Extreme Sailing Series: Alinghi siegt trotz Rigg-Verlust in Madeira

Wie eine Bahnschranke

Das Schweizer Alinghi Team hat beim Act 6 der Extreme Sailing Series in Madeira seinen Mast verloren. Der Vorfall ist im Video zu sehen. Red Bull rasiert ein Stag ab.

Alinghi war in der Wartephase kurz vor dem Start, als Red Bull mit Skipper Roman Hagara aus der Luvposition abfiel, und an der Linie entlang fuhr, um seine Position zu verändern. Das österreichische Team beschleunigte so sehr, dass es sich auf Tragflächen hob. Dabei blieb es mit dem hinteren Teil des Katamarans am Stag von Alinghi hängen, das die Spitze des Bugspriets mit der Rumpfspitze verbindet. Dadurch kippte das gesamte Rigg mit dem 16,5 Meter hohen Karbon-Mast wie eine Bahnschranke nach hinten.

Red Bull gab das Rennen auf und wurde für den nächsten Lauf mit einer 15-Sekunden-Strafe belegt. Für Alinghi wirkte sich der Unfall nicht negativ auf die Ergebnisse aus, obwohl das Team in fünf Rennen nicht starten konnte. Es erhielt ein Mittel der bisherigen Punkte und konnte Dank starker Leistungen in den ersten sieben Läufen die Serie auf Madeira gewinnen.

Steuermann Arnaud Psarofaghis sagt: “Wir konnten nichts tun, um ihnen auszuweichen. Das passierte alles sehr schnell und als sie uns trafen, verloren wir das Rigg. Aber niemand wurde verletzt, und das ist die Hauptsache.”

extreme sailing mastbruch

Alinghis Mast kippt nach hinten nach einer Kollision mit Red Bull. © Lloyd Images

Die Abschluss Pressemitteilung zum Event:

Das Schweizer Team Alinghi hat am Sonntag auf dem Segelrevier vor der portugiesischen Insel Madeira in eindrucksvoller Manier Act 6 der Extreme Sailing Series™ gewonnen. Am Vortag hatte die Mannschaft noch den 16,5 Meter langen Mast seines GC32-Katamarans verloren. Ursache war ein Zusammenstoß mit dem österreichischen Red Bull Sailing Team bei hoher Geschwindigkeit. Der Unfall zwang die erfahrene Mannschaft zum Rückzug von den letzten vier Rennen des Samstags und drohte auch den Start am Sonntag zu gefährden.

Dank eines intensiven Arbeitseinsatzes seines Shore-Teams konnte Alinghi dann am Sonntag doch noch starten. Das Segelteam bedankte sich bei seinen Kollegen an Land mit Siegen in den beiden einzigen Wettfahrten, die bei leichten Winden ausgetragen werden konnten. Damit gelang auch der Gesamtsieg bei Act 6.

Das Red Bull Sailing Team segelte beim sechsten Act zum dritten Mal auf den zweiten Platz. Beim Debüt der Extreme Sailing Series auf Madeira vervollständigte Oman Air auf Platz drei liegend das Podest.

Mit diesem Erfolg konnte Alinghi in der Saisonwertung bis auf drei Punkte zu dem Gesamtführenden Oman Air aufschließen. Zwei weitere Acts stehen noch aus: In weniger als zwei Wochen geht es nach Lissabon, im Dezember steht dann Sydney in Australien auf dem Programm.

Alinghis Steuermann Arnaud Psarofaghis widmete den Sieg seinem Shore-Team, das die ganze Nacht hindurch gearbeitet hatte, um einen Start am Finaltag doch noch zu ermöglichen. Für Alinghi war es nach Sankt Petersburg der zweite Erfolg in Folge.

„Wir freuen uns sehr, dass wir hier auf Madeira siegen konnten“, sagte Psarofaghis, „nach dem Unfall gestern hat das Shore-Team großartige Arbeit geleistet, um das Boot zu reparieren und uns den Start zu ermöglichen. Dieser Sieg gehört ihm. In der Gesamtwertung sind wir nun dicht dran an Oman Air, und wir werden bis zum Ende kämpfen.“

Auch das Red Bull Sailing Team kämpfte in der Nacht gegen die Zeit. Es galt, die bei dem Zusammenstoß beschädigten Rümpfe der GC32 zu reparieren. Dies gelang, und das Team segelte zum Abschluss zweimal aufs Treppchen. In der letzten Wettfahrt, in der die doppelte Punktzahl vergeben wurde, erreichte es den zweiten Platz. Vor dem vorletzten Act liegt das unter österreichischer Flagge segelnde Team von Roman Hagara damit in der Saisonwertung nur zwei Punkte hinter Alinghi. Der Gesamtsieg erscheint damit weiterhin möglich.

„Wir hatten seit längerer Zeit vor, Oman Air zu schlagen, und das ist uns hier gelungen“, sagte Hagara. „Dieser zweite Platz ist für das Team ein großer Erfolg und das Ergebnis eines echten Kraftakts nach dem Zusammenstoß mit Alinghi. Dass wir es geschafft haben, das Boot wieder an den Start zu bringen und dann auch noch Oman Air zu schlagen, ist brillant. Wir wissen, dass wir Alinghi und Oman Air schlagen können, und deswegen freuen wir uns wirklich auf das nächste Event in Lissabon.“

Obwohl Oman Airs Vorsprung im Gesamtklassement etwas zusammengeschmolzen ist, kündigte Skipper Morgan Larson an, dass sein Team in Lissabon noch stärker sein werde. „Die Mannschaft ist wirklich gut gesegelt, auch wenn die Ergebnisse das nicht widerspiegeln“, sagte er. „Ich habe am Start einige Punkte liegen gelassen, da muss ich besser werden. Wir erwarten wieder leichte Winde, und wir müssen aus dem, was wir hier gelernt haben, die richtigen Schlüsse ziehen.“

Das dänische SAP Extreme Sailing Team verpasste das Podest nur knapp, trotz vierer Siege, einem zweiten und drei dritten Plätzen in den 14 Rennen des Acts, und lag am Ende vor Sail Portugal – Visit Madeira auf dem vierten Rang. Land Rover BAR Academy kam auf Platz sechs. Das dank einer Wildcard an den Start gegangen US-Team Vega Racing wurde siebter. Der zweite Platz im 13. Rennen zeigte aber das Potenzial der Neulinge rund um Skipper Brad Funk auf.

In weniger als zwei Wochen beginnt schon der vorletzte Act dieses Jahres. zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte macht die Extreme Sailing Series dann vom 6. bis 9. Oktober in Lissabon Station.

Extreme Sailing Series™ Act 6, Madeira, Gesamtwertung nach Tag 4, 14 Rennen (25.09.16)
Rang / Team / Punkte
1. Alinghi (SUI) Arnaud Psarofaghis, Nicolas Charbonnier, Timothé Lapauw, Nils Frei, Yves Detrey 166 Punkte.
2. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans Peter Steinacher, Stewart Dodson, Adam Piggott, Brad Farrand 153 Punkte.
3. Oman Air (OMA) Morgan Larson, Pete Greenhalgh, James Wierzbowski, Ed Smyth, Nasser Al Mashari 150 Punkte.
4. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Mads Emil Stephensen, Pierluigi De Felice, Renato Conde 141 Punkte.
5. Sail Portugal – Visit Madeira (POR) Diogo Cayolla, Frederico Melo, Nuno Barreto, Luís Brito, João Matos Rosa 127 Punkte.
6. Land Rover BAR Academy (GBR) Neil Hunter, Chris Taylor, Will Alloway, Sam Batten, Rob Bunce 122 Punkte.
7. Vega Racing (USA) Brad Funk, Tom Buggy, Nick Thompson, Zé Costa, Mac Agnese 111 Punkte.

Extreme Sailing Series™ 2016 Saisonwertung
Rang / Team / Punkte
1. Oman Air (OMA) 68 Punkte.
2. Alinghi (SUI) 65 Punkte.
3. Red Bull Sailing Team (AUT) 63 Punkte.
4. SAP Extreme Sailing Team (DEN) 52 Punkte.
5. Land Rover BAR Academy (GBR) 46 Punkte.
6. Sail Portugal – Visit Madeira (POR) 42 Punkte.
7. CHINA One (CHN) 29 Punkte.
8. Team Turx (TUR) 11 Punkte.

 

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