Punkten Abstand vor der Segel-Legende Mark Reynolds, dem zweifachen Olympia-Gold-Gewinner.

„Es war eine großartige Erfahrung, mit George zu segeln. Vieles, was ich über Trimm zu wissen glaubte, musste ich vergessen. Das Segeln mit diesen erfahrenen Seglern hat mich sicher weiter gebracht.“ George Szabo arbeitet mit Mark Reynolds bei Quantum Sails in San Diego.

Ganz so einfach war der Wechsel von dem irischen Steuermann in Weymouth auf zum Amerikaner nicht. Kleen musste in kürzester Zeit sein Gewicht von 112 auf 107 Kilogramm reduzieren, weil Szabo schwerer ist als O`Leary.

Aber ihm kam zugute, dass Szabo wie auch der Ire mit einem neuen angesagten P-Star von Marc Pickel segelt. Der wird seit 2009 in Partnerschaft mit Jon VanderMolen und dem North American Sailing Center in Richland Michigan /USA gebaut.

Die Erfolgserie von Kleen, der bei der Bundeswehr-Sportfördergruppe seinen Wehrdienst ableistet, ist ein Phänomen. Denn nach der Trennung von Alexander Schlonski ist er nicht in ein Loch gefallen, sondern plötzlich als Joker gut im Geschäft .

Er hat auch am Gardasee schon mit dem Brasilianer Robert Scheidt trainiert und wird mit dem dreifachen Olympiamedaillengewinner (zweimal Gold, einmal Silber) im September  bei der Distriktmeisterschaft vor Boltenhagen an den Start gehen.

„Ab einem gewissen Level muss man sich nicht mehr groß auf die Manöver der verschiedenen Steuermänner einstellen“, erklärt Kleen seinen erstaunlichen Erfolg als Schnellzusteiger. „Da sind die Unterschiede nicht mehr sehr groß.“

Die Trennung von Alexander Schlonski habe ihn schon überrascht. „Aber ich schätze ihn als super Segler. Und er hat allemal das Zeug dazu, es nach Weymouth zu schaffen. Er hatte wohl einfach andere Vorstellungen.“ An seinen eigenen Olympiaplänen hält Kleen nach wie vor fest. Er will im Spiel bleiben und sich weiter entwickeln. „Vielleicht bekomme ich noch eine Chance.“

Das könnte passieren, wenn sich ein anderes Team trennt. Aber Kleen betont: „Das wünsche ich niemandem. Das ist immer eine persönliche Tragödie, weil man sich zusammen viel vorgenommen hat.“ Kleen genießt erst einmal die Erfolge so unerwartet, wie sie gekommen sind. Aber für seine Zukunft ist alles möglich. Auch Olympia.

Ergebnisse

zum Thema:

http://segelreporter.com/2010/08/14/uberraschungs-gold-fur-frithjof-kleen-in-weymouth/

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Carsten Kemmling

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