650 Meilen Regatta zum 100. vom ASV Kiel

Deutsche Hochsee-Flotte jagt durch die Ostsee

Von Ralf Abratis

Start zur Ostsee-Challenge in der Kieler Förde. Der kleine gelbe Freund dürfte nicht zum Feld gehören. © ASV Kiel

Je oller, je doller. Der Akademische Segler-Verein Kiel scheint sich bei der Planung seines 100-jährigen Jubiläums an diese alte Weisheit erinnert zu haben und hat ein Rennen ins Leben gerufen, das es in dieser Form noch nicht gegeben hat. Auf einer Streckenlänge, die sogar das Rolex Fastnet Race in den Schatten stellt, jagt der ASV ein zwölf Yachten großes Feld durch die Ostsee.

Direkt vor dem frisch renovierten Vereinsgebäude in der Kieler Innenförde ging es am Sonntagnachmittag los. Rund Bornholm heißt das Ziel. Doch von dort geht es mitnichten zurück in die Sailing City. Stattdessen ist Læsø in der nördlichen Ostsee der nächste Orientierungspunkt.

Das Feld liegt kurz nach dem Start in der Förde noch eng beisammen. © ASV Kiel

Auch diese Insel runden die großen Yachten, bevor sie wieder Kurs Kiel einschlagen. 650 Seemeilen ist diese ASV-100-Ostseechallenge lang. Die kleineren Yachten dürfen allerdings bereits bei Seeland abbiegen und werden somit 500 Seemeilen im Kielwasser haben, wenn sie wieder Kiel erreichen.

„Wir sind ein Hochsee-Segler-Verein. Was lag da näher, als eine Langstrecken-Herausforderung ins Leben zu rufen“, sagt Marc Schürch aus dem Organisationsstab. Und das Rennen hat auch ohne große Werbung viel Anklang gefunden. Neben dem „Peter von Danzig“ des ASV Kiel haben diverse befreundete Clubs ihre Flaggschiffe in die Ostsee entsandt.

Das Teilnehmerfeld liest sich wie das „who is who“ der deutschen Hochsee-Segelszene. Die „Walross IV“ aus Berlin machte sich ebenso auf den Weg wie die „Bank von Bremen“, die „Haspa Hamburg“ sowie die „Scho-ka-kola“ aus Hamburg. Und selbst Norbert Plambeck aus Cuxhaven lässt sich dieses Ereignis nicht entgehen.

Seine German Frers 80 „Hexe“ ist die erklärte Favoritin auf den Titel als „first ship home“. Im vergangenen Jahr war sie die schnellste deutsche Yacht beim Fastnet Race. „Das ist eine tolle Geschichte. Ich freue mich auf dieses Rennen, denn für solche Herausforderungen ist die ,Hexe’ gebaut“, sagte Plambeck vor dem Start und wagte schon einmal eine Prognose für die Rückkehr:

„Unter normalen Bedingungen sollten wir gut 200 Seemeilen pro Tag schaffen, also am Mittwoch wieder zurück sein.“ Es ist einer der seltenen Auftritte der „Hexe“ in deutschen Gewässern. Im kommenden Jahr wird sie noch einmal auf der Nordseewoche zu sehen sein, dann geht es nach Edinburgh und schließlich zum Rolex Fastnet Race, bevor die Crew das Schiff über den Atlantik segelt, um sich dort 2012 zu präsentieren.

Nach einem Start bei schwachen Winden hatte sich die „Hexe“ auf Höhe von Fehmarn schon deutlich an die Spitze des Feldes gesetzt, gefolgt von der „Scho-ka-kola“. Zu verfolgen ist das Rennen per Tracker auf www.asv-kiel.de.

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Carsten Kemmling

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