GC 32 Racing Tour: Foilen vor Kiel – vier Tage Flug-Action auf der Innenförde

„Der Geist des America’s Cup“

Sie gelten als Non-plus-Ultra der Hightech-Regattaszene. Ihre Deutschlandpremiere feiern die„fliegende Katamarane“ ab Donnerstag (30. Juli) für vier Tage beim GC32 Sailing Cup Kiel.

Die zehn Meter langen GC32-Rennmaschinen haben Foils, die den Katamaran mit beiden Rümpfen vollständig aus dem Wasser heben. Fünf internationale Top-Teams versprechen Action pur – direkt vor den Augen der Zuschauer auf der Kieler Innenförde. Die Rennen finden vormittags (11 bis 13 Uhr) und nachmittags (14:45 bis 17.30 Uhr) zwischen Seeburg und Blücherbrücke entlang der Kiellinie statt und werden live kommentiert. Sie zählen zur fünfteiligen Bullitt GC32 Racing Tour 2015.

GC32, Foiling, Kiel

Die GC 32-Foiler zählen mit zum schärfsten, was die Segelwelt derzeit zu bieten hat. Hier vor der Isle of Wight © Sander van der Borch

„Das wird ganz sicher ein Riesen-Spektakel, denn auf so einem engen Stadtkurs waren wir bisher noch nicht unterwegs“, sagt Leigh McMillan. Der Brite ist Skipper auf dem GC32 „Sultanat von Oman“ und führt die Regattaserie nach zwei Events an. „Die Kieler Förde wird eine ganz andere Strategie und Taktik als zuvor verlangen. Es wird viel mehr auf schnelle und geschickte Manöver ankommen“, glaubt der Steuermann, „das ist nicht ohne bei dem Speed.“

Segeln 3.0

Durch die Tragflächen erreichen die GC32 noch höhere Geschwindigkeiten, als herkömmliche Katamarane, die zumindest mit einem Rumpf im Wasser bleiben. Entworfen wurden die Boote von dem deutschen Konstrukteur Martin Fischer. Je nach Windstärke kommen sie auf allen Kursen, also auch am Wind in den Flugmodus. Es wurden schon Top-Speeds von rund 40 Knoten (rund 80 km/h) gemessen. „Das ist Segeln 3.0, für uns genauso wie für die Zuschauer“, findet Flavio Marazzi.

Der Schweizer skippert das Armin Strom Sailing Team und kommt mit einem Sieg aus Cowes/Südengland in die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Marazzi, auch GC32-Klassenpräsident, kletterte auf Rang zwei im Serienklassement. „Kiel ist für seine ausgezeichneten Segelevents angefangen bei der Kieler Woche weltberühmt“, so der ehemalige Starboot-Olympionike, „einen Besuch der Rennen wird sicher niemand bereuen.“ Denn schon für den Auftakt am Donnerstag, wenn es vormittags einige Testrennen gibt und nach dem Mittag die ersten Wertungsläufe stattfinden, sind frische westliche Winde vorhergesagt.

GC32, Foiling, Kiel

Die Bullit Racing Tour bringt Foiling dem “Volk” näher, sozusagen © sander van der borch

Einer der größten Namen im Regattasegelsport kommt ebenfalls aus der Schweiz. Alinghi hat zweimal den legendären America’s Cup gewonnen und wird in Kiel von Co-Skipper Morgan Larson aus den USA gesteuert. Zu seiner vierköpfigen Crew gehört unter anderem der deutschsprachige Segeltrimmer Nils Frei. Das hochkarätige Teilnehmerfeld komplettieren die beiden französischen Teams von Spindrift mit Skipper Yann Guichard und ENGIE mit Sebastien Rogues.

Im Herzen der Stadt

Der wohl prominenteste Gelegenheitssegler aus der Landeshauptstadt selbst, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, wird den GC32 Sailing Cup Kiel nicht nur eröffnen, sondern auch selbst einmal an Bord gehen. „Bei den rasanten Wettfahrten im Herzen unserer Stadt wird der Geist vom America’s Cup durch KIEL.SAILING CITY wehen“, so Kämpfer, „ein imposantes Spektakel der Extraklasse, das den Zuschauern einmal mehr die Faszination des Segelsports vermittelt.“ „Auch das Gastspiel der GC32 zeigt, dass Kiel Olympia 2024 nicht nur will, sondern dass olympisches Segeln nach Kiel gehört“, ergänzte der Oberbürgermeister mit Blick auf die gemeinsame Bewerbung an der Seite Hamburgs für die Spiele in neun Jahren.

Für die Wettfahrten hat der Kieler Yacht-Club als Mitausrichter neben Kiel Marketing zehn verschiedene Kurse erarbeitet, die von der internationalen Regattaleiterin Anne Mallédant je nach Windrichtung und -stärke festgelegt werden. „Der GC32 Sailing Cup wird bereits das siebte Segelhighlight in diesem Sommer in Kiel“, betont KYC-Vorsitzender Carsten Krage. In allen sechs Zeitfenstern (Donnerstag/Freitag nachmittags und am Wochenende vormittags und nachmittags) soll es jeweils mehrere Kurzrennen von rund 20 Minuten Dauer geben. Der Wettfahrtsieger erhält einen Punkt, der Zweite zwei usw.

GC32, Foiling, Kiel

Mitsegelnden Bürgermeistern ist schützende Kleidung zu empfehlen © sander van der borch

„Bei gutem Wetter dürften weit mehr als 50.000 Besucher zum GC32 Sailing Cup Kiel kommen“, rechnet Axel Bauerdorf als gesamtverantwortlicher Organisator von Kiel Marketing, „die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.“ Bereits am Dienstag (28. Juli) um 15 Uhr sollen die Boote ins Wasser gekrant werden. Direkt im Anschluss nehmen die Teams das offizielle Training auf.

Weitere Informationen sind auf der Kieler Eventwebsite unter www.sailing-cup-kiel.de und der internationalen für die gesamte Tour unter www.gc32racing.com zu finden.

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