Historie: Der “Container”-Mastbruch 1989 vor Japan

"Bergauf gehalst"

Container

Das “Container” Rigg kollabiert 1989 in einer Halse vor Japan. © Rick Tomlinson

Der Blog RB Sailing sammelt Fakten zu den alten IOR-Tonner-Yachten. Der letzte Eintrag zeigt Bilder von einem Mastbruch der “Container”. Dirk Neumann war damals an Bord. Er erinnert sich.

SR erklärt er: “Ja, ja, das war 1989 beim 50-Fuß-World Cup in Miura/Japan. Wir segelten mit dem 1989 gebauten, ersten 50-Füßer von Udo Schütz. Gaaanz viel Wind an jenem Tag…, ich war schon fertig mit meinem Achterholer auf der “neuen Seite” (Spinnaker war schon gehalst…), da wurde das Großsegel leider “bergauf” gehalst, also mit maximalem Druck – schön zu sehen auf dem zweiten Bild der Sequenz.

Das musste schiefgehen mit diesen super fragilen Riggs. Da kann selbst der beste Backstagsmann der Welt nicht reagieren. So blieb uns nach dem missglückten Manöver nichts anderes übrig als Mast und Wanten abzutrennen und zu versenken – mit einem Fender und viel Leine (60 Meter Wassertiefe…) markiert.

Am Tag darauf wurde, glücklicherweise an einem Layday und bei ruhiger See, der Mast mittels Fischerboot und Taucher geborgen und zur Reparatur an Land gebracht. Für das gesamte CONTAINER-Team war das dann eine 20-stündige Powerschicht bis zum nächsten Morgen um die Maststücke zu richten und mittels Schäftstück, Epoxyd-Harz und vielen Nieten zu schäften.

Die anderen Teams nutzten den freien Tag für einen Ausflug zum Fujiyama und die Nacht zum auskurieren diverser Hangovers. Da wollten einige (Mehl-)Augen nicht glauben, was sie am Morgen sahen: Die CONTAINER mit stehendem Mast wieder auf dem Parcour. Standing Ovations und später ein Sonderpreis waren die Folge.”

Das Boot verhalf 1989 kurz nach dem Japan Abenteuer dem dänischen Team unter dem Namen  “Tuborg” zum zweiten Platz beim Admiral’s Cup. 1991 segelte es wieder für die Dänen war aber der Schwachpunkt im Team das auf Rang sechs einkam.

Udo Schütz baute 1991 einen weiteren 50-Fußer mit dem Deutschland 1993 den Admiral’s Cup gewann. Dieses Schiff war 2012 Eigentum von Schütz und ist seit Mitte 2012 Eigentum des Mediterranean Yacht Clubs unter dem Namen “MYC One” und liegt in Andratx/Mallorca.

Der MYC  wurde 2012 mit Sitz in Kiel gegründet, wo er seit Sommer 2012 als gemeinnütziger Verein eingetragen ist. Die sportlicher Basis ist aber Mallorca. Er soll Regatta- und Fahrtenseglern aus ganz Europa offenstehen.  Der MYC auf Facebook

Die TP52 “Container”, die erfolgreich im Med Cup segelte, ist Mitte 2012 nach Australien verkauft worden, und segelt dort unter dem Namen “Calm 2”.

Der Mediterranean Yacht Club stellt sich vor:

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.
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9 Kommentare zu „Historie: Der “Container”-Mastbruch 1989 vor Japan“

  1. avatar Markus HGW sagt:

    Uns hat es sehr gefreut, als wir davon Kenntnis erhielten, daß auch noch ein anderer Segelverein versucht eine der alten Admirals Cup Jachten im Rahmen eines Segelvereines zu betreiben und so der Allgemeinheit zu erhalten.

    Grüße von der ehemaligen Konkurrenz.

    SJ Marionette IX

    Studentischer Regatta Verein.
    srv-greifswald.de

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  2. avatar SR-Fan sagt:

    Schwaxhpunkt
    Detuschland

    (Beitrag anschließend löschen)

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    • avatar Erbsenzähler sagt:

      Hä?

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      • avatar SR-Fan sagt:

        Wo liegt das Problem? Wollte doch nur (möglichst dezent) drauf hinweisen – kann ja mal passieren in der Hektik.
        Würde ich unnötig nölen wollen, hätte ich doppelte Leerzeichen vor “Tuborg” und die fehlenden Leerzeichen vor den … moniert.

        VG

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 5 Daumen runter 12

        • avatar Alex sagt:

          Die Zeit spielt eindeutig gegen die Rechtscheibapostel.

          Vor 25 Jahren hatte ich einen Kolege, dessen Hobby war das einstig benotete Schönschreiben unserer Eltern. Macht das heute noch jemand?

          Mit dem Schreiben durch Lesen lernen wird das Regelgerechte Schreiben ebenso erst zum Hobby und irgendwann in Vergessenheit geraten.

          Aber schön wenn einige die Fahnen tapfer hoch halten und uns, die nicht die perfekten Buchstabenfolgen hin bekommen, unsere Unzulänglichkeiten bei jeder Gelegenheit unter die Nase reiben.

          Ich denke es gibt im Leben wichtigeres.

          Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 9 Daumen runter 7

  3. avatar Seven sagt:

    Hey SR-Fan
    Ist mir auch aufgefallen aber dafür gibt es doch den Feedback Button. Ist aber gerade schwer zu finden…schau mal nach rechts : links unten am Bullauge des Jollenkreuzers!

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 6 Daumen runter 0

    • avatar stefan sagt:

      …ich habe es Aufgegeben die groben Rechtschreibfehler an Carsten zu schicken. Ich hatte die Hoffnung das sich da mittelfristig mal was bessert. Die allermeisten Fehler sollte schon allein sein Betriebssystem entsprechend markieren oder sogar korrigieren.

      Ich weiss nicht, was daran falsch ist wenn man als Leser zumindest einigermassen frei von groben Fehlern verfasste Texte erwartet.

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    • avatar SR-Fan sagt:

      Cool, vielen Dank für den Hinweis – das ist mir bisher entgangen.
      Ich wollte ja eigentlich gar nicht “so ein (öffentliches) Fass” aufmachen. Eigentlich wollte ich ja nur drauf hinweisen, deshalb auch der Wunsch (meinen) Beitrag anschließend zu löschen.
      So ein Artikel ist ja durchaus länger im Netz und dann doch auch irgendwie ein Indikator “der eigenen Sorgfalt”.
      Klingt zwar jetzt wirklich spießig aber wenn ich in der “Schreiberbranche” tätig bin fällt das mit Sicherheit auch z.B. Kollegen oder (zukünftigen) Geschäftspartnern auf.
      Mich hier mit irgendwelchen Rechtschreibaposteln gleichzustellen ehrt mich ja fast schon, übersteigt meine eigenen (Rechtschreib-)Fähigkeiten aber bei weitem 😉

      VG

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  4. avatar Nostalgiker sagt:

    Mir kommen immer wieder (fast…) die Tränen, wenn ich an diese guten alten Zeiten (nein, nicht der korrekten Rechtschreibung) der Tonnerklassen und des dickbäuchigen IOR-Segelns zurückdenke. Es ist einfach sowas von doof und lächerlich, dass das alles in die Binsen gegangen ist, seit sich ORC und RORC (IRC bzw. damals CH) zerzankt haben. Und aus welchen Gründen auch immer, es gibt kein Einsehen. So kann sich ein Sport selbst zerlegen. Ich bin sicher, gäbe es eine Einigung und würde in 2 Jahren der nächste Admirals Cup in Cowes ausgerufen, es würde sofort wieder funktionieren und die Streithähne könnten viel mehr zusammen aus diesem Rating-Zeugs machen, als es dieser unseelige Zank wert ist…

    Und Ihr Armleuchter denkt bei 2-Tonnern an Rechtschreibung… 2-Tonner will übrigens niemand zurück haben. Die wären heute sooooo teuer und sind doch sooo langsam.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 0

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