Nach einer Mini-Transat-Strapaze sind die Skipper froh, wenn ihre 6,50-Meter-Schiffchen wie üblich huckepack zurücktransportiert werden. Der Schweizer Sieger Mathis Bourgnon trat auf eigenem Kiel die Heimreise an und verschätzte sich ordentlich. Wie er sich trotz Ruder-, Großsegel- und Kielschaden zu den Azoren rettete.

Das Leben ist ein ewiges Auf und Ab. Vor allem Hochseesegler können ein Liedchen davon singen. Wobei diesmal nicht die Wellenberge und -täler der Ozeane gemeint sind, sondern die Launen, mit denen das Schicksal uns ins Licht des Erfolgs setzt oder eben Stürme schickt, die uns bis an die Grenze des Erträglichen prüfen – oft liegt beides dichter beieinander, als uns lieb ist.
Lieber segeln statt huckepack auf dem Frachter
Mathis Bourgnon hat jedenfalls diese Erfahrung gemacht. Nach seinem überraschenden Sieg bei der Mini-Transat 2025 in der Prototypen-Wertung hatte er „noch nicht genug vom Alleinsein auf See, von der Weite des Atlantiks, vom Leben auf einem 6,50 m kurzen Boot“, wie er den französischen Medien kurz nach seinem Sieg auf Guadeloupe erzählte. Also wählte er einen für Ministen eher ungewöhnlichen Rückweg: Statt seinen Scow-Prototypen wie alle anderen Teilnehmer der Mini-Transat auf einen Frachter für die Rückkehr nach Europa zu kranen, startete er eine Woche nach der Siegerehrung wieder Richtung Osten.
Logischerweise mit den atlantischen Strömungssystemen, also auf einer eher nördlichen Route, vorbei an den Azoren, die im Winter als besonders hart gilt. Eine Entscheidung, die zum einen Geld sparte – eine Huckepack-Transat auf einem Frachter kostet selbst für die kurzen Minis gut 8000 Euro. Andererseits macht so ein Törn auch PR-spezifisch für die Geldgeber „etwas her“: Mathis wollte im Rahmen eines Sponsorships auf Menschen hinweisen, die unter einer Mastzellenerkrankung leiden (eine massive Störung des Immunsystems).
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