Tornado-Rennen auf 1.400 Meter Kurs

Gäbler gewinnt neues Trave-Woche-Speedrace

Tornado vor Zuschauern. Die spektakuläre Klasse will wieder zu Olympia credit:Volvo

Einige tausend Menschen haben am Wochenende bei der 121. Travemünder Woche die ersten Segelrennen nach dem neuen Speedsailing Konzept von Mitinitiator Roland Gäbler auf der Trave verfolgt.

Die Tornado-Katamarane hatten sich nach den offiziellen Wettfahrten auf der Lübecker Bucht auf den 1.400 Meter kurzen, neuartigen Speedkurs begeben. Dabei siegten die Erfinder Roland und Nahid Gäbler aus Tinglev selbst.

Regattaleiter Walter Mielke hatte über Lautsprecher den Countdown zum ersten Start herunter gezählt, als acht Zweirumpfboote wenige Meter vor der Mole die günstigste Startposition bei frischen, böigen Nordwestwinden suchten.

Als die Kats auf die erste Wendemarke zuschießen, gerät auch Mielke aus dem Häuschen: „Wir werden vom Schicksal verwöhnt – besser können die Bedingungen nicht sein.“ Das Publikum dankt ihm die Umsetzung der Segel-Arena Trave mit Szenenapplaus.

Roland und Nahid Gäbler retten sich nach dem ersten mäßigen Vorlauf nur knapp ins Finale. „Obwohl wir alle Hände voll zu tun hatten, haben wir uns über die vielen Besucher natürlich tierisch gefreut“, erzählt die Dänin. „Die standen ja sogar gegenüber auf der Priwallseite Schulter an Schulter und schauten zu.“

Im zweiten Rennen sahen die Segelfans einen Blitzstart der Lokalmatadoren Helge und Christian Sach aus Zarnekau, die jedoch klar führend in ein Flautenloch kamen und die Endrunde verpassten. „Ständige Positionswechsel sind doch das Salz in der Suppe, auch wenn es uns diesmal erwischt hat“, so Steuermann Helge Sach, „das war trotzdem ein Riesen-Spaß.“

Auch im Finale gab es viele Positionswechsel. Gleich drei Crews leisteten sich einen Frühstart und wurden am Ende disqualifiziert. Und GER 1 mit den Gäblers rollte das Feld von hinten auf.

Wie zu seinen besten Zeiten steuerte der heutige Präsident der internationalen Klassenvereinigung seinen Tornado auch um große Hindernisse, wie Ausflugsdampfer und Museumsschiffe.

„Das muss wieder olympisch werden“, meinte Roland Gäbler, der für einen Platz seiner Klasse 2016 in Brasilien kämpft, nachdem die Tornados 2008 von der Olympia-Bühne gestrichen worden waren.

Der Ritterschlag für die Show kam von höchster Stelle. „Das waren doch bestimmt 30.000 Zuschauer entlang des Rennkurses“, zählte Rolf Bähr (Berlin) als Präsident des Deutschen Segler-Verbands (DSV), „das war eine traumhafte Werbung für unseren Sport.“

Und als wenige Minuten nach dem letzten Zieldurchgang schon die nächste Großfähre die Trave wieder für die Berufsschifffahrt beanspruchte, dankte Mielke allen Behörden für die Genehmigung eines unvergleichlichen Festivalspektakels; und die Gäblers sackten einen „Hunderter“ von der Spielbank Casino Travemünde sowie eine Flasche Champagner für die Helden des Tages ein.

Die Rennen in der Segel-Arena Trave sind jeden Tag ab etwa 17 Uhr geplant. Die genaue Startzeit hängt vom Regattaverlauf auf den Außenbahnen und den Durchfahrten der Großschifffahrt ab. Sie wird über Lautsprecher durchgesagt.

Nach den Tornados sind am Montag die Hobie Tiger und Wildcat dran, gefolgt von den Asso 99, den Hobie 16 sowie zweimal den Formula18-Katamaranen (Donnerstag/Freitag) und den A-Cats zum Schluss. Eine Wettfahrt dauert nur zirka eine Viertelstunde und wird live kommentiert.

Das ist einmal eine positive Initiative, die offenbar von Aktiven und Zuschauern sehr positiv wahrgenommen wird

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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