Helga Marie Løvenskiold Kveseth will beim Golden Globe Race starten – solo, nonstop, ohne moderne Technik. Unter dem Namen „Mara“ dokumentiert sie den Weg dorthin offen und ehrlich. Bootskauf, Umbau, Zweifel und erste Bewährungsproben inklusive.
Helga Marie Løvenskiold Kveseth ist nun wirklich kein Name, mit dem frau einen erfolgreichen Youtube-Kanal aufziehen kann. Jeder zweite Fan, der nicht aus Norwegen stammt, würde sich bei der Aussprache die Zunge brechen. „Mara“ klingt da schon eingängiger, wenn es auch wie das andere Extrem wirken mag. Schaut man zudem etwas näher auf eben diesen Namen, fällt ein Zusatz auf, der vorwiegend „Eingeweihten“ signalisiert, worum es hier geht.
„mara classic“ steht demnach für eine 33-jährige Seglerin, die beim nächsten Golden Globe Race (GGR) teilnehmen will. Und dann ist da noch die Rede von „einem Leben auf einem Showgirl.“ Wer jetzt die Augen nach oben verdreht: „Showgirl“ ist der Name des Segelbootes, auf dem Mara ab sofort für die nächsten Jahre leben wird.
„Mama, lies das nicht.“ So überschrieb Helga Marie Løvenskiold Kveseth einen Text, mit dem sie ihre Kampagne für die GGR-Teilnahme einläutete. „Ich habe gerade etwas getan. Ein klassischer Mara-Moment. Ich habe mich für eine Weltumseglung angemeldet. Und damit nicht genug: Ich werde alleine, nonstop im Retro-Modus unterwegs sein.“ Der Umstand, dass ausgerechnet ihrer Mutter die Nachricht auf diesem Weg übermittelt wird, ist selbstverständlich ein Stilmittel und nicht mehr. Denn wer eine Tochter hat, die bereits seit einiger Zeit diplomierte Kapitänin zur See ist, schockt so schnell nichts mehr.
Zwischen Kamera, Kampagne und Klartext
Da Mara ein Kind der Generation Y, also der Millenials, ist, gehört es zu ihrem Selbstverständnis respektive zu ihrer Lebensweise, dass ein Abenteuer wie das GGR von A wie Anfang bis Z wie Ziel dokumentiert wird. Was wiederum für uns Beobachter der Szene und sowieso für die bereits bestehende und hoffentlich noch deutlich weiter anwachsende Fangemeinde der Helga Marie Løvenskiold Kveseth ein Glücksfall ist.
Vorgesehen ist, dass Mara heute zu ihrer Qualifikations-Transat für das GGR startet.
Mara macht vor der Kamera einen sinnbildlich ungeschminkten, transparenten und sehr natürlichen Eindruck. Was sich in einer umwerfenden Ehrlichkeit ausdrückt, mit der sie uns an ihrem Enthusiasmus, ihrem immer wieder geäußerten Glück, aber auch an ihren Sorgen und Nöten teilhaben lässt. Oder mit ihren Worten: „Wenn du dich gefragt hast, wie das Leben auf der Showgirl wirklich ist … Sagen wir so: Es ist teils Traum, teils Chaos und eine ganze Menge Glitzer. In den nächsten zwei Jahren werde ich das scheinbar Unmögliche in einzelne Etappen verwandeln – manche groß, manche leise, aber alle führen Schritt für Schritt zum Ziel des Golden Globe Race.“

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