IDM der Olympiaklassen in Travemünde: Laser Meister Kamrath ist Champion der Champions

Einhandsegler als Team erfolgreich

Die Sieger beim Champions Cup aller fünf Meister. Laser Crew Malte Kamrath mit Philipp Buhl und 49er Vorschoter Oliver Lewin. © NRV/Peter Kähl

Deutsche Meisterschaften in olympischen Klassen stehen normalerweise bei den Athleten nicht sehr hoch im Kurs. Die Qualität der nationalen Regatten selten groß genug ist, als dass es für die Topkräfte eine lohnende Herausforderung wäre. Und die Reviere versprechen nicht immer Wettkämpfe, von denen sie sich eine Weiterentwicklung in Bezug auf die internationale Spitze versprechen.

Wenn die Profis dennoch teilnehmen, mögen sich die Amateure deplaziert vorkommen, ob des plötzlichen Niveau-Zuwaches. Das mag der Grund dafür sein, dass bei der Internationalen Meisterschaft aller Olympischen Klassen, die alle vier Jahre gemeinsam ausgetragen wird, diesmal nur sechs Starboote an den Start gingen.

Laser Meister Malte Kamrath feiert seinen überraschenden Sieg gegen die Favoriten Philipp Buhl und Simon Grotelüschen in Travemünde. © NRV/Peter Kähl

Umso wichtiger ist die Aufwertung der Veranstaltung unter der Ägide des Sailing Team Germany. Die Nationalmannschaft ist zur Teilnahme verpflichtet, und die Öffentlichkeit bekommt die Athleten zu Gesicht.

Für das STG bedeutete die Veranstaltung zudem ein weiterer Probelauf bei der Präsentation des Sports im Internet. Mit live Kommentaren und Tracking Software verfolgen die Macher weiterhin das eherne Ziel, den Segelsport einer breiteren Öffentlichkeit darzustellen. Das ist die Grundlage für zufriedene Sponsoren.

Aber in Travemünde fehlte der Wind. Ärgerlich, wenn die Natur nicht mitspielt. Dennoch hat es sich gelohnt. Es gibt Meister und das abschließende Championsrace auf gleichen Laser SB3 Schiffen ist eine Bereicherung für die Szene.

Die Pressemitteilung:

Der Newcomer in der paralympischen 2.4 Klasse Lasse Klötzing fügte Altmeister Heiko Kröger eine empfindliche Niederlage zu. Es ging schon um die Paralympics Qualifikation. © NRV/Peter Kähl

Doppelsieg für Malte Kamrath (VSaW). Erst gewann der Berliner im Laser Standard die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) in Travemünde, um sich anschließend in einem packenden Finale des ersten “Champions Cup” auch noch den Titel „Bester der Besten“ zu holen.

Mit seinem deutschen Meistertitel verwies Kamrath die Favoriten Philipp Buhl (SCAI) und Simon Grotelüschen (LYC) auf die Plätze. Anschließend segelten alle Deutschen Meister im „Champions Cup“ gegeneinander, der auf Initiative des Sailing Team Germany zum ersten Mal ausgetragen wurde und den „Besten der Besten“ kürte.

Malte Kamrath entschied in einem packenden Kopf-an-Kopf-Rennen vor den 470er-Frauen um Kathrin Kadelbach (NRV/VSaW) das Rennen für sich. Auch wenn Kamrath beim Öffnen der großen Champagnerflasche bei der Siegerehrung noch etwas länger brauchte – „Ich habe darin nicht so viel Übung!“ – bekam der frischgebackene Doppel-Meister gemeinsam mit Lasse Klötzing (PYC), Deutscher Meister im 2.4mR, den meisten Applaus für seine Leistung.

„Der Bundesminister des Inneren, Dr. Hans-Peter Friedrich, stiftete einen Ehrenpreis für den besonderen Verdienst der Ausrichter, dem Norddeutschen Regatta Verein, dem Lübecker Yacht-Club und dem Sailing Team Germany, für die Inklusion der paralympischen Segeldisziplin 2.4.mR in die IDM“, begründete Ernst Denneborg, zuständig für Behindertensport im Bundesministerium des Inneren, bei der Übergabe an den Sieger des „Champions Cup“.

Nach anfänglichen „Startschwierigkeiten“ mit sehr schwachen Winden und nur wenigen Wettfahrten zeigten die rund 260 Segler aus neun Nationen in den live übertragenen Rennen am Sonntag und Montag die faszinierenden Facetten des Segelsports. Die visuelle Live-Übertragung im Internet, durchgeführt durch das Sailing Team Germany im Schulterschluss mit der SAP AG, brachte durch die Live-Kommentare des ZDF-Sportreporters Alexander Ruda und des zweifachen Olympiateilnehmers Marcus Baur das Segeln direkt zu den Zuschauern nach Hause.

In fünf olympischen Bootsklassen wurde die Deutschen Meister bei der IDM gekürt, die alle Mitglied der Deutschen Segelnationalmannschaft, dem Audi Sailing Team Germany, sind: Neben Malte Kamrath (VSaW) im Laser Standard (52 Boote) gewann Franziska Goltz (SSV) den Titel im Laser Radial (25).

Im Finn Dinghy (52) setzte sich der Ranglistenerste Jan Kurfeld (YCW) durch. In der Gesamtwertung der 470er (32) (Männer und Frauen segelten gemeinsam), behaupteten Ferdinand Gerz & Patrick Follmann (DTYC) die Spitzenposition nach dem Medal Race. Bestes Frauenteam wurden Kathrin Kadelbach (NRV/VSaW) & Friederike Belcher (NRV).

In der paralympischen 2.4mR-Klasse (29) setzte sich Lasse Klötzing (PYC) durch. Bei den sechs Starbooten gewannen nach zehn Kurzrennen direkt vor den Augen der Zuschauern Johannes Polgar & Markus Koy (NRV). Die Wertung der 49er (14), die eine Bestenermittlung segelten, ging an die Kieler Erik Heil & Thomas Plößel (NRV).

Gesamtergebnisse der IDM:

49er (7 Wettfahrten): 1. Erik Heil / Thomas Plößel (NRV/ASTG) 2. Jan Hauke Erichsen / Max Lutz (FSC) 3. Thomas Rein (SYC) / Hannes Baumann (NRV)

Laser Standard (5 Wettfahrten): 1. Malte Kamrath (VSaW/ASTG) 2. Philipp Buhl (SCAI/ASTG) 3. Simon Grotelüschen (LYC/ASTG)

Laser Radial (5 Wettfahrten): 1. Franziska Goltz (SSV/ASTG) 2. Lisa Fasselt (YCRE/ASTG) 3. Katja Kowalski (VSaW)

Finn Dinghy (5 Wettfahrten): 1. Jan Kurfeld (YCW/ASTG) 2. André Budzien (SYC) 3. Ulli Kurfeld (YCW)

470er (5 Wettfahrten): 1. Ferdinand Gerz / Patrick Follmann (DTYC) 2. Olivier Gremaud / Adrien Gremaud (SUI, CNM) 3. Denny Naujock / Nils Schröder (WSV/VSaW)

2.4mR (5 Wettfahrten): 1. Lasse Klötzing (PYCASTG) 2. Heiko Kröger (NRV/ASTG) 3. Alexander Sadilek (CZE, Avia Praha)

Starboote (10 Wettfahrten): 1. Johannes Polgar / Markus Koy (NRV/ASTG) 2. Robert Stanjek (NRV/ASTG) / Manuel Voigt 3. Alexander Schlonski / Matthias Bohn (NRV/ASTG)

Ergebnisse
Eventseite
TV Aufzeichnungen vom Champions Cup

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Carsten Kemmling

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44 Kommentare zu „IDM der Olympiaklassen in Travemünde: Laser Meister Kamrath ist Champion der Champions“

  1. avatar Uschi sagt:

    Hallo Carsten,

    ich glaube nicht, dass das ausbleiben der Starbootamateure auf der IDM mit einem Niveau anstieg zu tun hat. Es gibt genügend Amateure die an international Top besetzten Feldern teilnehmen.

    Für viele ist schlichtweg der Termin das K.O. Kriterium gewesen, wenn man 3 Wochen später an einem Event wie der 100 Jahre Starboot- Regatta in St.-Tropez teilnimmt fehlen schlichtweg die Urlaubstage und sicherlich auch die Motivation zum Segeln in den kühlen Norden zu fahren.

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  2. avatar Markus O sagt:

    Die Felder sind schon erschreckend klein. Und dass für eine Meisterschaft mit enormen technischen Aufwand (Unterstützung SAP, etc..) und zeitsparend an einem langen Wochenende. Carsten’s Argument, das die Amateure sich deplatziert fühlen um sich mit den Profis zu messen, kann ich schlecht nachempfinden. Hierdurch würde ich gerade einen besonderen Reiz sehen.
    6 Starter bei den Stars ähnelt einem Boykott, okay, die sind sowieso aus Olympia raus und müssen sich neu orientieren.
    32 Boote bei den gemischten 40ern und 14 Boote bei den 49ern, können auch kaum ernst genommen werden.
    Ich sehe die deutsche Segel-Szene aus der Ferne (Schweiz). Die Rahmen mit Audi, SAP und STG scheinen besser zu sein als jemals zuvor. Abe dann diese Meisterschaft. Irgendwas passt hier nicht zusammen.
    Bitte um Aufklärung.

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    • avatar Thomas sagt:

      Was bei den Starbooten los war ist mir nicht klar. Die haben ja noch eine richtige Basis in Deutschland.

      Bei 470er und 49er ist das anders. Die 470er haben in der gleitenden Rangliste gem DSV-Kriterien 53 Schiffe. M/W zusammen gezählt. Deshalb können Sie auch nicht nach Geschlechtern getrennt starten, weil es dann gar keine Meisterschaften wären, sondern nur noch Bestenermittlungen. Die Basis in dieser Bootskategorie fährt seit Jahren 505er oder Korsar. Ohne Olympiastatus wäre die Klasse in Deutschland schon lange tot.

      Der 49er hat eigentlich nie eine Basis gehabt. Die letzte Rangliste der KV (Originalzitat von der Webseite
      )
      … aktuelle Rangliste (Stand: 03.07.2008) ….

      hat 26 offizielle Einträge. Ich vermute mal, dass es in den letzten Jahren nicht mehr geworden sind. An eine offizielle deutsche Meisterschaft in dieser Klasse, welche die DSV-Kriterien quantitativ erfüllt hätte, kann ich mich nicht erinnern.

      So gesehen sind 32 bzw. 14 Schiffe fast schon als Erfolg einzustufen.

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    • avatar Manfred sagt:

      Aufklärungsversuch:
      Kann es sein, dass es an dem “wir hier oben, ihr da unten” liegt ? Teamkleidung, dicke weiße Autos, ein Gehabe als wenn man schon 3 Medaillen im Sack hat… Ich mein ja nur. Duck und wech…

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    • avatar Der Trainer sagt:

      Nur mal so als Frage: Was haben Meldezahlen mit Qualität oder internationalen Erfolgen zu tun? Kugelstoßen Deutsche Meisterschaft 2011 in Kassel waren auch nur 17 Teilnehmer. Diskus 15 und Speer auch 17 und dann sind “wir” Weltmeister geworden

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  3. avatar JN sagt:

    Als Teilnehmer dieser Veranstaltung kann ich im Nachhinein jeden verstehen der nicht gekommen ist. Auch für mich war es ein Anreiz mit den Profis zu segeln. Leider rückte der Sport in den Hintergrund. Das Marketing gewann die Oberhand. Um die Zeitpläne und das Medal Race zu sichern wurden, zumindest auf der Laserbahn, mehr als fragwürdige Rennen laufen gelassen. Bis zu 30 Halsen einiger Topleute auf einer Vorwind sprechen für sich. Die Jury griff nicht ein. Löchriger Wind um 1 bft und eine Luvtonne in der Flussmündung garantierten keine fairen Bedingungen. Leider wurde auch an Land für miese Stimmung gesorgt. Helfer an der Slippbahn, Fehlanzeige. Das fast schon obligatorische Erinnerungs- T- Shirt oder ähnliches waren bei 100,- € Startgeld für die Einmannboote zu viel verlangt. Wer sich bei der Eröffnungsveranstaltung auf das angekündigte Buffett freute, wurde von einem Preis von 10,-€ überrascht. Auf leise Kritik, wurde barsch reagiert. Man bekomme für sein Startgeld schließlich Meisterschaften auf allerhöchstem Niveau. Leider bekamen wir genau diese nicht, was nicht nur am fehlenden Wind lag. Vielmehr wähnte man sich auf einer Marketingveranstaltung des STG. So sehr man sich über die Förderung des Spitzensports durch das STG freut, hier wurde alles getan um einen Keil zwischen STG und Basis zu treiben. Spitzensport funktioniert ohne eine breite Basis nicht. Eine Deutsche Meisterschaft ist eine Gelegenheit beide zusammen zu bringen. Dies wurde hier versäumt.

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    • avatar ein Fan sagt:

      Und bei der 470er Klasse wurde 8 Stunden auf dem Wasser auf Wind gewartet, stundenlang in praller Sonne, statt an Land im Schatten. Nicht sehr schön, die Wettfahrt wurde durchs lange warten auch nicht fairer.

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  4. avatar Christian sagt:

    Bis auf sehr wenige Klassen haben alle derzeit ein Problem mit der Massenbasis. Fast überall ist es bei Ranglistenregatten Standard, dass max. 20 Boote am Start sind. Sehr oft auch weniger.

    Ist ja auch kein Wunder, angesichts der ungeheuren Zahl der mittlerweile verfügbaren Bootstsypen. Und alljährlich kommen neue hinzu. So schön die Vielfalt einerseits ist, ist sie andererseits in Sachen Quantität ein race to the bottom.

    Hinzu kommt, dass Segeln für viel inzwischen nur noch ein Sport unter mehreren ist. Die Bindung ans Segeln nimmt ab, weshalb auch viele Vereine Probleme haben, sei’s beim Nachwuchs oder bei Ehrenamtlichen, die die Arbeit machen.

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    • avatar Thomas sagt:

      Ich sehe eher einen klaren Trend zu Einmannklassen. O-Jolle, Laser, Finn, Europe und mit Abstrichen auch Contender und OK-Jolle sind immer noch stark vertreten. Fast alle Zweimannbootsklassen haben es hingegen schwer und kämpfen mit abnehmenden Feldern.

      Spektakuläre Bootsklassen wie 49er oder Katamarane oder Moth haben zudem das Problem, dass man sie auf vielen Revieren in Deutschland gar nicht vernünftig segeln kann, weil die Reviergröße oder die Windverhältnisse dafür zu bescheiden sind. Da steht dann Aufwand und Spass in keinem vernünftigen Verhältnis.

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      • avatar Plan B sagt:

        Schaut doch mal genau hin, 90 Boote bei der Contender DM oder die starke deutsche Flotte der 505er angeführt von Meike. In beiden Klassen gibt es Segler die Klasse entwickeln.
        Und selbst ohne Wettfahrt bei der 505IDM in Starnberg war es eins der besten Events in den letzten Jahren. Funktionierende Klassenvereinigungen, moderate Anpassungen des Materials sowie engagierte Bootsverkäufer 😉 lassen die Klassen leben. Besonders die Fiven werden vom “Jesstörtchen” rasant angeschoben. Und zuletzt führt das mehr “miteinander” auch zum gewünschten Erfolg…

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    • avatar Manfred sagt:

      Christian,
      das ist mir ein bisschen zu allgemein und wird gerne als Argument genommen um von den eigentlichen Problemen abzulenken. (Die müsste man dann ja von DSV Seite aus verschärft angehen) Ich tendiere dazu, das JN eher den Kern trifft, denn egal wie viele Bootsklassen es gibt, wenn eine Klasse einen gewissen “Wohlfühlcharakter” hat, dann stimmen auch die Teilnehmerzahlen. (Hobie 16, F18) Denke mal an FD, Finn und 470 Felder in früheren Jahren. Da gab es diese Veranstaltungen, wo man hin musste, auch wenn der Wind nicht immer stimmte aber es stimmte der gesellschaftlich/soziale Teil. Zusammen sitzen mit Olympiaseglern, sich austauschen oder auch mal gemeinsam nach durchzechter Nacht auf der Kreuz aus dem Trapez reihern. Irgendwie waren alle sympathisch und gleich. Leider finde ich nicht mehr die Teilnehmerzahlen einer Dt. Meisterschaft der Olympiaklassen in Kiel irgendwann im letzten Jahrhundert. Wäre interessant das im Vergleich hinzuzuziehen. Vielleicht liegt es ja nur an dem elitären Konzept, alle zusammen zu ziehen.

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      • avatar Christian sagt:

        @Manfred: Was sind denn die “eigentlichen Probleme”? Und was soll der DSV unternehmen? Wenn es nur so einfach wäre, dass es an konkreten Maßnahmen liegt…

        In fast allen Klassen gibt es auch heute noch den Wohlfühlfaktor (ich kenne kaum eine, bei der es nicht so ist). Aber es ist halt ein Unterschied, ob es zehn Klassen oder hundert sind, in denen Regatta gesegelt wird. Genau deswegen schwächeln doch nahezu alle Klassen. Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel.

        Freilich darf man die Veranstalter von Regatten nicht aus der Verantwortung nehmen. Überhöhte Startgelder und zuschauerfreundliches (sprich oftmals seglerfeindliches) Race Management fördern nicht gerade die Teilnahmebereitschaft. Bahn Beach in Travemünde ist grausam… zumindest für die Segler.

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        • avatar Uschi sagt:

          Aus meiner Erfahrung sind die ausrichtenden Vereine noch nie bekannt dafür gewesen, dass der Segler das Gefühl hatte das Startgeld sei in der Höhe gerechtfertigt. Aber irgendwie muss ja auch der ganze Aparat hinter den Vereinen gezahlt werden. Ist ja unbedingt notwendig eine eigene Marketingabteilung zu haben…

          Richtig heftig finde ich es jährlich auf der KiWo…für ein horendes Startgeld bekommt jeder Teilnehmer eine Mütze in einer ultimativ hässlichen Farbe an der man schon sieht, dass die Restposten rausgehauen werden. Sonst kriegt man nicht viel geboten. Ach ja noch eine mehr oder weniger professionelle Wettfahrtleitung und Jury.

          Aber hier sollten sich die Vereine mal überlegen, ob sie die Veranstaltungen nicht attraktiver machen können damit die Teilnehmerzahlen wieder steigen.

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  5. avatar tiefenrausch sagt:

    Der DSV will künftig ohnehin weniger Meisterschaften, die neue Politik, angestossen vom IOC und der ISAF – läuft auf grosse Show, spektakuläres Segeln usw. heraus, AC im kleinen. Ob das richtig ist, ob man das gut findet, ob man da mitmachen will, muß jeder für sich entscheiden. Leider wird es keine Alternative zur DSV- Mitgliedschaft geben. Jedenfalls habe ich die Katamaransegler auf der TraWo, die im Hafen für die staunenden Rentner eine “Regatta” segeln sollten, nicht beneidet, noch nicht einmal um die Bezahlung.

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    • avatar Segelfreund sagt:

      Mit den Anstößen von IOC und ISAF in Richtung große Show hast Du sicher recht, aber woher stammt deine Behauptung, der DSV wolle künftig nur noch weniger Meisterschaften?

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      • avatar tiefenrausch sagt:

        Stichwort Jury, Wettfahrtleiterprüfungen ab nächstem Jahr. Ich bin mittlerweile ehrlich dankbar für die Unentwegten, die freiwillig in ihrer Freizeit den Job als Wettfahrtleiter machen, trotz steigender Hürden im Verband.

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        • avatar Segelfreund sagt:

          Also ich habe auch viel Respekt dafür, dass es die Unentwegten gibt, die uns über die Bahn schicken, uns die Tonnen hinlegen und ggf. unsere Proteste verhandeln. Ich finde aber schon, dass es nichts schaden kann, wenn die etwas mehr Ahnung haben, von dem was sie tun und zumindest mal in das Regelbuch reingeguckt haben. In jeder anderen Sportart müssen Schiris usw. doch auch Lizenzen haben (war zumindest in meiner Jugend auch bei Volleyball und Fußball so), das fasst dort auch niemand als Schikane auf. Das als Versuch zu werten Meisterschaften zu reduzieren halte ich für etwas weit hergeholt.

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          • avatar JOKO-ONO sagt:

            Das ist korrekt nur geht es hier nicht um Meisterschaften, sondern um Wochenenddranglisten ! für die man jetzt einen ausgebildeten WF-Leiter haben muss.

            Die WF-Leiter und Schiedsrichterausbildung des DSV oder der Landesverbände sind zum teil eher eine Comicveranstaltung, als ich die Ausbildung gemacht habe, wurden einfachste Fälle haarsträubend beantwortet, trotzdem gab es einen Eintrag ins Schwarze DSV Buch, die Ansichten zu Regel 42, die ich mal in die Diskussion warf, waren nur zum Lachen.
            Die DSV Ausbildung in allen Bereichen ist eine reine bürokratische Hürde und Alibimaßnahme.

            Schade dass jetzt die guten Regattasegler anderer Klassen, die nicht 2 Winterwochenende investieren möchten und dann bei JEDER Regatta des Clubs auf dem Startschiff sitzen wollen keine WF-Leitung mehr machen können, sondern dieses grundsätzlich pensionierte Dickschiffsegler die Zeit haben machen werden.
            Wobei ich nichts gegen pensionierte Dickschiffsegler habe, die Wettfahrtleitung machen, vielen Dank an diese für Ihre investierte Zeit und Ihre zum Teil hervorragenden Leistungen, aber die Maßnahmen des DSV werden dazu führen, dass aktive Regattasegler keine WF-Leitung mehr machen werden.

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          • avatar Segelfreund sagt:

            Also so wie ich das verstanden habe, qualifiziert man sich doch über die (Wochenend)Ranglistenregatten für die Meisterschaften und wie gesagt in anderen Sportarten gibt es solche Regelungen ab der Kreisliga inklusive praktischer Prüfung bei einem Spiel(!).
            Dass es auch Flachpfeifen gibt, die die Schulungen machen, mag sein, die auf der ich war, war durchaus qualifiziert und dauerte übrigens genau einen Samstag.

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  6. avatar JOKO-ONO sagt:

    Wort eines Indianers :

    “Erst wenn die letzte Regatta bei Flaute die Zuschauer langweilt, der letzte Sponsor günstiges Materialsponsoring an das STG gibt, der letzte Laser 4.7 Segler in das STG aufgenommen wird und einen Audi Q7 bekommt, die letzten Olympioniken Ihre Ravioli nicht mit einer Probefahrt im Q7 bezahlen können, werdet Ihr einsehen, dass man Wind nicht kaufen kann” 🙂 🙂

    Ohne Masse geht es nicht – klassen wie der 49er zeigen es.
    Am Sonntag wurden die Wettfahrten unter wirklich nicht segelbaren Bedingungen durchgezogen damit die Sponsoren am Montag die Medalraces schauen durften.
    Die Wettfahrtleitung kann man verstehen, hier ist ein entsprechender Druck von den Sponsoren aufgebaut worden, die nicht akzeptieren können, dass man Wind nicht kaufen kann.
    Ich stimme allen anderen zu, die sagen dass viele Events sich durch die Segler finanzieren, diese aber nichts davon abbekommen.

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    • avatar Uschi sagt:

      Was bringt es denn dem Wettfahrtleiter, wenn die Segler total frustiert auf dem Wasser warten und dann Wettfahrten gesegelt werden, die nicht regulär sind. So etwas frustiert die Segler und fördert auch nicht Teilnahmen an den Regatten.

      Hier sollte der DSV endlich einmal anfangen die Bedingen zu definieren ab wann eine Wettfahrt gestartet werden kann. Beispielsweise eine konstante mindest Windgeschwindigkeit ab 5 kn.

      Soviel Rückrad sollte jeder Wettfahrtleiter haben, dass er dafür sorgt, dass eine Wettfahrt bei regulären Bedingungen stattfindet.

      Um das Wohl der Sponsoren kann sich dann die Marketingabteilung der Vereine oder die Funktionäre des DSV kümmern.

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      • avatar Wettfahrtleiter sagt:

        Ich erlaube auf Regel 35 zu verweisen.

        Ansonsten: Jeder WL sollte so etwas in seiner Segelanweisung stehen haben:

        15. Zeitlimits und Sollzeiten
        1. Hat kein Boot die Bahnmarke 1 innerhalb des Zeitlimits für die Bahnmarke 1 von 30
        Minuten passiert, wird die Wettfahrt abgebrochen. Das nicht einhalten der Sollzeit ist
        kein Grund für einen Antrag auf Wiedergutmachung. Das ändert Regel 62.1 (a).
        2. Hat kein Boot innerhalb von 90 Minuten die Bahn abgesegelt, wird die Wettfahrt
        abgebrochen. Das nicht einhalten der Sollzeit ist kein Grund für einen Antrag auf
        Wiedergutmachung. Das ändert Regel 62.1 (a).
        3. Boote die nicht innerhalb von 30 Minuten, nachdem das erste Boot die Bahn abgesegelt
        hat und durchs Ziel gegangen ist, werden ohne Verhandlung als DNF gewertet. Das
        ändert WR 35, A4 und A5.

        Vorlage daür hier:

        http://dsv.org/index.php?id=73

        Ansonsten mal bei Uli Finkh schauen.

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        • avatar Uschi sagt:

          @Wettfahrtleiter:
          Diese Regel sollte der gute Wettfahrtleiter kennen. Meistens werden die Segelanweisungen geschrieben bevor der Wettfahrtleiter feststeht. Somit hat der Wettfahrtleiter kaum Einfluss diese Regel geltend zu machen. Es sei denn er ändert die Segelanweisungen nachträglich ab, aber dazu muss er eben die Regel kennen!

          Wenn man jedoch hingeht und direkt eine minimum Windgeschwinkeit definiert, dann erübrigt sich das Thema.

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          • avatar Wettfahrtleiter sagt:

            5.3.1 Klassenregeln können sowohl Mindest-, wie Höchstgeschwindigkeiten
            für den Wind vorschreiben. Gibt es keine
            solche Klassenregel, sollen beim Start einer Wettfahrt
            mindestens 4 kn Windgeschwindigkeit herrschen.

            Ranglistenordnung des DSV.

            Lest endlich mal die Regeln durch. Ich zwinge meine Vereinsmitglieder zregelmäßig dazu sich mit den Regeln auseinanderzusetzen. Hat uns schon so manchen Vorteil gebracht.

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          • avatar Uschi sagt:

            @Wettfahrtleiter
            wie du selbst schreibst “sollen beim Start einer Wettfahrt…”
            und genau hier liegt das Problem. Es soll und es muss nicht!

            und ganz ehrlich 4 kn Wind erzeugt manch einer schon nach einer guten Bohnensuppe. 😉

            Das ist aus meiner Sicht nicht wirklich ein Wind der zum Segeln reicht

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      • avatar JOKO-ONO sagt:

        “Soviel Rückrad sollte jeder Wettfahrtleiter haben, dass er dafür sorgt, dass eine Wettfahrt bei regulären Bedingungen stattfindet.”

        Ich glaube DEN Ärger will sich kein WFLeiter einfangen,
        am Montag war ja etwas Wind, und alle hätten in die Travemündung geschaut und keinen Segler gesehen, da die Segelanweisung einen Flottenstart am Montag nicht zuließ.

        Ansonsten hast Du natürlich absolut recht. Zumal es mir als Otto-Normal-Segler ja herzlich egal ist, ob noch mehr Audis für die Elite angeschafft werden können oder nicht. Erstaunlicherweise gab es vor einigen Jahren ausgezeichnete Segler und Leistungen in Deutschland ohne dass man mit den Ringen auf der Tür durch sie Gegend gefahren ist.
        Die Nixdorf-Stiftung ( die Förderungsdefinition war hier Mäzen nicht Sponsor) hat es gezeigt, das man Segelsport fördern kann ohne ihn zu zerstören.
        Wenn man auf internationalen Regatten ist, habe ich das Gefühl, dass die Deutschen Segler mit ihren fetten Autos an Land neidisch betrachtet werden, aber dann auf dem Wasser eher belächelt werden.

        Der DSV hat es allerdings nicht geschafft sich in einen vernünftigen Batzen aus der Sportförderung zu schneiden bzw. politisch so zu agieren, das sinnvolle Förderung möglich war. Stattdessen wurde hier ein Verwaltungsapparat aufgebaut, der “griechische” Ausmaße hat, oder kennt jemand eine Weitere Sportart, bei der man sein Sportgerät für 30,–Euro ( genauen Betrag muss ich nachschauen) in einem Zentralregister registrieren muss um bei einer Deutschen Meisterschaft zu starten.
        Ich glaube, sowas gibt es noch nicht mal bei der Formel 1.

        Die “Privatinitiative” STG ist lobenswert, hat aber natürlich viel mehr Druck als ein großer Verband, den Forderungen eines gewinnorientieren Sponsors nachzukommen, insbesondere, wenn er Deutsche Meisterschaften mit AC oder Extrem 40 Events vergleicht.

        Schicke Jacken und Autos ernähren die Segler nicht, zumal Kleidungssponsoring eh weit verbreitet ist und war. Ein langfristiger Aufbau, wie ihn ein Verband erreichen kann wäre sinnvoller. Leider sind die Aufnahmebedingungen in den A-Kader z.T. so Utopisch, dass man erst gefördert wird, wenn man schon mehrere Jahre hauptberuflich segelt, Ansonsten kann man nämlich bei WMs und Europameisterschaften in Olympischen klassen kaum unter die ersten 10 kommen.

        Bei den Events glaube ich, dass die Buchhaltung grundsätzlich falsch läuft, die Ertrtäge aus den Standplatzvermietungen, Steuern und Gebühren werden nicht mit dem Regattabudget gekoppelt. Ansonsten muesste ja das Startgeld gen Null tendieren oder.

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        • avatar JN sagt:

          Für den Fall, dass bis zum Sonntagabend keine 4 Wettfahrten zustandekommen waren Flottenregatten auch am Montag vorgesehen. Allerdings wäre dann das Medal-Race ausgefallen. Das Championsrace hätte aber stattfinden können. Für Segler, die tagelang auf Wind gewartet haben, sicher die bessere Alternative.

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        • avatar Uschi sagt:

          @JOKO-ONO
          ich war zwar nicht vor Ort und weiss nicht was vorgefallen ist, aber scheinbar gibt es ziemlich großen Frust über die Sponsoren.

          Natürlich hätte ein A4 Avant auch gereicht um das Schiff zum Training oder zum Wettkampf zu ziehen aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

          Ich persönlich finde eine Initiative wie die STG eine gute Sache, den Leistungssport zu fördern gerade dann wenn man auch hin und wieder erlebt wie die Kriterien eines HNV ausgelegt werden. So wurde zum Beispiel ein Deutsches Starboot Team nicht berücksicht, weil die aktuell nominierten Segler weitere interne Konkurenz verhindern wollten. Aber der DSV ist in seinem Nomierungsverhalten auch nicht wirklich besser, es sei den “er” kommt aufrund der Leistungen des Sportler, gar nicht an dessen Nomierung vorbei!

          Die Briten machen es doch erfolgreich vor, dass durch gezielte Förderung Erfolge entstehen. Ich bin der Meinung mit der Gründung des STG ist zumindestens eine gute Basis geschaffen worden die das bisherige Kaderkonzept des DSV nicht hergegeben hat.

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          • avatar Der Trainer sagt:

            @Uschi
            Wie machen es die Briten denn bitte genau im Vergleich zu DSV/HNV/STG? Worin unterscheidet sich deren Konzept von den von Dir getadelten HNV und DSV Konzepten (Kriterien). Welchen Unterschied weist STG-Team gegenüber DSV-Kader auf. Ich bitte um Aufklärung!

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          • avatar Uschi sagt:

            Die Briten fördern ihre Athleten nicht nur mit öffentlichen Mittel, sondern können sich an einem großen Etat den den die Britische Lottogesellschaft bereitstellt bedienen. Zusätzlich gibt es noch die Förderung einer großen Versicherung. Dadurch gewährleisten die Briten, dass sich die Athleten vollkommen auf das Segeln konzentrieren können und nicht noch mühselig ihre Kampagnen finanzieren müssen.
            Zudem beschäfftigen die Briten ein Team von Tüftlern die sich ausschliesslich um Materialentwicklung kümmert. Soetwas hat es meines Wissens in Deutschland nie gegeben, höchstens die FES.

            Selbst mit HNV und DSV Förderung mussten die Athleten noch teile der Kosten selbst beisteuern.

            Was die Kadernomierung angeht so wurde des öfteren schon im Bereich D- und C Kader Segler nominiert die gerade erst in die Klasse gewechselt sind. Ebenso die Tatsache das es für Segler die nicht für die großen Norddeutschen Vereine gestartet sind, nahezu unmöglich war einen Kaderplatz zu bekommen. Ebenso die Nomierung für den HNV.

            Aus meiner Sicht bietet die STG die Möglichkeiten nahezu Abseits der Vereine ein Deutsches Team auf die Beine zu stellen, das professionell arbeiten kann und nach einiger Zeit mit Sicherheit auch Erfolge aufweisen kann.

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        • avatar Segelfreund sagt:

          JOKO-ONO sagt: “Stattdessen wurde hier ein Verwaltungsapparat aufgebaut, der “griechische” Ausmaße hat, oder kennt jemand eine Weitere Sportart, bei der man sein Sportgerät für 30,–Euro ( genauen Betrag muss ich nachschauen) in einem Zentralregister registrieren muss um bei einer Deutschen Meisterschaft zu starten.”

          1. In nahezu allen anderen Sportarten braucht man allerdings Spielerpässe (Ballsportarten) oder Starterpässe (z.B. Ski, Leichtathletik) die auch kosten (mitunter mehr als 30,- Euro)
          2. Die Klassenvereinigungen entscheiden selbst, ob man den DSV-Bootsschein braucht oder nicht (z.B. im 29er nicht erforderlich und damit auch keine 30,- Euro)
          3. Griechische Ausmaße im Verwaltungsapparat bei ca. 30 Mitarbeitern für (lt. DOSB-Statistik) für knapp 186.000 Segler? Als Vergleich STG 16 Mitarbeiter (nach Angaben von Sponsors oder Spiegel-online) für gut 100 Mitglieder in den Nationalmannschaften.
          4. Informiere Dich doch mal über die Lizenzgebühren die ein Rennstall zahlen muss, um in der Formel 1 dabei zu sein, ich schätze mit 30,- Euro ist es da nicht getan.

          @Uschi: zumindest in meinem Club (und in allen anderen in die ich Einblick habe) werden die Segelanweisungen vom Wettfahrtleiter geschrieben.

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          • avatar Segelfreund sagt:

            @JOKO-ONO zur Info mal recherchiert was bei der DTM im Jahr 2006 so an Gebühren fällig gewesen ist (ist wahrscheinlich eher nicht billiger geworden):

            “6.3 Die Einschreibegebühr für einen Fahrer beträgt:
            · 10.000 Euro für alle Veranstaltungen
            · 2.000 Euro pro Veranstaltung bei Einzelnennung
            6.4 Die Einschreibegebühr für einen Bewerber beträgt pro Fahrzeug:
            · 5.000 Euro für alle Veranstaltungen
            · 1.000 Euro pro Veranstaltung bei Einzelnennung
            6.5 Die Gebühr für eine Einschreibung mit einer DMSB-Sponsor-Lizenz beträgt 10.000 Euro
            zuzüglich der anderen Einschreibegebühren.”

            Ich glaube Formel 1 liegt eher leicht darüber und da kommt man als Segler mit 30,- Euro Bootsschein (kostet übrigens 20,- Euro und ist wie gesagt nicht in allen Klassen erforderlich) doch ganz gut weg. Da sind dann sogar noch ein paar Märker für das Meldegeld und den Vereins- und Klassenvereinigungsbeitrag über, gell? (Und bevor sich alle aufregen: Ich weiß, daß ich Äpfel mit Birnen vergleiche, dies ist aber nur die Replik auf den schon getätigten vergleich von JOKO-ONO)

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        • avatar Der Trainer sagt:

          “Leider sind die Aufnahmebedingungen in den A-Kader z.T. so Utopisch, dass man erst gefördert wird, wenn man schon mehrere Jahre hauptberuflich segelt, Ansonsten kann man nämlich bei WMs und Europameisterschaften in Olympischen klassen kaum unter die ersten 10 kommen. ”

          Genau so ist es und erst dann verdient man es A-Kader zu sein! Davor fängt man eben im DC- oder C-Kader an und da finde ich keine utopischen Bedingungen (http://www.dsv.org/index.php?id=487). Wenn man es nach 3-4 Jahren C-Kader nicht packt weiter zu kommen, warum soll man dann noch gefördert werden? Das ist übrigens bei den Engländern eher härter!
          Oder vergleicht es mal mit anderen Sportarten z.B. Rudern (http://www.rudern.de/nachricht/news/0000/00/00/amtliche-bekanntmachung-nr-4637-kaderrichtlinien-fuer-die-bundeskader-20112012/) da ist A-Kader Platz 1-8 bei WM, EM zählt nicht.

          Wer Top-Ergebnisse erzielen will, muss vor allen Dingen ertmal aus eigenem Antrieb ordentlich trainieren (z.B. Aufwand 2. Bundesliga-Volleyball, alles Amateuere neben Studium, Beruf etc. 15-20 Stunden Training – und das ist noch richtig weit weg von Kadern!!) – dann kommt bei entsprechenden Leistungsnachweisen die Förderung, nicht umgekehrt.

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          • avatar Uschi sagt:

            @ Der Trainer
            Ich finde es sehr schwierig und auch gewagt die Kaderkriterien anderer Sportarten miteinander zu vergleichen. Gerade auch weil sich beispielsweise der Ruderverband solche Kriterien aufgrund der hohen Leistungspotentials der deutschen Ruderer leisten kann. Würden wir in Deutschland in jeder Bootsklasse potentielle Weltmeister haben dann wären sich auch die Kaderkriterien anders. Aber leider ist die nicht der Fall aber ich denke das mit der Gründung des STG eine gute Basis gelegt wurde, den deutschen Segelsport wieder näher an die Weltspitze zu bringen und da reichen längst keine 20 Stunden Training pro Woche mehr aus.

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          • avatar Der Trainer sagt:

            @Uschi
            Natürlich ist es schwierig unterschiedliche Sportarten zu vergleichen. Das Problem ist jedoch, dass der DOSB dies tut und gemeinsam mit den Fachverbänden die Kaderkriterien festlegt. Jetzt erklär denen mal, dass man mit Platz 40 A-Kader sein soll. Das ist Meilen weg von Medaillen und nur das zählt dort. Dann muss man halt mit c oder DC-Kader längs kommen.
            Die Engländer haben ihre ganze Kohle übrigens daher, weil sie Leistung gebracht haben (bzw. die Segler die einäugigen unter den Blinden waren) und dann kommt eben mehr Kohle nach in der Sportart in der man sich bei Heim-Olympia am meisten ausrechnet.
            Ich denke Jollenfutzi hat es unten ganz gut auf den Punkt gebracht: Selber Segeln gehen, Ehrgeiz zeigen, sich auch mal durchbeißen, durch Leistung überzeugen und dann kann man auch mal nach Förderung rufen.

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          • avatar Uschi sagt:

            Die Kohle der Briten kommt daher, dass deren NOK vor einigen beschlossen hat nur noch Sportarten zu fördern die Aussicht auf Medalien haben. Damit ist die Förderung sehr zielgerichtet und nicht so Breitensportlastig wie in Deutschland. Ob das richtig ist, ist eine schwierige Frage. Aber man muss ihnen zu Gute halten, dass die mit dem System nicht nur im Segeln erfolgreich sind.

            Das deutsche NOK ist aus meiner Sicht sowieso fernab jedlicher Realität. Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, dass trotz einen 6. Platzes auf der Laser WM im olympischen das NOK dem Segler den Start bei Olympia 2008 verweigerte und auf den Startplatz verzichtete aber eine Kanutin mit Ende 40 eine Nomierung erhalten sollte ohne jedlichen Leistungsnachweis nur aufgrund ihre vergangen Erfolge.

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          • avatar John sagt:

            Wer vom Sport als Profi leben will, der soll sich seine Finanzierung selbst besorgen.

            Weg mit den ganzen direkten und indirekten staatlichen Förderungen. Sportsoldaten und Sportpolizisten sind doch ein Witz, zugleich noch ein extremer Anreiz in die verbotene Trickkiste zu greifen. Ebenso die erfolgsgebundene Förderung der Verbände durch das BMI. Dadurch werden die Verbände plötzlich auf ganz vielen Augen blind.

            Wer zu schlecht ist (sportlich oder in der Außendarstellung), der muss dann halt einen richtigen Beruf lernen. Die Zeit, in der wir die Überlegenheit unseres Systems gegen die Gegner aus dem Osten mit X Medaillen untermauern mussten, sind zum Glück vorbei. Die ganzen Pfründe gehören abgeschnitten.

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          • avatar JOKO-ONO sagt:

            Der vergleich mit einem Volleyballspieler hinkt ein wenig, Kosten Volleyballausrüstung ca. 300 Euro, Kosten Jollenausrüstung auf Weltniveau zzgl. Regattakosten/Jahr 30-40 Tsd Euro

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  7. avatar Jollenfutzi sagt:

    ihr könnt hier heiss hin und her diskutieren so lange ihr wollt…..
    was nützt das alles wenn da immer mehr so´n Quatsch gemacht wird wie MedalRace Zeitverplämperung oder ChampionsRace Blabla statt möglichst viele FleetRaces bis zur allerletzten Startmöglichkeiet nach Ausschreibung zu segeln….
    und das größte Problem das der deutsche Segelsport hat liegt eh ganz woanders: es gibt zu dünnes Niveau imm NBachwuchsbereiche und keinbe echten Persönlichkeiten und Knowhow mehr und nur noch von kommerziellen Trainern gesteuerte und hochgepushte Jugendsegler die aber alleien nix hinkriegen und keine Persönlichkeiten werden und mittlerweile ist der Tenor im Jugendbereich schon: .. wie?? ich soll alleine segeln gehen ?? das geht doch gar nicht, segeln kann man doch nur wenn ein Trainer mit Boot da ist….. schlimm wie das schon im Opti so ist und sich massiv weiterzieht
    Kritisiert nicht an STG und DSV(schlimm genug das wir Föderalismus haben udn zwischen den landesverbändne im leistungsbereich nicht zusammengearbeitet wird) rum, sondern denkt mal praxisnahe und blockiert Jugendregatten / Qualki Events / Jugend udn Jüngstenmeisterschaften für Kommerztrainer und haltet die raus und lasst Kids sich richtig entwickeln und zu Persönlichkeiten werden und auch das segeln was sie möchten und wo sie reinpassen GER hat beste Optionen und vielleicht mehr Jugendsegelre als jede andere Nation, aber oben kommt halt nix an

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    • avatar JOKO-ONO sagt:

      Sehr guter Beitrag Jollenfutzi !

      Noch eines zur IDM die Wettfahrten wurden am Sonntag bei Flaute durchgedrückt um am Montag die Sponsoren zufrieden zu stellen, was wäre gewesen, wenn es mit 8 Windstärken geballert hätte ??
      Wären die Wettfahreten dann auch “durchgedrückt” worden – zur Gefahr von Leib und Gut?

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    • avatar Wettfahrtleiter sagt:

      Ja. Aber wir haben noch ein ganz anderes Problem. Welcher Verein macht denn überhaupt Jugendarbeit. Die meitsten Segelvereine sind doch nur im Bereich der Parkraumbewirtschaftung unterwegs. Aber die Bundesregierung plant ja wohl Gemeinnützigkeit zu entziehen wenn mann keine Jugenarbeit macht.

      Seien wir doch mal ehrlich: In den meisten Vereinen sitzen Dickschiffsegler die nur Ruhe am Steg wollen. Das geht teilweise so weit, daß wir als Jollenselger in meinem Verein offen angefeindet werden, keine Hallenplätze für den Winter bekommen und möglichst nicht das Vereinsgelände zum abstellen unserer Jollen verunreinigen.

      Dafür ist das einzige Boot was diese dicken und Bier trinkenden Typen vertreten jetzt draussen.

      Alle Olympiaklassen sind Jollen. Das hilft uns aber auch nicht weiter.

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      • avatar Kiel sagt:

        Na, Du bist ja Klasse Wettfahrtleiter.

        Dein Sprung von
        >Dickschiffsegler die nur Ruhe am Steg wollen diese dicken und Bier trinkenden Typen
        hin zu Olympiaklassen – und damit “vermeintlich sportlichem” segeln in Jollen
        ist das Beste was ich bisher hier an Polemik gelesen habe.

        Einfacher Rat:
        Gehirn einschalten beim Posten!
        Mahlzeit.

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        • avatar Wettfahrtleiter sagt:

          na, aber es steht 6 zu 1 like gegen dislike.

          Polemik gerne. Kiel segeln, ungerne. Das zum Thema Polemik.

          aber: 1. sieht es in den meisten Vereinen wirklich so aus.
          aber: 2. es kehre ein jeder vor seiner Tür und sauber ist das Stadtrevier.

          Ich bin sehr stolz auf meinen Vereinsvorsitzenden. Er hat es bisher hervorragend verstanden diese Gruppen der Schrebergärtner, Dickschiffsegler und Regattabekloppte unter einen Hut zu bekommen.

          Wir haben kein Geld, unser Tümpel liegt 50km von der nächsten Stadt entfernt und wir haben mehrere Kinder in der vorderen Abteilung der Opti A Rangliste.

          Ich denke ich bin auch schon ein wenig rumgekommen. Das übliche vom Opti bis Teeny und 420. War/bin in mehreren Vereinen Mitglied. Kenne beide Seiten, Leistungskader und Fahrtensegler. Habe von Opti C bis EM einiges an WL durch und prügel mit meinem Star im Süden den anderen hinterher.

          Und habe grad noch ne Tasse Kaffee gehabt. Hirn ist jetzt an. Und gleich gibts ein Helles!
          Prost!

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    • avatar Christian sagt:

      Holgi? 😉
      Wie schön dass es noch Leute gibt, denen es nicht an Persönlichkeit mangelt…

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