Geisterschiff nach drei Wochen Alleinfahrt im Zielort Maui gestrandet

Crew unerwünscht. Yacht hilft sich selbst

49 Fußer auf Maui gestrandet nach dreiwöchiger Alleinfahrt. © Johnson

Eine 49 Fuß Aluminium Yacht ist 700 Meilen vor Hawaii von seiner Crew verlassen worden, ist dann aber in drei Wochen alleine bis nach Maui gesegelt.

Der US-Skipper Phillip Johnson erzählt dem Hawaii Herald Tribune, dass er mit einem Freund und einem Neffen auf einem Überführungstörn von San Diego nach Hawaii war, als sie von einer extremen Welle getroffen worden seien.

Johnson machte gerade Tee unter Deck, als sich das Schiff mehr als 30 Grad auf die Seite legte. Er flog durch die plötzliche Krängung in der Kajüte von einer Seite auf die andere und schlug hart gegen eine Ofenkante. Die Schmerzen waren groß. Er konnte danach nicht mehr aufstehen.

Die Crew befürchtete innere Verletzungen. Und sie traute sich nicht zu, das Schiff alleine nach Hawaii zu navigieren. Denn kurz nach dem Start waren Probleme mit dem Generator aufgetreten, der einen Ausfall der Navigationsgeräte befürchten ließ.

Sie beschlossen, Hilfe zu rufen. Die US Coast Guard in Honolulu nahm Kontakt mit dem 815 Fuß langen Kreuzfahrtschiff „ The Celebrity Centur“ auf, das in der Nähe war. Vor den Augen der 2600 Menschen an Bord wurde der verletzte Johnson und seine Crew abgeborgen.

Das Erstaunliche an der Geschichte passierte drei Wochen später. Der 49 Fußer wurde auf einem Riff vor Maui gesichtet. Er hievte sich schließlich selbst von den Steinen und ließ sich sanft auf einem nahen Strand nieder. Der Eigner konnte seine Yacht bergen und zum geplanten Zielhafen bringen. Bis auf das zerfetzte Großsegel hielten sich die Schäden in Grenzen.

Tipp: SR Leser hanseatic

 

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Carsten Kemmling

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6 Kommentare zu „Geisterschiff nach drei Wochen Alleinfahrt im Zielort Maui gestrandet“

  1. avatar Heini sagt:

    Da sieht man wieder: Das Schiff ist viel stärker als die Crew

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  2. avatar Peter sagt:

    Ist es denn üblich, dass man ein Schiff nach dem man sich hat Abbergen lassen mit gesetztem Großsegel im Ozean treiben lässt?

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  3. avatar oh sagt:

    Ich versteh nicht wie man ein schwimmendes Schiff verlassen kann. Auf der anderen Seite finde ich es merkwürdig über den Pacific zu segeln und nur einer an Bord der das Schiff führen kann. Und solange der Kompass funktioniert ist doch alles da was man braucht, vielleicht noch nen Sextanten um die Breite möglichst einfach festzustellen. Alles sehr merkwürdig.

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    • avatar Luke sagt:

      Kann ich schon verstehen: Wenn der Einzige, der sich navigatorisch auskennt, mit dem Verdacht auf schwere innere Verletzungen von Bord gehen muss, möchten die Passagiere wohl auch nicht bleiben…
      Es ging ja nie darum, dass das Schiff nicht mehr seetauglich war…

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      • avatar oh sagt:

        Ich finde halt, dass der Fehler schon die Tatsache ist, dass nur einer sich auskennt. Es war ja kein Tagesausflug oder nen Wochenendtrip, sondern eine mehrtägige(mehrwöchtige?) Reise über den Ozean mit allen Risiken die das birgt.
        Wenn dann wirklich nur einer das Boot führen kann, ist das mind. ungeschickt.

        die Formulierung “Und sie traute sich nicht zu, das Schiff alleine nach Hawaii zu navigieren. Denn kurz nach dem Start waren Probleme mit dem Generator aufgetreten, der einen Ausfall der Navigationsgeräte befürchten ließ.” lässt halt vermuten, das sich auf die Elektronik verlassen wurde. Sie lässt nicht den Schluss zu ob Papierkarten da waren oder hätetn genutzt werden können. Ist halt schade wenn deswegen ein Schiff aufgegeben werden muss. Das es gut ausgegangen ist, auch für das Boot, war halt pures glück.

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