Golden Globe Race 2022: Weibliche Teilnehmerin mit deutschen Wurzeln

Allein unter Männern

Ein Leben als Skipperin bei Überführungen und auf Expeditionen qualifiziert sie für das Golden Globe Race 2022. Kirsten Neuschäfer bereitet sich in Kanada auf die Einhandregatta um die Welt nach traditionellen Regeln vor.  

Die bislang einzige gemeldete weibliche Teilnehmerin beim Golden Globe Race 2022 ist zugleich auch die einzige mit deutschen Wurzeln. Kirsten Neuschäfer ist in Südafrika als Tochter eines deutschen Vaters und einer englischen Mutter geboren und aufgewachsen.

Kirsten Neuschäfer ist die bislang einzige gemeldete weibliche Teilnehmerin am Golden Globe Race © Robert Mitchell

Zuhause ist sie in Port Elizabeth an der Ostküste Südafrikas, doch sie ist oft auf hoher See unterwegs. Seit 2015 arbeitet Neuschäfer für Skip Novak als Skipperin auf dessen  Expeditionen mit der “Pelagic”, die sie regelmäßig nach Südgeorgien, in die Antarktis und nach Patagonien führen.

Überführungstörns und Fahrradreisen

Schon seit 2006 arbeitet die Seglerin als Überführungsskipperin und liefert Boote von den Werften an ihre neuen Eigner aus. Einer dieser Törns führte sie einhand von Portugal nach Südafrika.

Derzeit renoviert Kirsten Neuschäfer ihre Yacht in Kanada © Kirsten Neuschäfer

Im Alter von 22 Jahren radelte sie alleine von Deutschland über den afrikanischen Kontinent zurück in ihre Heimat. Dabei legte sie um die 15.000 Kilometer zurück und erreichte nach fast einem Jahr die südlichste Spitze Afrikas, das Kap Aghulas.

Herausforderung Golden Globe Race

Aktuell befindet sich Neuschäfer auf Prince Edward Island in Kanada, wo sie ihre 1988 gebaute Segelyacht “Minnehaha” vom Typ Cape George 36 renoviert und ausrüstet. Es gehört zu den Regeln des Golden Globe Race, nur nach traditionellen Rissen gebaute Yachten ohne moderne technische Hilfsmittel verwenden zu dürfen.

Hohes Schanzkleid, niedriger Aufbau, tiefes Cockpit – die Cape George 36

Hohes Schanzkleid, niedriger Aufbau, tiefes Cockpit – die Cape George 36 © Cape George Marine Works

Die Cape George 36 wird auf der gleichnamigen Werft in Port Townsend im US-Bundesstaat Washington gebaut. Der Riss geht zurück auf einen Entwurf des US-Yachtdesigners William Atkins, der in den 1970er Jahren von Cecil Lange und Ed Monk für GFK adaptiert wurde.

Traditioneller Langkieler

Wie bei einem Boot dieser Ära zu erwarten ist, sind die Linien der Cape George 36 konservativ. Sie hat einen durchgehenden Kiel ohne beschnittenen Vorfuß mit angehängtem Ruder. Das spricht für Kursstabilität, gute Selbststeuereigenschaften und ein solides Seeverhalten.

Cape George 36, ein traditioneller Langkieler mit angehängtem Ruder

Cape George 36, ein traditioneller Langkieler mit angehängtem Ruder © Cape George Marine Works

“Minnehaha” ist eine fiktive Eingeborene aus Henry Wadsworth Longfellows Gedicht “The Song of Hiawatha” von 1855. Sie ist die Geliebte der Hauptfigur des Gedichts, Hiawatha. Der Name “Minnehaha” soll in dem Gedicht “lachendes Wasser” bedeuten. In der Sprache der Dakota-Sioux bedeutet er eher “Wasserfall”.

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