Golden Globe Race: Istvan Kopar rundet Neujahr Kap Hoorn – van den Heede ohne Orientierung

„Keine Ahnung wo ich bin!“

Golden Globe Race

Hat schon den zweiten und letzten Sextanten an Bord geschrottet: Jean Luc van den Heede © ppl/ggr

Die (wenigen) verbliebenen Golden Globe Racer halten wacker durch. Van den Heede hat nur noch 2.300 Seemeilen bis zum Ziel vor sich, meldet aber erneut Probleme mit dem Sextanten.

Neues von den Retro-Weltumseglern: Istvan Kopar, der US-Amerikaner mit ungarischen Wurzeln, rundete an Neujahr das Kap Hoorn. Der viertplatzierte Golden Globe-Racer hatte bisher einige technische Probleme zu bewältigen und empfindet es entsprechend als eine Art Wunder, dass er es überhaupt wieder zurück in den Atlantik schaffte. Vor allem die Selbsteuerungsanlage, die ihn vom 1. Renntag an nicht richtig auf Kurs hielt, brachte ihn „an den Rand der Verzweiflung“, wie er mehrfach von Bord meldete. Schon auf den Kapverden wollte er deshalb „das Handtuch“ werfen. 

Später verschmutzte sein Süßwassertank, die Bordelektrik fiel mehrfach aus und das SSB-Radio, mit dem die Segler Wetterberichte empfangen dürfen, streikte ebenfalls. Nun zeigt sich Kopar allerdings zuversichtlich, dass er „das Bisschen Atlantik“ auch noch schaffen wird – egal welche Malheurs noch auf ihn warten. 

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Wird Mark Slats auf seiner Ohpen Maverick noch van den heede einholen? © lehtinen/ppl/ggr

Der 73-jährige Jean-Luc van den Heede segelt trotz Problemen am Rigg (die ihn vor allem bei stärkeren Winden zu vorsichtigem Tempo zwingen) weiterhin auf Rang 1. Sein schärfster Konkurrent Mark Slats holt seit dem Southern Ocean zwar unaufhörlich auf, konnte aber noch keinen entscheidenden „Satz“ nach vorne machen. 

Van den Heede segelt derzeit auf Höhe Kapverden und hat noch 2.300 Seemeilen bis zum Ziel vor Les Sables d’Olonnes. Die Distanzen zwischen den beiden schwankten stark in den letzten beiden Wochen: 700 Meilen am 21.12., 1.100 Meilen rund um Weihnachten und derzeit ca. 650 Seemeilen.

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Istvan Kopar nach der Medien-Übergabe vor der Marina Robicon auf Lanzarote © ggr

Doch nicht nur van den Heedes Rigg ist „verantwortlich“ für den permanenten Meilen-Verlust auf Verfolger Mark Slats. In der Sargasso-See bremsten riesige Seegras-Teppiche den Führenden des Golden Globe Race aus. Zudem hat ausgerechnet „der Meister“ derzeit einige Orientierungsprobleme: Nachdem einer seiner beiden Sextanten an Bord heruntergefallenund   unbrauchbar geworden war, streikt nun auch der zweite Sextant aufgrund Salzwasser-Korrosion. „Ich weiß zwar, wo Les Sables d’Olonnes liegt,“ meldete van den Heede. „Aber ich habe keine Ahnung, wo ich mich derzeit befinde!“ 

Ein Problem, das der alte Salzbuckel schnellstmöglich lösen muss. Denn Slats sitzt ihm förmlich im Nacken: Von nun an müsste der Holländer jeden Tag ca. 30 bis 40 Seemeilen auf van den Heede aufholen, um ihn noch kurz vor dem Ziel abzufangen. Irrt „der Meister“ jedoch weiter durch den Atlantik, könnte Slats schon bald an der lebenden Legende van den Heede vorbeiziehen. 

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