Golden Globe Race 2022: Inder trotz Schiffbruch und Rückenverletzung wieder dabei

"Musste erst wieder laufen lernen"

Der Inder Abhilash Tomy (43) hielt 2018 die Segelwelt in Atem, als er beim Golden Globe Race durchkenterte und schwer verletzt gerettet werden musste. Das hält ihn nicht davon ab, im September erneut zu starten – dann wohl als Mitfavorit.

Die entmastete “THURIYA” 2018 vor der Rettung des Skippers im Indischen Ozean.. © Indian Navy/GGR/PPL

Abhilash Tomy ist der wohl größte indischen Segelheld, seit er 2013 als erster Skipper seines Landes eine Nonstop-einhand-Weltumsegelung absolvierte. Sein Ruf festigte sich als er mit Unterstützung der Marine die Laufbahn des Offiziers gegen die eines Hochseeseglers tauschen durfte und 2018 zu den 18 Startern bei der 50. Jubiläumsausgabe der Golden Globe gehörte.

Robin Knox Johnston mit Abhilash Tomy. © GGR

Die Solo-Nonstop-um-die-Welt-Regatta mit Retro-Yachten (Bj. spätestens 1988) zwischen 32 und 36 Fuß, die am 1. Juli 2018 in Les Sables d’Olonne (Frankreich) startete, wurde zur großen Herausforderung. Nur fünf Skipper kamen ins Ziel. Für Tomy kam das Aus nach 83 Tagen auf See mitten im Indischen Ozean. Er kenterte mit seiner “THURIYA” durch, einem exakten Nachbau der “SUHAILI”, mit der Robin Knox Johnston als erster Mensch, die Welt in 312 Tagen nonstop und alleie umsegelt hatte.

Tomy lag im Rennen an dritter Stelle als im schweren Sturm das Unglück passierte und er das Rigg verlor. Dabei verletzte er sich schwer am Rücken und konnte die Beine nicht mehr bewegen. Unter Deck gefangen, schickte er eine kurze Textnachricht an die Rennleitung und schaltete seine EPIRB ein. “Habe mich mit Eistee-Dosen abgemüht. Übergebe mich regelmäßig. Der Brustkorb brennt.” Dann brach jegliche Kommunikation ab. Erst 15 Stunden später kommunizierte er per Satelliten-SMS und gab er seinen Standort durch: “Kann nicht gehen. Könnte eine Trage gebrauchen.”

Titanstäbe in der Wirbelsäule

Auf halbem Weg zwischen Australien und Südafrika war die verunglückte Yacht so weit von Land und möglichen Rettungsoptionen entfernt, wie man nur sein konnte. Erst dreieinhalb Tage nach der Kenterung wurde er von einem Fischereipatrouillenschiff der französischen Regierung erreicht.

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Unter schwierigsten Bedingungen gelang es der Besatzung, den Skipper auf einer Trage zu bergen. Später wurde er auf ein Schiff der indischen Marine gebracht, das die Regierung geschickt hatte. Zwei Tage nach seiner Ankunft in Indien wurden Titanstäbe

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Carsten Kemmling

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