Extreme Sailing Series: Italiener kentern vor dem Opernhaus – Cup Teams ausgeschlossen

Immer wieder aufstehen

Watch the video! Lino Sonego Team Italia’s capsize in 30-knot gusts on Sydney Harbour.

Posted by Extreme Sailing Series on Donnerstag, 10. Dezember 2015

Es ist schwer, die aktuelle Auflage der Extreme Sailing Series spannend zu finden. Da muss schon eine Kenterung herhalten. Im nächsten Jahr kann es spannender werden.

Extreme Sailing Series

Das italienische Team kentert auf dem Revier direkt vor dem Opernhaus. © EXSS

 

 

Das Finale der Extreme Sailing Series findet zurzeit in Sydney direkt vor dem Opernhaus statt, wo 2000 das legendäre olympische Match Race Finale zwischen der Schümann- und Bank-Crew ausgetragen wurde. Eine bessere Kulisse kann man sich nicht wünschen für ein Segelevent, das Zuschauer begeistern soll.

Crash und Bruch

Aber der sportliche Wert ist schwer darzustellen. Denn längst sind bei der Serie, die im Sommer im Hamburger Hafen für ein großes Spektakel gesorgt hat, nicht mehr die besten Segler der Welt am Start. Zu spät ist der Wechsel zu den GC32 Foilern erfolgt, mit denen im nächsten Jahr über die Stadtkurse gerast werden soll.

Da muss schon eine Kenterung herhalten, um die alten 40 Fuß-Katamarane einmal wieder ins Rampenlicht zu rücken. Das uneingespielte italienische Team wird von einer 30 Knoten Böe erwischt und kippt um.

Am Vortag hat es schon viele Crashes und Bruch gegeben, so dass das Feld von neun Booten auf teilweise nur fünf zusammen schrumpfte. Den Teams fehlt offenbar das Geld, um sich professionell auf die Rennen vorzubereiten.

Cup Teams dürfen nicht starten

Mit den Foilern könnte es ab 2016 besser werden. So wird auch Alinghi wieder am Start erwartet. Allerdings darf die Rennserie nicht auf einen Aufmerksamkeit-Schub durch den America’s Cup hoffen, der seit vielen Jahren für temporäre Visiten einiger Cup Teams sorgte.

Im Gegenteil, diesmal ist es den Teilnehmern am America’s Cup sogar ausdrücklich verboten, an der Extreme Sailing Series teilzunehmen. Die Amerikaner wollen offenbar ihre eigene World Series schützen, die 2016 auf sechs Events aufgestockt werden soll.

Damit wird auch der überlegen in der Gesamtwertung führende Leigh McMillan nicht mehr für das The Wave Muscat Team aus dem Oman starten dürfen. Denn der Brite ist von Ainslie für sein Cup Team verpflichtet worden.

Aber die Macher der Rennserie sind dafür bekannt, dass sie immer wieder aufstehen. So oft waren sie schon totgesagt worden, und immer noch gibt es sie. Die Idee des Live Segelns vor Zuschauern funktioniert. 2016 wird es umso spektakulärer, wenn die Foiler abheben.

Hoffentlich wird dabei auch genügend auch an die Sicherheit der Segler gedacht. Denn der GC32-Unfall von Franck Cammas zeigt, welche Waffen die modernen Fluggeräte sein können.

Ergebnisse Extreme Sailing League Finale 2015

Eventseite Extreme Sailing Series

 

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Carsten Kemmling

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4 Kommentare zu „Extreme Sailing Series: Italiener kentern vor dem Opernhaus – Cup Teams ausgeschlossen“

  1. avatar pl_christoph002 sagt:

    Hallo Karsten, Du meinst die besten Segler der Welt würden nicht mehr dabei sein, zu spät wäre der Switch auf die GC32 erfolgt? Darf ich daran erinnern, dass Leigh McMillan, der in Sydney drauf und dran ist die Serie zu gewinnen, auch die GC32 Saisonwertung für sich entschieden hat? Eine Person einmal siegreich, aber nicht bei unter den Besten der Welt und dann wieder doch? Wohl kaum. Schau mal in die Ergebnislisten aus dem Vorjahr und sieh nach, wo die AC Segler gelandet sind, Barker, Cammas, Ainslie. Schöne Grüße, Christoph Stadler

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  2. avatar Schnappi sagt:

    Ich finde die geringe Spannung und Aufmerksamkeit zeigt einfach, wie schwachsinnig und langweilig dieses Katamaransegeln ist. Wir sind inzwischen da angekommen, wo die Formel 1 schon lage ist: Warten auf Kenterungen, Bruch, Verletzungen. Das Foilen wird es nicht besser machen, damit wird das extreme Ecken geheize noch langweiliger. Ansonsten kann ich nich verstehen, warum kurz vor Sydney to Hobart das im Segelbegeisterten Sydney nicht mehr Aufmerksamkeit bekommt. Bank gegen Schümann – das war spannend. Da hatte man auch noch Zeit, zu erfassen was passiert.

    ^^

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    • avatar WB sagt:

      Klar Schnappi deshalb hatte der AC und deshalb haben die spaktakulären Multihull Rekorde auch ein Medienintresse von dem die konservative Segellei nur träumen kann. Deshalb gucken Millionen die Formel 1. Es ist zweifellos schön das es so ein großes Spektrum in unserem Sport gibt, aber etwas langweiligeres als eine konventionelle Dreiecksregatta mit langsamen Einrumpfbooten gibt es für Außenstehende wohl nicht. Wir schreiben das Jahr 2015 und man muss wohl auch in der konservativen Segelecke endlich akzeptieren das die Welt sich weiter gedreht hat. Foils, Multis, athletisch zu segelnde Skiffs, Kitesurfer sind heute die Botschafter des Segelsports. Alles andere ist Nostalgie.

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  3. avatar Banging the corners sagt:

    Aber Ballern ist geil

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