Galerie-Bilder von der Dehler 32 in Holland

Die Dehler 32 im Test

Carsten Kemmling

Die Dehler 32 zeigt ihre Schokoladenseite am Wind © K. Kemmling

Wir waren wieder einmal spät dran beim Buchen des alljährlichen Familien-Charter-Sommertörns. Es soll etwas weiter nach Norden gehen als bisher Anholt. Aber zu diesem Anlass ergibt die Internet-Recherche, dass das Angebot in der gewünschten zehn Meter Klasse niederschmetternd ist. Und das hat offenbar nicht nur mit dem späten Buchungs-Zeitpunkt zu tun.

Es gibt jede Menge Halberg Rassys in Übergröße und Bavarias im 40 Fuß Plus Bereich. Wohl für den gediegenen Männertörn. Je mehr Menschen sich eine Charteryacht teilen, um so erschwinglicher wird sie für den Segler, und um so größer ist die Gewinnspanne für den Vercharterer.

Familien sind nicht gerade das lukrativste Klientel. Dabei bin ich mir mit meiner Frau einig, dass für uns vier etwas um die 30 Fuß das richtige Boot ist. Erstaunlich, dass Vercharterer in dieser populären Klasse kaum Yachten im Programm haben.

Diese Größe bringt mehr Spielraum bei der Liegeplatzsuche in den überfüllten Dänemark-Häfen. Sie ist auch mal eben noch mit Körperkraft in eine Box zu schieben. Der geringere Tiefgang macht das Segeln entspannter als mit einem 40 Fuß Schiff. Der Komfort reicht aus, um einen verregneten Ostseetag unter Deck aussitzen zu können.

Deshalb war es spannend mit der Dehler 32 ein potenzielles Schiff in die Hand zu bekommen, und auf den Anspruch als Familien-Kutsche prüfen zu können. Wir sind dieses Boot zwar in Holland im Wettkampf-Modus gesegelt. Aber wir haben auch zu viert darauf geschlafen.

Fazit: Dieses Schiff, das durch die  optimierte Produktionsabläufe unter der Hanse Ägide günstiger als zuvor gefertigt werden kann, entspricht meinem Zwitter-Anspruch an sportliches Segeln und Familien-Kutsche optimal.

Wenn bei dem Ruderdruck Abhilfe durch ein anders balanciertes Ruder oder andere Maßnahmen geschaffen wird, ist das Feedback beim Segeln groß genug, um Segelspaß zu erzeugen. Und der verregnete Pizza-Abend unter Deck hat auch die Ostsee-Tauglichkeit gezeigt.

Dehler will mit seiner 32 den Ruf der Sportlichkeit  wiederbeleben, der in der Vergangenheit durch Yachten wie die db2 oder die Sprinta Sport gegründet wurde. Mit diesem Schiff könnte es gelingen.

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Carsten Kemmling

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