Faszination Segeln: Hochgefühle beim Power-Glitsch in der Warnemünder Welle

"Jipppiee"

Am Wochenende fand das Zweitliga-Event bei perfekten Bedingungen in Warnemünde statt. Ein Video-Clip vom Yachtclub Berlin-Grünau hält einen perfekten Moment fest, der dafür steht, was Segeln ausmacht.

Stefan Meister hat nicht mehr viel Zeit, die Segelei so intensiv zu betreiben wie er es viele Jahre gewohnt war. Der 470er-Olympionike 2000 in Sydney und Deutsche Meister im Match Race beschäftigt sich als Physiker inzwischen mehr mit Siliziumphotonik für optische Verbindungen in Datenzentren als mit Pinne und Schot.

Jede Minute muss er sich hart erkämpfen, die er vom Zeitbudget aufwendet, das immer mehr für Familie und  Job zur Verfügung steht. Wenn er dann doch noch mal aufs Wasser kommt, ist es umso angenehmer, wenn sich die Segelei so sehr lohnt wie beim Zweitliga-Event in Warnemünde.

Der Steuermann des renommierten Yachtclubs Berlin-Grünau ist er zwar eine Leistung auf höherem Niveau als Platz elf gewohnt, aber mit kaum Training nach fast einem Jahr Abwesenheit vom Steuer reicht besonders bei Starkwind allein die Routine nicht für einen Spitzenplatz aus.

Aber allein dieser eine Glitsch ins Ziel, der im Video verewigt ist, dürfte ihn für den Aufwand der Teilnahme entschädigen. Dieser Moment wird noch lange seinen Platz im Gedächtnis behaupten, auch wenn Meister wieder am Schreibtisch sitzt.

Mit Vollgas rast er mit der J/70 über die Ziellinie und überholt noch Boote, die keinen Gennaker mehr gesetzt haben. Die Crew juchzt in Ekstase. “Jippieeh”, hört man sie in dem kleinen Video-Clip rufen. So muss es sein!

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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