Hugo Boss-Havarie: Alex Thomson erklärt die Situation an Bord – 800 Meilen ohne Kiel

"Ziemlich nervenaufreibend"

Alex Thomson meldet sich erstmals mit Video-Botschaft von Bord der havarierten “Hugo Boss” und erklärt weitere Details zum Unglück. Er will jetzt fünf Tage lang “unten ohne” segeln.

 

Nach der harten Kollision, die sich angefühlt habe, als fahre man mit 65 km/h gegen eine Wand, ist “Hugo Boss” erst einmal heftig aus dem Ruder gelaufen und gekentert. So beschreibt Alex Thomson in seiner ersten Video-Botschaft von Bord den ersten Moment des Unfalls.

Hugo Boss (oben schwarz) hat Kurs auf die Kapverden im Süden genommen. 800 Meilen sind zu absovieren.

So richtig weit sind die Briten noch nicht gekommen

Sie seien beide nach vorne geflogen und hätten mit Schmerzen auf dem Boden gelegen. “Das war wirklich angsteinflößend – und ein Schock.” Auf der Seite liegend habe er die Kielaufhängung gecheckt und plötzlich Licht durch den Rumpf scheinen sehen. Der Kiel hing noch an den Hydraulik-Armen, aber die Bolzen am beweglichen Lager waren abgerissen.

Trotzdem schafften sie es, das Schiff wieder aufzurichten. Die Sicherung und Stabilisierung des Kiels sei aber nicht einfach gewesen. Mit Leinen versuchten sie unter Wasser Finne und Bombe zu sichern. Aber es funktionierte nicht. Nach einer unruhigen Nacht, sägten sie schließlich den Kiel ab. Er drohte mit seinen Bewegungen, den Rumpf zu beschädigen. Das dauerte viele Stunden. Nachdem Dreiviertel der Arbeit getan war, und sie eine Pause einlegten, riss der Kiel schließlich von alleine ab.

Wasser im Boot

Nun liege das Schiff allerdings nicht sehr stabil im Wasser. Wenn die Segel bei Überdruck nicht gefiert werden, kentert das Boot. “Das ist ziemlich nervenaufreibend, aber wir hatten keine andere Wahl.” Es hätte viel Wasser ins Boot strömen können.

“Hugo Boss” in besseren Zeiten. Ihr Potenzial hat sie auch bei der TJV gezeigt. © Snook Graham

Das sei auch jetzt schon der Fall, aber kontrollierbar. Der sicherste Weg weise nun nach Süden in Richtung der Kapverden. Wenn der Wind zu stark werde, müsse man die Segel komplett bergen und nur noch unter Topp und Takel segeln. “Hoffentlich erreicht die Krängung niemals mehr als 30 Grad.” Dann würde “Hugo Boss” unweigerlich kentern.

Diese ganze Situation nerve natürlich. “Wir lagen zwar nicht besonders gut in der Flotte, aber wir fanden, dass wir das Boot gut gesegelt sind.” Es sei eine großartige Erfahrung mit dem neuen Boot gewesen, und nun erlebe man einen Rückschlag. “Aber wir beschweren uns nicht.”  Jetzt werde erstmal zu den Kapverden gesegelt und dort alles weitere organisiert.

Das Team rechnet für die rund 800 Seemeilen mit einer Dauer von fünf Tagen. Man bereite sich darauf vor, “Hugo Boss” mit einem anderen Schiff zu erreichen, um die beiden sicher in den anvisierten Hafen zu begleiten.

 

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

2 Kommentare zu „Hugo Boss-Havarie: Alex Thomson erklärt die Situation an Bord – 800 Meilen ohne Kiel“

  1. avatar Malte Stölzner sagt:

    Sagt Alex Thomson nicht eigentlich, dass sie ohne Kiel gekentert wären, er aber glücklicher Weise noch dran war, und sie deshalb nicht gekentert sind?

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  2. avatar breizh sagt:

    Einfach nur das Video verlinken und man alle Informationen. Alex Thomson spricht relativ klares Englisch.

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