Figaro 3: Verschiebung der dritten Sardinha-Cup-Etappe – Brechende Onedesign-Teile

Spektakuläre Rauschefahrt

Der Start der dritten Etappe des mit Spannung erwarteten Sardinha Cup für die umjubelte  neue Figaro 3-Klasse ist verschoben worden. Ein versagendes Ausrüstungsteil bringt die Crews in Gefahr.

Die neuen Figaro 3-Yachten von Bénéteau könnten das Aussehen von schnellen Fahrtenyachten nachhaltig verändern mit ihren aus der Bordwand ragenden Schwert-Profilen. Auch deshalb steht die neue Generation der Eihneheitsyachten, mit der die wichtigste französische Hochsee-Regattaserie bestritten wird, so sehr im Fokus.

Es ist längst nicht klar, wie sich die “Stützräder” im Rennbetrieb verhalten, aber die ersten Bewegtbilder zeigten schon spektakuläre Rauschefahrten.  Beim Sardinha-Cup, dem ersten echten Leistungstest vor der bretonischen Küste, haben die kleinen Offshore-Rennkisten auch schon mächtig Eindruck hinterlassen. Die letzten Meter zum Ziel vor Saint Gilles bei Nantes gerieten für die 33 Zweihand-Crews zur spektakulären Rauschefahrt (Video oben).

Start zur zweiten Etappe:

Nun ist aber ein echtes Problem aufgetreten. Einige Crews vermeldeten schwere Schäden an der Takelage. Die Saling-Beschläge am Mast halten nicht, was sie und die Werft bzw. Hersteller Sparcraft versprachen. Einige brachen, zwei Teams mussten aufgeben. Weitere Segler haben Schäden nach der Etappe festgestellt.

Große Sorgen

Das ist besonders ärgerlich, weil es sich bei den Figaro 3 um eine strikte Einheitsklasse handelt. Reparaturen können nicht einfach so vorgenommen werden. Das Material darf nur aus einer Quelle stammen.

Jérémie BEYOU Charal

Jérémie BEYOU kommt längst nicht so in Fahrt wie mit seinem Charal-IMOCA-Foiler © Breschi / Sardinha Cup

Insofern müssen die mehrfachen Rigg-Schäden den Organisatoren des Offshore-Auftakts große Sorgen machen. Es handelt sich offenbar nicht um einzelne Bedienungsfehler, sondern um Schwachstellen bei der Herstellung.

Figaro3, Saling

Auf dieser neuen Figaro 3 sind gleich zwei Saling-Befestigungen gebrochen. © DR

33 neue Figaro3 starten zur zweiten Etappe beim Sardinha Cup. © Breschi / Sardinha Cup

Weitere Probleme traten bei der Dichtung für die Foil-Einschübe auf. Einzelne Skipper berichten über Wassereinbrüche und daraus resultierende Schäden bei der Elektronik. Zwar sollen alle Boote nach ersten Auffälligkeiten beim Training verstärkt worden sein, aber das hat offenbar nicht ausgereicht.

470er-Champ gibt nun auch offshore Gas

Deshalb hat Wettfahrtleiter Francis Le Goff eine Verschiebung der dritten Etappe um zwei Tage vom heutigen Dienstag auf Donnerstag angeordnet. Bis dahin soll es allen Crews möglich sein, die Probleme mit dem bereitgestellten Material zu beheben.

Pierre LEBOUCHER und Erwan TABARLY rauschen auf Rang eins ins Ziel. © Breschi / Sardinha Cup

Die erste lange Etappe nach dem kürzeren Prolog haben Pierre Leboucher (38) und Erwan Tabarly (44) gewonnen. Tabarly ist ein Neffe des berühmten Eric und seit 20 Jahren im Shorthand-Zirkus unterwegs ohne die herausragenden Erfolge gefeiert zu haben.

Leboucher ist zweimaliger 470er Vize-Weltmeister und segelte 2012 bei den Olympischen Spielen in London auf Rang 7. Seit 2016 greift er ernsthaft auch im Hochseesegeln an, nahm zweimal an der Solitaire du Figaro teil und wurde parallel zweimal Vize-Europameister im Onedesign-Foiler Waszp.

Charles CAUDRELIER , Figaro

Charles CAUDRELIER zeigt, wie nass die Semi-Foiler segeln. © Breschi / Sardinha Cup

Das neuformierte Duo hält im aktuellen Sardinha-Cup-Ranking die Volvo Ocean Race Skipperin Samantha Davies (44) und Yann Elies (45), den dreifachen Figaro-Sieger und IMOCA Zweiten bei der vergangenen Route du Rhum, in Schach.

Volvo-Ocean-Race-Sieger Charles Caudrelier (45) rangiert mit Fabien Delahaye auf Rang acht, sein Navigator Pascal Bidegorry ist 11., IMOCA-Foiler-Skipper (Charal) Jeremy Beyou 14. und Hochsee-Legende Loick Peyron (59) musste nach Rang 19 im Prolog die zweite Etappe aufgeben.

Ergebnisse beim Sardinha Cup nach zwei Etappen

Eventseite Sardinha Cup

 

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Carsten Kemmling

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