Giraglia Rolex Cup: Jablonski berechnet vorn von 150 Yachten; Düsseldorfer Finis 7.

Giraglia Geschichte der "Dralion"

Markante Wendemarke. Der Giraglia Felsen. © Rolex / Kurt Arrigo

Nachdem beim Giraglia Rolex Cup die “Esimit Europa 2” mit Skipper Jochen Schümann den Streckenrekord gebrochen hatte, wurde die TP52 “Near Miss” mit Taktiker Karol Jablonski als Sieger nach berechneter Zeit in der IRC Wertung geehrt.

“Near Miss” ist die ehemalige TP52 “Artemis”, die beim Audi Med Cup auf hohem Niveau gesegelt wurde. Sie war das viertschnellste Schiff auf dem Wasser und profitierte von Bedingungen, die besonders die kleineren Schiffe mit deutlich weniger Wind benachteiligten. So konnte auch der fast doppelt so große Maxi “Esimit” berechnet auf Rang drei im Feld der IRC Gruppe landen, bei der 83 Yachten von 150 Yachten das Zeitlimit erreichten. Insgesamt waren 175 Schiffe mit über 2000 Seglern am Start.

klicken: Giraglia Rolex Cup Abschluss Video

Beste deutsche Yacht wurde die Ker53 “Dralion” vom Düsseldorfer Eigner Pit Finis, der berechnet auf Rang sieben landete. Er segelte den zehnten Giraglia Rolex-Cup auf eigenem Kiel.

Bereits zum traditionsreichen Auftakt der Rennserie konnte die “Dralion” bei der Nacht-Regatta von San Remo nach St. Tropez,  ihre in 2010 gewonnene „line honour“ Position verteidigen und gewann in der IRC -Wertung.

Bei den daran anschließenden, drei inshore (coastal-)races bei gleichmäßigem Starkwind zwischen 20 und 28 Knoten unter blauem Himmel landete “Dralion”  auf Platz 4. Bereits diese Serie wurde von der “Near Miss” mit Karol Jablonski an der Pinne dominiert.

Die Ker53 "Dralion" des Düsseldorfers Pit Finis ist bestes deutsches Boot nach IRC auf Rang sieben. © Rolex / Kurt Arrigo

Pit Finis beschreibt den Ansatz seine “Dralion”-Programms und die Langstrecke: “Das Schiff ist ein owner-driven, IRC-optimierter cruiser-racer und ich segele mit ambitionierten Leuten aus meinem Freundeskreis. Beim der diesjährigen Giraglia hatten wir 15 Mann aus 8 Nationen an Bord. Trainingsmöglichkeiten sind nur sporadisch vorhanden.  Zwangsläufig laufen wir als Crew erst in der Regatta selbst warm.

Der absolute Höhepunkt neben den eindrucksvollen Partys des Hauptsponsors Rolex und der ausrichtenden Clubs, ist in jedem Jahr das Langstreckenrennen um den namensgebenden Giraglia-Felsen im Norden Korsikas.

Dieser etwa 260 nm `kurze´ Langstrecken-Klassiker war oft genug geprägt von nervenzehrenden Flautenlöchern und mediterranen Schwachwindzonen. Allerdings stellten in der langen Historie des Giraglia Race auch immer wieder Mistral-Lagen die Teilnehmer vor echte Herausforderungen.

Die TP52 "Near Miss" (ex "Artemis") gewinnt die Langstrecke überlegen nach berechneter Zeit in der IRC Wertung. © Rolex / Kurt Arrigo

Die diesjährige Jubiläumsausgabe wollte da nicht enttäuschen und beschenkte uns mit reichlich Wind. Die Kreuz zur Bahnmarke nahe Hyères forderte Crew und Material zunächst mit 22 bis 25 Knoten. Der lange Reach zum Giraglia Rock wartete dann für die schnellen Yachten mit 25 bis 35 , in Böen 40 Knoten und bis zu 3 m hohen Wellen auf.

Sehr zur Freude der modernen Boote, des neuen und alten Rekord-Halters und der vielen Segelmacher. `Dralion´ absolvierte als schnellster Cruiser-Racer und als 7. die IRC-Gesamtwertung und landete auf Rang 4. in der Gruppe IRC-A.

Wir erzielten eineDurchschnittsgeschwindigkeit über Grund von 11,35 Knoten. Der Topp-Speed lag bei 24,6 Knoten. Die schnellste Teilstrecke während der Nacht betrug 64 Meilen in vier Stunden. Die Gesamtzeit betrug 23,5 Stunden obwohl wir zwei Stunden in der Flaute lagen, bevor 40 Meilen vor der italienischen Rivera der starke Ostwind einsetzte.”

Ergebnisse Giraglia IRC Gesamt

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6 Kommentare zu „Giraglia Rolex Cup: Jablonski berechnet vorn von 150 Yachten; Düsseldorfer Finis 7.“

  1. avatar Max sagt:

    Suuuper Bericht! Vielen Dank dafür!!!

    Das ist genau das Konzept, das Einige in ihren Blogs hier bereits angeregt haben. Ein “Rahmenbericht” von seiten der Redaktion, dazu Bilder, Vdeos und Links zur Event-Webpage und obendrauf noch eine subjektive Schilderung eines aktiv Beteiligten – genau das ist die Mischung, die SR nach vorne bringt. Viel Information und Unterhaltung bei vertretbarem Aufwand für Dich, Carsten.

    Weiter so!!! 🙂

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 11 Daumen runter 0

    • avatar Reinhard sagt:

      @Max:

      Ja, toller Bericht und eine tolle Mischung aus Information, Action-reichem Video und interessanten Details. Da inzwischen recht viele Eigner mit “GER” im Segel oder einzelne Segler aus Deutschland an hochkarätigen Regatten im Mittelmeer teilnehmen, ist es naheliegend, sich von diesen Aktiven kleine “Inside-Stories” per E-Mail senden zu lassen und diese in den Bericht der Redaktion einzubauen.

      Mehr davon!

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  2. avatar Wikileaks sagt:

    Super Sache!!!

    Witzig, dass ausgerechnet eine TP52 nach berechneter Zeit gewonnen hat. Wurde hier nicht mal die These vertreten, eine TP52 sei nichts für Offshore Regatten und deshalb musste die neue Varuna ein Knierim OneOff sein?

    *LOL*

    Von wegen “gute Nacht, TP52s”…

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  3. avatar Blogleser sagt:

    Hi Wikileaks,

    ja, das ist ne super Sache und die sind wirklich gut gesegelt, meinen herzlichen Glückwunsch! Das ne TP52 nicht gewinnen kann habe ich auch nie gesagt (falls die Anspielung an mich gehen sollte). Ich habe schon selber gegen solche berechnet verloren und sollte es daher wissen, dass sie gewinnen können.

    Die Varuna ist ein Jason Ker Design geworden, weil eine TP eben nicht der Vorstellungen des Eigners für ein Offshore Boot entsprach. Mit “Offshore” sind hier nämlich auch Distanzen von mehr als 2000 nm gemeint.

    Ich weiß nicht, worüber Du dich also lustig machen musst und was Du gegen das Projekt hast? Den Eindruck bekomme ich fast…

    Meine Einladung zum Bier und der Erklärung der Gedanken hinter dem Projekt steht immer noch, gerne wird die Crew und auch der Eigner alles im Detail erklären….

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    • avatar Wikileaks sagt:

      Danke für die Einladung, aber ich habe nicht den Eindruck, dass das Projekt gut durchdacht ist…

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  4. avatar Jablonski sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=ZYsAj_TtGWg&feature=g-upl, viel Spass beim zuschauen. Ehrlich gesagt TP 52 ist keine Offshore Yacht. KJ

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 4 Daumen runter 0

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