Golden Globe Race: Start und erste Tage auf See – Herausforderung Biskaya

Der epische Törn

Die Golden Globe-Segler sind seit drei Tagen auf ihrer 30.000 sm langen Route ins Ungewisse. Kaum auf See, geht’s schon los mit den kernigen Bedingungen – die Antithese zur Vendée Globe ist auf dem besten Weg, ebenfalls Kult zu werden. 

Drei Tage sind sie nun unterwegs. Drei Tage von im allerbesten Fall ca. 200 Tagen, drei Tage von vielleicht sogar 600 Tagen, wie die rein mathematischen Tracker-Prognosen heute früh den Langsamsten vorrechneten. Klartext: Die Golden Globe Racer (GGR) sind letzten Sonntag Mittag zu ihrer Weltumseglung im Vintage-Stil gestartet. Und werden derzeit mit den ersten Wetterunbilden mitten in der Biskaya konfrontiert: 25 – 30 kn Windgeschwindigkeit.

Was zwar den stäbigen und ausgesprochen seefesten Langkieler-Booten nun wirklich nichts ausmachen sollte, den 15 Solo-Skippern und der einen Skipperin aber vielleicht doch die Freude nach dem Start zu ihrem großen Weltumseglungs-Abenteuer schmälern dürfte. 

Die Mutter aller Weltumseglungsregatten

Golden Globe Race? Welcher See-Skipper hat nicht das legendäre Solo-Nonstop-Rundum-Rennen in Erinnerung, bei dem Robin Knox-Johnston 1969 als einziger Finisher und somit Sieger wieder vor seinem Startort Falmouth/England hintem Horizont auftauchte. 312 Tage hatte er für seine epische Weltumseglung benötigt.

© ggr

Der damals schon in Seglerkreisen verehrte Bernard Moitessier war auf halbem Weg in aussichtsreicher Position abgedreht, um „in der Südsee seine Seele“ zu retten. Sechs weitere Teilnehmer hatten das Rennen nach schweren Havarien und erheblichen mentalen Problemen mit der Einsamkeit aufgeben müssen. Donald Crowhurst wurde zur tragischen Figur des Golden Globe Race 1968/69, als er sich im Südatlantik monatelang „versteckte“, die Weltumseglung nur vortäuschte und letztendlich kurz vor dem Ziel Selbstmord beging.

2018 wurde das Rennen anlässlich des 50-jährigen Jubiläums neu aufgelegt. Die Regel: alle Teilnehmer müssen in Booten segeln, die im Riss, Bauweise und Ausstattung des Booten von 1968 ähneln. 32 bis 36 Fuß Lüa sind erlaubt, nur Langkieler dürfen dabei sein, keine Satelliten-unterstützte Navigation (ausschließlich Sextant, nur Notfall EPIRB), Mindestverdrängung 6,2 t, Mindestanzahl gebaute Boote: 20 pro Serie.

© Golden Globe Race

Achtzehn Teilnehmer segelten vor vier Jahren an den Start, nur fünf beendeten das Rennen. Als Sieger ging der sowieso schon legendäre, damals 72-jährige Jean Luc van den Heede in die Annalen ein. 

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Michael Kunst

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