Größte Regatta der Welt: 41 Rettungen bei Barcolana – Maxi bügelt über eine Yacht

Dramatische Szenen

Das Video eines Maxis, der einer kleinere Yacht überfährt, zeigt wie haarig es bei der diesjährigen 53. Barcolana im Einfluss der Bora zugegangen ist, die im Schnitt 1800 Yachten an den Start bringt.

Die Barcolana wird vor dem italienischen Trieste seit 2003 liegt die durchschnittliche Anzahl von über 1.800 Yachten ausgesegelt. Dabei nehmen etwa 20.000 Segler teil und an Land wird das Segelfest mit rund 250.000 Zuschauer gefeiert. Im vergangenen Jahr fiel die Regatta, die über einen 15 Meilen langen Kurs führt, wegen zu schlechten Wetters aus. Diesmal war es nicht besser – die Bora fegte mit bis zu 42 Knoten über das Wasser – aber die Italiener entschlossen sich, das Spektakel durchzuziehen.

Die Wettfahrtleitung schloss zwar einige kleinere Bootstypen vom Start aus und sie brach das Rennen der Klasse-2-Yachten ab, um sie wieder schneller in den Hafen zurückzuholen. Dennoch mussten die Rettungskräfte zwölfmal eingreifen. Insgesamt 41 Personen wurden gerettet. Ein Mann erlitt eine Kopfverletzung, ein anderer fiel über Bord. Eine Yacht versank.

Spektakulär kollabiert das Rigg einer Rennyacht:

 

Die Entscheidung im Rennen, das jeweils von aufgerüsteten älteren Maxi-Yachten dominiert wird, fiel ebenfalls durch einen Schaden. An der ersten Wendemarke lag Gasper Vincec 26,6 Meter lange “Way of Life” in Führung – die ehemalige MaxZ86  “Morning Glory” von Hasso Plattner (Bj 2005) – in Führung. Aber als das Fallenschloss des Großsegels brach und das Tuch am Mast herunterrutschte zog “Arca Sgr” vorbei.

Der 100 Fußer hat in seinem ersten Leben als “Skandia Wild Thing” 2003 schon das Sydney-Hobart-Race gewonnen, aber 2021 auch schon das Rolex Middle Sea Race auf der Langstrecke vor Malta. Eigner Furio Benussi hat damit die Barcolana nun schon zum fünften Mal gewonnen.

Ergebnisse Barcolana 2021

Untergang bei der Barcolana:

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

Ein Kommentar „Größte Regatta der Welt: 41 Rettungen bei Barcolana – Maxi bügelt über eine Yacht“

  1. avatar Noack sagt:

    Segeln war mal Gentlemanssport.Verpöhnter Begriff? Nein. Segeln ist noch immer Gentlemans Sport.
    Nur seit die Gentleman nicht mehr selbst segeln, sondern segeln lassen, hat die Art und Weise des Segelns sich verändert. Die althergebrachten Regeln gelten nicht für erfolgsorientierte Skipper, da hat der “Lütte” halt der Berufsschiffahrt( Neudeutsch: “Berufsschifffahrt) Platz zu machen. Die Ehre im Sport ist eine Tradition, wenn es um Milionen geht, welche die Eigner dieser Jachten nicht einmal brauchen ist jedes Mittel recht.
    Selbst in den schmutzigen Kriegen, gab es eine gewisse Ehre auf See, da ging es um Sieg, oder Niederlage eines ganzen Volkes. Heute fahren Vollintegrierte Wohnmobile mit Kiel über die See, mit Plichten, wo eine Kreuzsee einem das Genick brechen kann, weil man haltlos über das unterbettete Achterschiff kugelt. Foils, das Neue, das Geniale, der Weißheit letzter Schluß? Geschwindigkeit um jedenn Preis. Das ist Formel eins, also Zirkus . Die Welt des Seesports ist genauso kaputt, wie der Rest der Welt.

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