Golden Globe: Van Den Heede enthüllt die Geheimnisse hinter seiner Führung

Undichtes Fenster

Jean-Luc Van Den Heede (73) hat beim Golden Globe einen Vorsprung von 1600 Meilen auf den Zweitplatzierten Mark Slats. Ein Grund für seine Überlegenheit sieht er in seinem Rigg.

© Christophe Favreau/PPL/GGR

Der Franzose Jean-Luc Van Den Heede, glaubt, dass er das Golden-Globe-Rennen auf klassischen, kleinen Yachten alleine um die Welt in der ersten Februarwoche beenden wird. Er veranschlagt damit mit seinem 36 Fußer vom Typ Rustler für seine sechste Weltumrundung weniger als 210 Tage.

Der 73-jährige französische Skipper hat einen Vorsprung von 1.600 Meilen auf seinen nächsten Rivalen Mark Slats, der etwa eine Woche zurück liegt.

“Das Boot ist gut, die Selbststeuerung funktioniert gut und ich habe nur kleine Probleme wie ein undichtes Fenster”, berichtet er von Bord. Der Veteran der Vendée Globe sagte, er sei sehr zufrieden mit seiner Rustler 36 und glaubt, dass die Vorbereitung, seine perfekt funktionierende Selbststeuerung und sein gekürzter Mast die wichtigsten Gründe dafür sind, dass er das Rennen anführt.

Van den Heede bei der Abfahrt auf seiner Rustler 36. © Christophe Favreau/PPL/GGR

“Ich denke, meine Windfahnensteuerung ist ein Schlüssel zum Erfolg, aber nicht der einzige. Ich bin wohl einfach gut vorbereitet. Ich habe nun wenige Dinge an dem Boot geändert. Das Kürzen des Mastes war sicher gut. Im Atlantik war ich darüber nicht so glücklich, als der Wind eher schwach wehte. Aber sobald ich an den Kanaren vorbeikam, hatten wir guten Wind und ich holte Mark Slats  und Philippe Péché schnell ein. Bei starkem Wind läuft mein Boot besser als andere.” Er hat offenbar genügend Zeit, sich während des Rennens beim Lesen und Schlafen zu entspannen.” 

Die Isolation sei für ihn kein Problem sagt van Den Heede sagte. Die Möglichkeit, den Amateurfunk zu benutzen, helfe ihm. Allein die fehlende Kommunikation mit der Familie sei hart. “Aber meine Kinder sind groß und alt und sind es jahrelang gewohnt, mich um die Welt rasen zu sehen. Ich hoffe, sie sind nicht beunruhigt.”

Es gebe auch genug Möglichkeiten, sich an Bord zu beschäftigen. “Das Wetter muss zweimal am Tag überprüft werden, dann ist da noch die Navigation mit dem Sextanten; das braucht viel Zeit. Ich bin überrascht zu sehen, wie schnell ein Tag nach dem anderen vergeht. Ich werde dann doch nicht die Zeit haben, alle Bücher zu lesen, die ich mitgenommen habe.”

Die Konkurrenten haben größere Probleme. Von den 16 Skippern, die am 1. Juli die Startlinie des Golden Globe Race 2018 überquerten, sind nur noch acht im Rennen. Die Britin Susie Goodall ist die einzige Frau und liegt auf Rang vier.

Der aktuelle Stand:

1 Jean- Luc VDH (FRA) Rustler 36 Matmut
2 Mark Slats (NED) Rustler 36 Ohpen Maverick
3 Uku Randmaa (EST) Rustler 36 One and All
4 Susie Goodall GBR) Rustler 36 DHL Starlight
5 Tapio Lehtinen (FIN) Gaia 36 Asteria
6 Istvan Kopar (USA) Tradewind 35 Puffin
7 Igor Zaretskiy (RUS) Endurance 35 Esmeralda
8 Mark Sinclair (Aus) Lello 34 Coconut

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Das Golden Globe Veranstaltung soll die Teilnehmer in das “goldene Zeitalter” des Segelns zurückführen. Bis auf wenige Ausnahmen dürfen die Teilnehmer aus Sicherheitsgründen nur die gleiche oder ähnliche Ausrüstung mitnehmen, die Sir Robin Knox-Johnston im ursprünglichen Rennen 1968-69 verwendet hat.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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