Horta – Les Sables: Rogues gewinnt, Riechers gibt auf, “Red” könnte vierter werden

"Spiel verloren"

mare-Skipper Jörg Riechers hat bei der Rücketappe der zweihand gesegelten Class-40-Regatta Les Sables – Horta – Les Sables aufgegeben. “Schuld war eine Rückenprellung, die sich der Hamburger bei einem Sturz an Bord zugezogen hatte”, berichtet er per Pressemitteilung.

Jörg Riechers

Jörg Riechers mit Problemen. © Breschi/Sables-Horta

Dort heißt es weiter: “Weil Riechers und sein französischer Co-Skipper Sébastian Audigane zudem in einer Flaute festhingen, die Schmerzen aber immer stärker wurden, entschloss sich Riechers zu diesem Schritt. `Ich bin sehr enttäuscht, aber es ging nicht mehr. Außerdem wäre mein Zeitplan durcheinander geraten. So aber werde ich jetzt zum Arzt gehen, um fit zu sein für das nächste Rennen, die Mini-Regatta Transgascogne, die bereits Sonntag startet´.

Schon zuvor “mare” war schwer geschlagen als sich herausstellte, dass die Südroute nicht funktionieren würde. Den Zweiten der ersten Etappe war es zwar gelungen, einen großen Querabstand zur führenden “GDF Suez” zu generieren, nachdem diese etwas risikoreich nach Norden gewendet war, aber das Vabanquespiel zahlte sich nicht aus.

Mathias Müller von Blumencron der mit “mare” und dem erfahrenen Duo Mabire/Merron ebenfalls die Süd-Option favorisiert hatte, schreibt auf der Seite von Axel Strauss, was ihnen widerfuhr:

GDF Suez Rogues

GDF Suez gewinnt überlegen das Class 40 Rennen Les Sables-Horta-Les Sables. © Breschi/Sables-Horta

“Seit Stunden hängen wir in einem schwarzen Windloch fest. Fast keine Geschwindigkeit. Die Segel schlagen, Schoten baumeln kraftlos. Keine Speed-Geräusche mehr: kein rauschendes Wasser, kein leichtes Stampfen. Verschwunden sind auch der Mond und die Sterne. Es ist Pechschwarz. Nebel legt sich über uns. Mankann kaum noch den Masttopp sehen. Und wir befinden uns mitten auf einer der am meist befahrenen Schifffsrouten im Nordatlantik. Ich höre auf dem Funkkanal, wie Miranda auf dem Nachbarschiff die Frachter kontaktiert, damit sie nicht überfahren werden.

Es stellt sich heraus, dass das eutopäische Wettermodell, das normalerweise verlässlicher ist, überhaupt nicht funktioniert hat. Ich mag gar nicht auf den nächsten Positionsreport sehen. Halvard und Jörg segln in unserer Nähe. Sie werden ähnliche Gedanken haben. Das Spiel ist verloren.”

Dazu berichtet Blumencron über 20 “irrwütige Fischern, die wie besessen dem Fang nachjagten” und deren Kurs schwer zu berchenen war. Aber schließlich läuft es doch noch positiv. ” Wir erleben zum ersten mal seit 24 Stunden eine für uns günstige Wetterentwicklung, guter Wind und schöne Rechtsdrehung. Jetzt weht der Wind so, wie er laut Modellen seit Stunden schon wehen sollte. Hier stimmt nichts mehr, großes Lotto…

Inzwischen hat GDF Suez in überzeugender Manier nach Prolog und erster Etappe auch die Zweite gewonnen und ist somit…vorsichtig gerechnet…Gesamtsieger. Klasse Rennen und Glückwunsch an Sebastien Rogues und sein Team.”

“Red” liegt bei der Etappe auf Rang acht, hat nach dem Ausfall von Riechers und dem Zeitvorsprung von der zweiten Etappe aber noch die Chance, in der Gesamtwertung sogar um einen Platz nach vorne zu springen.

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Carsten Kemmling

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