Dumm gelaufen: Chaos an der Luvtonne – Russen sorgen für Massen-Crash

Kettenreaktion

Das Manöver “Shooting the mark” – einen Aufschießer an der Luvtonne machen – gehört zu den Standards beim Regattasegeln. Aber das kann mächtig in die Hose gehen.

Bei der RC44 Weltmeisterschaft vor dem portugiesischen Cascais ist es zu einer interessanten Kettenreaktion gekommen. Das russische Bronenosec-Team steuert auf Rang zwei die Luvtonne an, ist ein wenig knapp auf der Anliegelinie, versucht sich nach einem Aufschießer mit der Restfahrt um die Tonne zu quetschen, bleibt in der Welle stehen, treibt in eine Wende, und wird damit zum Hindernis für die nachfolgende Flotte.

Ohne Frage haben die Russen kein Wegerecht nach der Wende als sie ohne Fahrt und Kontrolle mit Wind von Backbord vor dem anstürmenden Feld liegen. Aber der nächste große Fehler passiert dann dem drittplatzierten Boot.

Skipper und Taktiker antizipieren nicht die Probleme des Gegners, wenden zu früh, um ihn passieren zu können, müssen zum Verhindern der Kollision erneut wenden, und liegen dadurch ebenfalls im Weg des restlichen Feldes. Die Kettenreaktion setzt sich fort.

So entsteht die skurrile Situation, dass sich sieben von acht Yachten im Feld ineinander verhaken. Ohne Fahrt sind die Kohlefaser-Rennschüsseln mit der schmalen Kielfinne kaum zu beherrschen. Sie treiben rückwärts.

Aber irgendwann löst sich auch dieser Knäuel auf, und größere Schäden konnten vermieden werden. Am Ende gewinnt der Russe Vladimir Prosikhin mit seinem Nika Team und Profi-Taktiker Dean Barker diese WM. Das Feld der von Russell Coutts konstruierten Einheitsklasse ist in dieser Saison auf acht Yachten zusammengeschrumpft. Zu Hochzeiten etwa 2012 war es einmal die doppelte Anzahl.

Das Nika Team mit Taktiker Dean Barker gewinnt die WM. © Martinez Studio/RC44

 

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Die Russen sorgen mit einem Aufschießer an der Luvtonne für einen Stau beim RC44-Finale. © Team Aqua

Eventseite RC44

Ergebnisse Cascais WM:

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Carsten Kemmling

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