Harte Typen: Sturz-Training für Enoshima – Warum im Nacra17-Helme sinnvoll sind

Bis aufs Blut

Das österreichische Nacra 17 Team bereitet sich mit den Olympiasiegern in Uruguay vor. Die Bedingungen ähneln denen in Japan. Beim Üben fließt auch schon mal Blut.

Thomas Zajac und Barbara Matz dokumentieren in Punta del Este/Uruguay, wie hart heutzutage das Leben eines Olympiaseglers sein kann. Zusammen mit dem argentinischen  Nacra 17-Olympiasieger Santiago Lange, der mit seiner Partnerin Cecilia Carranza Saroli 2020 im Alter von 59 Jahren seine vierte Olympia-Medaille gewinnen will, trainieren sie in Südamerika. Dort haben die Segler ähnliche Bedingungen identifiziert, wie sie auch auf dem Revier in Enoshima vorherrschen sollen: Lange, hohe Wellen, die immer mal wieder von einem nahen Taifun aufgeworfen werden.

Thomas Zajac Barbara Matz

Olympia-Bronze-Gewinner Zajac mit Neu-Vorschoterin Barbara Matz. © Tobias Stoerkle

Das Wellenbild soll teilweise furchterregend sein. Und besonders die Katamaran-Foiler kommen schnell an ihre Grenzen. „Wir haben im vergangenen Herbst sechs Wochen in Uruguay trainiert, jetzt kommen drei weitere Wochen hinzu”, erklärt Zajac.

“Unser Ziel ist es, an Sicherheit zuzulegen und die Foiling-Performance im Grenzbereich zu steigern. Die Wellen erreichen eine Höhe von drei bis sechs Metern, da bist du vom Handling her extrem gefordert. Auch mental. Denn wenn du den Bogen überspannst, riskierst du schwere Verletzungen.”

Thomas Zajac Barbara Matz

Training mit den argentinischen Olympiasiergern. © Tobias Stoerkle

Wie das aussehen kann, zeigt das kurze Video, das der Steuermann mit seiner Helmkamera aufnahm. Es ist gut zu erkennen, wie viel Meter die Vorschoterin im Gennaker-Modus auf dem Luvschwimmer zurücklegen muss, um durch das verlagerte Körpergewicht einen optimalen Anstellwinkel der Tragflächen zu erreichen. Die Foils verstellen sich eben nicht automatisch wie zum Beispiel auf einer Moth durch den Fühler am Bug.

Blut abwischen, weitermachen

Als der Katamaran abrupt abstoppt, verliert Barbara Matz den Halt und rauscht kopfüber nach vorne. Aber die ehemalige Laser-Radial-Seglerin ist hart im Nehmen. Blut abwischen, weitermachen. Sie weiß: Den Olympia-Kollegen auf den gegnerischen Booten geht es genau so. Und die Zeit mit den Argentiniern auf dem Wasser ist (vielleicht) Gold wert.

Thomas Zajac betont noch einmal die Bedeutung der Trainingspartnerschaft: „Wenn man gegen die Besten der Besten bestehen möchte, muss man mit den Besten der Besten trainieren. Ich kenne Santiago schon aus meiner Zeit im Tornado, er ist einer der stärksten Katamaran-Segler der Gegenwart, hat auch im Americas Cup seine Spuren hinterlassen. Wir haben vereinbart bis unmittelbar vor den Spielen an einem Strang zu ziehen und mit offenen Karten zu spielen. Bisher läuft die Zusammenarbeit ausgezeichnet.“

Nach ihrer Rückkehr aus Südamerika starten die heimischen Nacra17-Asse Ende März in die europäische Segelsaison. Den Anfang macht die traditionelle Trofeo Princesa Sofia vor Palma (29. März – 6. April), es folgt der Weltcup in Genua (14.-21. April), die Europameisterschaft in Weymouth (13.-19. Mai), das Weltcupfinale in Marseille (2.-9. Juni) und die Kieler Woche (26.-30. Juni). Anschließend geht es nach Enoshima, wo im Juli und August neben rund 25 Trainingstagen das Olympic Test Event und eine Weltcup-Regatta auf dem Programm stehen. 

 

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Carsten Kemmling

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3 Kommentare zu „Harte Typen: Sturz-Training für Enoshima – Warum im Nacra17-Helme sinnvoll sind“

  1. avatar Roar sagt:

    Sportboote müssen den CE Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen entsprechen, um bei uns in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden zu können.

    Man wundert sich, wie der Nacra !7 Fehlkonstruktion die Konformität mit den geltenden Richtlinien bescheinigt werden konnte.

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 4 Daumen runter 6

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