Golden Globe Race: 17 Starter in Warteposition – Robin Knox-Johnston wehmütig

Große Jubiläumsrunde

Golden Globe Race , Robin Knox Johnston

Die “Ohpen Maverick” , Rustler 36 Baunummer 1 © ppl/ggr

Sie haben sich reichlich was vorgenommen: Eine Frau und 17 Männer wollen auf Booten, deren Riss vor 1987 gezeichnet wurde, einhand nonstop um die Welt segeln. Wie einst 1968 Robin Knox Johnston beim Golden Globe Race.

Ein bisschen jünger habe er sich schon gefühlt, meinte Robin Knox-Johnston, nachdem er auf seiner „Suhaili“ vor Les Sables d’Olonnes die Ziellinie der Golden Globe-Überführungsregatta Sitran Challenge überquert hatte. Und ein wenig wehmütig sei ihm auch ums Herz gewesen, sogar die eine oder andere Träne der Rührung habe er verdrücken müssen… 

Kunststück, denn für Sir Robin Knox-Johnston muss sich der Überführungstörn im Regattamodus von Falmouth/ England (dort, wo er am 14. Juni 1968 zum legendären Golden Globe Race startete) zum französischen Les Sables d’Olonnes (wo am 1. Juli die Golden Globe-Jubiläumsregatta beginnen wird) wie ein kleines Déjà-Vu angefühlt haben.

Golden Globe Race , Robin Knox Johnston

Empfang von Robin Knox Johnston auf seiner original “Suhaili”, mit der er 1969 das GGR gewann © ppl/ggr

Schließlich segelte er auf dem selben Boot wie damals, mit nahezu der gleichen Ausrüstung und lediglich mit dem einen oder anderen zusätzlich Sicherheitsequipment an Bord. Nicht schlecht für einen knapp 80-Jährigen, der als einziger Finisher von neun Teilnehmern vor 49 Jahren die Hochseeregattasegelei prägte wie kaum ein anderer.  

Knox-Johnston, der Schutzpatron

Doch Knox-Johnston winkt bescheiden ab, hat schon wieder genug vom Rummel um seine Person, auch wenn ihm der warme Empfang von Dutzenden Segelyachten entlang der Ziellinie und einigen Hundert Zuschauern am Steg in Les Sables d’Olonnes sichtlich gut getan hat. Schließlich ist er diesmal nicht als Teilnehmer hier, sondern als eine Art Schutzpatron, lebende Legende und Aushängeschild für eine Jubiläumsregatta, die seinen damaligen Sieg, vor allem aber die erste Einhand-Nonstop-Weltumseglung aller Zeiten gebührend feiern soll (SR Bericht)

Einer fehlt noch 

Siebzehn Teilnehmer haben sich bis heute im Starthafen der Golden Globe Jubiläumsregatta eingefunden, um die obligatorischen Pre-Race-Vorbereitungen wie Sicherheitscheck der Boote, Skippers Briefing (sollte nicht verpasst werden, wenn es nonstop um die Welt geht), Mediengespräche und natürlich die letzten Streicheleinheiten von der Familie und den PartnerInnen zu genießen.

Golden Globe Race , Robin Knox Johnston

Eine lange Reihe GGR-Boote fährt in den berühmten Kanal von les Sables ein © ppl/ggr

Ein Teilnehmer ist noch unterwegs: Der Italiener Francesco Capelletti hat seine Endurance 35 „007“ auf einen Hänger gepackt und fährt derzeit noch quer durch Frankreich vom Mittelmeer an den Atlantik. Dann Boot aufbauen, noch drei Tage Testsegeln und schon kann’s losgehen… ein bisschen auf den letzten Drücker, für eine Nonstop-Einhand-Weltumseglung, oder? 

Rustler 36 vorneweg

Was viele schon vermuteten, hat sich während der Überführungsregatta von Falmouth nach Les Sables d’Olonnes bestätigt: Die Rustler 36, ein Langkieler, dessen Riss GGR-regelkonform aus der Zeit vor 1987 stammt, wurde nicht umsonst von den meisten Teilnehmern als besonders geeignetes Boot eingeschätzt, um eine Nonstop-Einhand-Weltumseglung im Lowtech-Modus zu überstehen. So sind die Top Drei dieser Wohltätigkeitsregatta „Sitran Challenge“ auf Rustler 36 unterwegs.

Golden Globe Race , Robin Knox Johnston

Die SkipperInnen und die Organisatoren des GGR © ppl/ggr

Bemerkenswert: Der älteste und zudem erfahrenste Teilnehmer des anstehenden Golden Globe Race, der Franzose Jean Luc van Heede, hat ebenfalls die Rustler 36 als Untersatz gewählt. Und van Heede weiß genau, was ihn erwartet: Vier Mal ist er bereits nonstop und einhand im Regattamodus um die Welt gesegelt (Vendée Globe und BOC Challenge) und seit 2004 hält er den Rekord für Einhand-Weltumseglung gegen die vorherrschenden Winde und Strömungen, also von Osten nach West). Ihm werden trotz seines Alters (73) große Chancen eingeräumt, auch diese Golden Globe Jubiläumsregatta zu gewinnen. 

Und noch eine kleine Rustler-Überraschung: Die „Ohpen Maverick“ mit Mark Slats am Ruder, ist die erste Rustler 36 überhaupt, hat also die Serienbaunummer 1 und segelte beim Sitran Challenge gleich auf Rang Eins. Ein besseres Omen kann man sich wohl nicht wünschen, wenn es während der Regatta auch nicht immer „astrein“ zuging: Damit ein sgtrikter Zeitplan eingehalten werden konnte, durften die Teilnehmer in Flautenzonen (von denen es wohl einige gab) gegen Punkteverlust den Motor einsetzen. Was während der Weltumseglung selbstredend strikt verboten sein wird. 

Start Golden Globe Race Jubiläumsregatta: 1. Juli 2018 

Website

Golden Globe Race/Jubiläumsregatta

Einhand nonstop um die Welt, die drei großen Kaps an backbord.

Teilnehmer (Stand 22.6.) : 17 Männer, 1 Frau (siehe Porträt Susie Goodall)

Idee: In Erinnerung an die legendäre Weltumseglung von Robin Knox Johnston während des ersten und bisher einzigen Golden Globe Race sollen die Teilnehmer auf Yachten segeln, deren Riss aus der Zeit vor 1987 stammt. Zudem soll unter den nahezu gleichen Bedingungen wie 1968 gesegelt werden: Navigation mit Sextant und Karte, kein GPS. Lediglich für den Notfall wird modernes, satellitengestütztes Material an Bord genommen. 

Im Gegensatz zum Original, starten alle Teilnehmer gemeinsam vor Les Sables d’Olonnes in Frankreich. Der australische Organisator wollte ursprünglich vor Falmouth, dem Original-Start- und Zielort von Robin Knox Johnston starten, doch die Stadtväter des britischen Hafenortes winkten ab und gaben finanzielle Schwierigkeiten aufgrund des Brexit als Entschuldigung an. 

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