Extreme Sailing Series: Saisonauftakt in Singapur

Hagaras erster Sieg

Red Bull Sailing Team gewinnt erstmals überhaupt einen Act der Regattaserie. Dänen vom SAP Extreme Sailing Team knapp geschlagen, aber vor Topfavorit The Wave, Muscat. Welches deutsche Team könnte in Hamburg starten?

Gefeierte Sieger: Zum ersten Mal gewann das Red Bull Sailing Team von Roman Hagara in Singapur einen Act der Extreme Sailing Series.  Foto: Mark Llayd Images

Gefeierte Sieger: Zum ersten Mal gewann das Red Bull Sailing Team von Roman Hagara in Singapur einen Act der Extreme Sailing Series. Foto: Mark Llayd Images

Jahrelang hat Roman Hagara auf diesen Moment warten müssen. Nun gewann der Doppel-Tornado-Olympiasieger aus Österreich mit dem Red Bull Sailing Team zum ersten Mal einen Act der Extreme Sailing Series. Beim Saisonauftakt der Tour 2015 in Singapur siegten Hagara und sein Stammvorschoter Hans-Peter Steinacher mit neuer Crew knapp vor den Dänen Rasmus Kostner und Jes Gram-Hansen (SAP Extreme Sailing Team). Dem zweimaligen Champion Leigh McMillan von The Wave, Muscat blieb nur Bronze.

Begünstigt durch den Ausstieg mehrerer Top-Teams wie Alinghi und Groupama schien die Zeit reif für einen Triumph des Burgenländers Hagara. „Die jungen Segler an Bord gepaart mit unser Erfahrung haben den Ausschlag gegeben“, sagte der Steuermann, der Jason Waterhouse, Shaun Mason und Stewart Dodson aus dem von ihm selbst organisierten Youth America’s Cup rekrutierte. Mit hauchdünner Führung in den Schlusstag gegangen behielt das Red Bull Sailing Team auch im doppelt zählenden Finalrennen diesmal die Nerven und übernahm die Spitze im ersten Gesamtklassement.

Highspeed-Segeln im Stadion: Der Auftakt der Extreme Sailing Serie 2015 lockte in Singapur viele tausend Zuschauer an.  Foto: Lloyd Images

Highspeed-Segeln im Stadion: Der Auftakt der Extreme Sailing Serie 2015 – hier mit den beiden Spitzenteams aus Österreich und Dänemark – lockte in Singapur viele tausend Zuschauer an. Foto: Lloyd Images

Sehr wechselhafte Bedingungen mit stark drehenden und böigen wie löchrigen Winden hatten die Serie in Singapur beeinflusst. Taktische Vorausschau und schnelles Bootshandling waren gefragt. Entsprechend hatten die Newcomer wie das Leno Sonego Team Italia von Lorenzo Bressani und das türkische Beko Team Turx unter Skipper Edhem Dirvana, der Deutsch spricht, trotz des Routiniers Mitch Booth an Bord nur wenige lichte Momente. Eher überraschend wurde das Gazprom Team Russia (Igor Lisovenko) Vierter vor Oman Air (Stevie Morrison) und GAC Pindar (Seve Jarvin). Der „Heimmannschaft“ Team Aberdeen unter der Flagge Singapurs mit Nick Moloney an der Pinne blieb dagegen nur die Rote Laterne.

Wer eine Wildcard für die Gastgeber bei der Rückkehr der Extreme Sailing Series im Sommer nach Deutschland besetzen könnte, ist noch offen. Vom 23. bis 26. Juli gastiert der Rennzirkus in der Hamburger Hafencity auf der Elbe. Ein „lokaler Held“ würde dem Zuschauerinteresse in der Hansestadt sicher gut tun. Doch ein einmaliger Auftritt mit einem Charterboot kostet rund 100.000 €, die ein Sponsor in die Hand nehmen müsste. „Natürlich wäre ich sofort bereit und dabei“, sagt Roland Gäbler, der in den vergangenen Jahren schon sporadisch an der Regatta teilgenommen hat, obwohl er dabei zumeist unter dünnen Budgets litt.

Die guten alten Zeiten: Gleich zwei deutsche Teams bei der Extreme Sailing Series 2010 in Kiel auf der Bahn.  Foto: Sascha Klahn/Audi Sailing Team Germany

Die guten alten Zeiten: Gleich zwei deutsche Teams bei der Extreme Sailing Series 2010 in Kiel auf der Bahn. Foto: Sascha Klahn/Audi Sailing Team Germany

Auch das Sailing Team Germany soll schon Gespräche mit dem Veranstalter OC Sports über ein Gastspiel führen. Das hatte es zuletzt 2010 in Kiel gegeben, wo Gäbler als Team Wirsol und sein langjähriger Tornado-Gegner Johannes Polgar, inzwischen im Dienst von Audi mit Segelsponsoring befasst, gleich zwei deutsche Teilnehmer auf der Bahn stellten. Als Audi Sailing Team Germany gäbe es jedoch einen Markenkonflikt mit Land Rover, das die Extreme Sailing Series präsentiert. Den Knoten gilt es von allen Beteiligten durch Kreativität zu durchschlagen.

Endstand der Extreme Sailing Series in Singapur nach 32 Rennen:

1. Red Bull Sailing Team (Österreich) Roman Hagara 232 Punkte
2. The Wave, Muscat (Oman) Leigh McMillan 220
3. Gazprom Team Russia (Russland) Igor Lisovenko 213
4. Oman Air (Oman) Stevie Morrison 198
5. GAC Pindar (Großbritannien) Seve Jarvin 182
6. Lino Sonego Team Italia (Italien) Lorenzo Bressani 180
7. Beko Team Turx (Türkei) Edhem Dirvana 166
8. Team Aberdeen (Singapur) Nick Moloney 156

Das Top-Trio in Singapur lieferte sich bis zum letzten Rennen spannende Positionskämpfe.  Foto: Lloyd Images

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