Extreme Sailing Series Cardiff: The Wave Muscat vor Alinghi und SAP

Bord an Bord Kämpfe

Der America’s Cup versucht durch High Tech und Speed zu überzeugen, die Extreme Sailing Series setzt auf enge Fleetraces mit gleichen Booten.

Extreme Sailing Series, Cardiff

Bord an Bord Kämpfe mit den X40 Katamaranen in Cardiff. © Lloyd images

Pressemitteilung: Mehr als 120.000 Zuschauer – Rekord in der siebenjährigen Geschichte der Extreme Sailing Series™ – strömten an den vier Tagen der Extreme Sailing Series presented by Land Rover an die Bucht von Cardiff, um sich die Seeschlacht aus allernächster Nähe anzusehen.

Leigh McMillans team The Wave, Muscat, präsentierte sich am Finaltag in Top-Form und gewann drei von sieben Wettfahrten. Das Team aus Oman verlässt Cardiff als Champion und hat auch in der Saisonwertung die Führung zurückerobert. Trotz des Sieges in Cardiff erwartet McMillan aber einen harten Kampf um den Gesamtsieg bis zum Ende der Saison: “Dieser Sieg hat uns kein zusätzliches Selbstvertrauen geschenkt. Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Es wird bis Brasilien noch ein großer Kampf.“

Tunnicliffe, Alinghi

Die vielleicht beste aber sicher stärkste Seglerin der Welt Anna Tunnicliffe hilft bei Alinghi aus. © Lloyd Images

Leigh McMillan und seine Crew mit Musab Al Hadi, Hashim Al Rashdi, Pete Greenhalgh und Ed Smyth erwischte am letzten Tag perfekte Starts, konnte die Rennen dominieren und sicherte sich damit bei sehr leichten Winden einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Das Team zeigt eine sehr konstante Leistung und siegte im Laufe der Woche in elf Wettfahrten.

Zurück im Hafen verriet ein gutgelaunter McMillan sein Erfolgsrezept: „Wir waren in der Lage, sehr schnell auf die leichtesten Winddreher zu reagieren, und das hat die Sache wahrscheinlich für uns entschieden. Wir wussten genau, was wir wollten, und haben unseren Plan exakt umgesetzt. Außerdem sind die Jungs einfach klasse gesegelt und haben mich mit den richtigen Informationen beliefert. Nachdem wir einmal gut in den Tag gestartet waren, sind wir diesen Weg einfach weitergegangen. Wir hatten uns vorgenommen, gut zu segeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen, und das haben wir dann auch getan.”

Während das Publikum am Bank Monday, einem Feiertag, die Sonne genoss, nahm auf der Rennbahn der drehende Wind immer weiter ab und es wurde für die Segler immer schwieriger, die richtige Taktik zu finden. Unter diesen schwierigen Bedingungen – die vielleicht schwierigsten der Saison – wurden Fehler gnadenlos bestraft.

Speeddream, Extreme Sailning

Der extreme Neigekieler SpeedDream ist in einem Show Rennen gegen die Katamarane angetreten. © Lloyd Images

Morgan Larson und die Schweizer Alinghi Team bekamen das deutlich zu spüren. Ein schlechter Start in der zweiten Wettfahrt und ein Penalty für eine Bahnmarkenberührung im fünften Rennen erwiesen sich als kostspielig und erlaubten McMillan, seinen Vorsprung auszubauen.

Wieder im Hafen, blickte Larson, der in Cardiff das Ruder von Ernesto Bertarelli übernommen hatte, schon wieder nach vorne: „The Wave, Muscat oder wir – einer musste in der Gesamtwertung nach vorne preschen, und das waren die anderen. Aber wir haben noch zwei Events vor uns, wir bleiben zuversichtlich und freuen uns darauf, dass Ernesto zurückkehrt. Ich persönlich freue mich darauf, auf dem Boot etwas weiter vorne zu arbeiten.“

Wie SAP Analytics zeigte, wechselten die Podestplätze im Finallauf mit jedem Manöver. Dem SAP Extreme Sailing Team gelang es dabei, die Angriffe des österreichischen Red Bull Sailing Team abzuwehren und sich zum dritten Mal in dieser Saison einen Platz auf dem Siegertreppchen zu sichern.

„Das war ein extrem enges Rennen. Die Führung wechselte permanent. Bei den vielen Winddrehern wusstest du nie, ob du gerade vorne lagst oder nicht“, sagte ein überglücklicher Rasmus Kostner vom SAP Extreme Sailing Team: „Der dritte Platz ist für uns eich toller Erfolg. Das war bei dieser Veranstaltung unser Ziel. Wir wollten herausfinden, ob wir gegen einige sehr gute Teams den dritten Rang erobern könnten. Wir sind sehr glücklich, dass uns das gelungen ist.“

Als neues Team war in Cardiff ChinaSpirit am Start, schaffte mit Platz sechs gleich ein eindrucksvolles Debüt auf der Extreme 40 und zeigte, dass es durchaus vorne mitmischen kann. Skipper Phil Robertson gewann viel Selbstvertrauen und freute sich schon auf Nizza:

„Cardiff war fantastisch. Es ist großartig, dass wir dabei waren. Wir haben unsere Erwartungen mehr als erfüllt und freuen uns, dass wir gegen starke Teams ein paar Mal vorne mit dabei waren. In Hinblick auf Nizza haben wir noch ein paar Stellschrauben, an denen wir drehen können, und wir haben noch viel Spielraum, um uns zu verbessern. Vor dem Wind und bei fast Flaute zu starten, ist eine Kunst, und wir werden das bis zum nächsten Event üben, um dann noch stärker zu sein.“

Die Heimmannschaft Team Wales Land Rover mit dem jungen Talent Dave Evans als Skipper wurde von den 120.000 Fans begeistert angefeuert, die sich an den vier Renntagen an den besten Aussichtspunkten der Bucht von Cardiff einfanden – sehr zur Freude von Evans: „Das bedeutet uns sehr viel! Dies ist ein Wettkampf und wir können zeigen, was wir drauf haben. Aber es ist auch toll für Cardiff, diese Boote hier zu erleben, mit einigen Jungs aus der Gegend an Bord!“

Evans zeigte sich beeindruckt von seinem Umstieg auf die Extreme 40: „Das ist so, als wenn du ein neues Auto bekommst und damit sofort auf die Rennstrecke gehst. Du musst erst einmal lernen, wie schnell du die Kurven angehen darfst, wann du wieder beschleunigen solltest und ähnliches mehr. Die Jungs, die hier an den Start gehen, verstehen wirklich ihr Handwerk, und wir sind stolz darauf, dass es uns ein paar mal gelungen ist, die anderen unter Druck zu setzten!“

Im Race Village herrschte über das Bank-Holiday-Wochenende Festival-Stimmung. Viele Waliser strömten zum Hafen. Die Segler bewiesen auch an Land unbedingten Siegeswillen und kämpften in der DoomBar um den Titel des fittesten Sportlers.  Graeme Spence, Bugmann des Red Bull Sailing Team und Match-Race-Weltmeister, hat sich mit der neunt fittesten Frau der Welt und Olympiasiegerin Anna Tunnicliffe (Alinghi) in der DoomBar beim Speed Rowing gemessen.

Bei einem anderen Geschwindigkeitswettbewerb demonstrierte das SpeedDream Team der britischen Vendée Globe Legende Mike Golding sein Können auf dem Wasser. Der Prototyp SpeedDream verbindet radikales Design mit Technologie und soll einmal das schnellste Einrumpfboot der Welt werden.

Die nächste Station der Extreme 40 Flotte ist Nizza an der französischen Riviera. Der vorletzte Act in diesem Jahr vom 3. bis 6. Oktober ist zugleich der letzte Wettbewerb in Europa.

Eventseite Extreme Sailing Series

 

Extreme Sailing Series 2013, Act 6, Cardiff presented by Land Rover, Endstand nach Tag 4, 28 Rennen (26.8.13)

Rang / Team / Punkte

1. The Wave, Muscat (OMA) Leigh McMillan, Ed Smyth, Pete Greenhalgh, Musab Al Hadi, Hashim Al Rashdi 239 Punkte.
2. Alinghi (SUI) Morgan Larson, Anna Tunnicliffe, Pierre Yves Jorand, Nils Frei, Yves Detrey 225 Punkte.
3. SAP Extreme Sailing Team (DEN) Jes Gram-Hansen, Rasmus Køstner, Pete Cumming, Mikkel Røssberg, Nicolai Sehested 223 Punkte.
4. Red Bull Sailing Team (AUT) Roman Hagara, Hans Peter Steinacher, Matthew Adams, Simon Cooke, Graeme Spence 212 Punkte.
5. Realteam (SUI) Jerome Clerc, Bruno Barbarin, Tanguy Cariou, Cédric Schmidt, Thierry Wassem 180 Punkte
6. ChinaSpirit (CHN) Phil Robertson, Garth Ellingham, William Wu, James Williamson, Nick Catley 162 Punkte.
7. GAC Pindar (NZL) Brad Farrand, Ian Williams, Thomas Hedegaard, Thomas Bentham, Tom Blampied 135 Punkte.
8. Team Wales Land Rover (GBR) Dave Evans, Chris Grube, Bleddyn Mon, Tudur Owen, Trystan Seal 125 Punkte.

Extreme Sailing Series 2013, Gesamtwertung nach Act 6, Cardiff presented by Land Rover

Rang / Team / Punkte

1. The Wave, Muscat (OMA) 46 Punkte
2. Alinghi (SUI) 45 Punkte.
3. Red Bull Sailing Team (AUT) 37 Punkte.
4. SAP Extreme Sailing Team (DEN) 35 Punkte.
5. Realteam (SUI) 28 Punkte.
6. GAC Pindar (NZL) 26 Punkte.
7. Team X Invitational 21 Punkte.
8. Team Korea (KOR) 16 Punkte.

 

Spenden
http://blueocean.berlin/magicmarine-team-werden/

2 Kommentare zu „Extreme Sailing Series Cardiff: The Wave Muscat vor Alinghi und SAP“

  1. avatar Philipp sagt:

    um einiges intressanter wie der AC bzw LVC 😉
    mehr davon!

    Like or Dislike: Daumen hoch 2 Daumen runter 5

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