EM auf dem Attersee: Deutscher Doppelerfolg durch Lutz/Beucke und Fischer/Graf

Furiose 49er

Grandioser Gold-Triumph für die deutschen Skiff-Segler: Bei der Europameisterschaft gab es einen noch nie dagewesenen Doppelerfolg. Sowohl Tina Lutz/Susann Beucke als auch Tim Fischer/Fabian Graf krönten sich in dieser stark verkürzten Saison zu Europameistern auf dem Attersee.

So sehen Siegerinnen aus. Nach der Kieler Woche siegten Tina Lutz und Susann Beucke nun auch bei der EM auf dem Attersee. Foto: Tobias Stoerkle

Die 49er-Klasse ist spätestens seit dem Bronzemedaillen-Gewinn der Peckolt-Brüder von Qingdao 2008 die deutsche Erfolgsklasse – mit der Fortsetzung von EM-, WM- und Olympiamedaillengewinnen durch Erik Heil/Thomas Plößel, Justus Schmidt/Max Boehme, Tim Fischer/Fabian Graf bei den Männern sowie Victoria Jurczok/Anika Lorenz und Tina Lutz/Susann Beucke bei den Damen in den vergangenen Jahren. Doch ein Doppel-Gold bei einer internationalen Meisterschaft gab es noch nie.

Mit der “1” auf dem Trikot starteten Lutz/Beucke in den Finaltag und verteidigten die Führung. Foto: Tobias Stoerkle

Auf dem Attersee in Österreich zeigten sowohl Fischer/Graf als auch Lutz/Beucke was es ausmacht, wenn man völlig befreit vom mentalen Druck agieren kann. Die Damen lösten gerade erst mit dem Gewinn der Kieler Woche ihr Premieren-Ticket für Olympia und agierten nun zur Europameisterschaft auf höchstem Niveau. Gleich zum Beginn der Serie setzten sie sich an die Spitze des Feldes und gaben diese Führung bis zum Schluss nicht mehr ab, auch wenn es durch einen Patzer zum Start in die Finalrunde noch einmal eng wurde mit dem Norwegen-Team Helene Naess/Marie Rönningen. Doch in den finalen Tag starteten Lutz/Beucke mit zwei zweiten Plätzen und konnten dann mit einem zwölften und elften locker zum Titelgewinn austrudeln lassen. Ein Erfolgsgarant für Lutz/Beucke war die Top-Geschwindigkeit. Selbst wenn es nach dem Start nicht gut aussah, arbeiteten sie sich durch das Feld und verdienten sich das EM-Gold.

Zur Siegerehrung ließ es sich Susann Beucke nicht nehmen, den gerade gewonnen Champus für eine Schaumwein-Dusche für die zweitplatzieren Naess/Rönningen (Norwegen) und die Bronze-Gewinnerinnen Julia Gross/Hanna Klinga (Schweden) zu nutzen. Für Lutz/Beucke ist es der zweite EM-Titel nach 2017, als sie vor Kiel die kontinentale Meisterschaft gewannen.

Zur Kieler Woche fanden Tim Fischer und Fabian Graf wieder zusammen und sind nun wieder voll auf die Erfolgsspur eingebogen. Foto. Tobias Stoerkle

Das zweite Gold für den DSV ist wohl das Comeback des Jahres. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation im Februar waren Tim Fischer/Fabian Graf eigentlich getrennte Wege gegangen. Graf probierte sich in verschiedenen Klassen (470er, Kiten) aus. Doch zur Kieler Woche probierten es die beiden WM-Dritten von 2018 noch einmal. Und das Duo zeigte gleich wieder gute Ansätze mit einigen Top-Einzelergebnissen. Die EM sollte dann ein weiterer Testlauf sein, ob sich die gemeinsame Karriere bis 2024 fortsetzen lässt.

Das Ergebnis spricht für sich: Fischer/Graf begannen mit einem Tagessieg, waren nach der Qualifikationsrunde auf Medaillenkurs und übernahmen dann mit dem Einstieg in die Goldgruppe die Gesamtführung. Der letzte Tag war durchsetzt mit zwei Top- und zwei mittleren Ergebnissen. Doch es reichte, um die Hausherren Benjamin Bildstein/David Hussl sowie wie Ex-Weltmeister Sime und Mihovil Fantela (Kroatien) auf Distanz zu halten.

Nach dem grandiosen Jahresauftakt mit dem Gewinn des WM-Titels durch Philipp Buhl im Laser und der WM-Bronzemedaille durch Erik Heil/Thomas Plößel im 49er findet das Jahr für den DSV einen ebenso goldenen Abschluss.

Bei den parallel ausgetragenen EM der Nacra 17 landeten Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer auf Rang zehn. Der Titel ging an die Italiener Ruggero Tita/Caterina Banti vor Quentin Delapierre/Manon Audinet (Frankreich) und Vittorio Bissaro/Maelle Frascari. Kohlhoff/Stuhlemmer nahmen mit dem zehnten Platz die letzte sportliche Hürde in Richtung Tokio. Alle Voraussetzungen für eine Olympia-Nominierung sind nun durch die deutschen Youngster erfüllt. Für Paul Kohlhoff wären es die zweiten Spiele, für Alica Stuhlemmer die Olympia-Premiere.

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Ralf Abratis

... ist unser Mann aus der "Segelhauptstadt" Kiel. Mehr zu ihm findest Du hier.

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