IMOCA 60: Erstes Boot der neuen Generation zu Wasser gelassen

"Foils wie Dali's Schnauzbart"

Beginn einer neuen Ära: Die Safran 2 kurz vor der ersten Wasserberührung © Liot

Beginn einer neuen Ära: Die Safran 2 kurz vor der ersten Wasserberührung © Liot

Breiterer Rumpf und voluminöser Vordersteven, standardisierter drehbarer Mast und vor allem Foils, die den Boliden im Glitsch anheben werden. „Safran 2“ läutet eine neue Ära ein.

„Wenn ein neues Schiff zu Wasser gelassen wird, ist das immer ein erhabener Moment,“ freute sich gestern Morgan Lagravière, Skipper der nagelneuen „Safran“ in Lorient. „Doch bei diesem Boot ist nochmals alles viel emotionsgeladener, weil ich mich im Prinzip ein Jahr lang mit nichts anderem beschäftigt habe. Ich kann es kaum erwarten, bis ich die ersten Schläge damit segeln werde!“

Feine Formen – noch in der Halle © safran

Feine Formen – noch in der Halle © safran

Die „Safran 2“ ist die erste 60-Fuß-IMOCA, die nach den neuen Klassenregeln gebaut wurde. Sie hat einen breiteren Rumpf und voluminöseren Vordersteven als die meisten ihrer Vorgängermodelle (Jörg Riechers ex Mare, jetzt Cheminée Poujoulat, führendes Boot beim BWR, wurde in diesem Bereich bereits vor Jahresfrist umgerüstet) – so hebt sich das Schiff leichter und früher im Bugbereich aus den Wellen und gleitet stabiler. Die Bilge ist höher angesetzt, das Cockpit weiter nach hinten und tiefer angelegt. So segelt man geschützter.

Zudem ein nach den neuen Regeln standardisierter, drehbarer und aerodynamischer Mast mit ausladenden Outriggern und als wohl spektakulärste Neuerung die Foils, mit deren Hilfe die neue IMOCA 60 im Glitsch angehoben wird. Diese Tragflächen-Foils werden seitlich in Lee ausgefahren; sie stabilisieren das Boot, erzeugen ein aufrichtendes, anhebendes Moment.

Die Franzosen nennen die Foil-Form witzigerweise „Dali’s Schnauzbart“ .

Jetzt muss nur noch der Mast gestellt werden © Liot

Jetzt muss nur noch der Mast gestellt werden © Liot

Morgan Lagravière, 28 Jahre jung, ist der Nachfolger von Marc Guillemot, der seit 2007 die „Safran 1“ segelte. „Marco“ brachte sein gesamtes Know-how und vor allem seine enorme IMOCA-Praxis in das neue Projekt ein, Lagraviere arbeitete hauptsächlich am Cockpit-Design und Deckslayout mit.

Neues Boot, neuer Skipper und die neue Foil-Technik – „Marco“ Guillemot beschreibt die Emotionen: „Wir sind alle extrem aufgeregt, eine neue IMOCA-Ära beginnt. Es ist wie damals, als wir erstmals mit Schwenkkielen segelten. Das Neue, Unbekannte ist immer spannend!“

Morgen wird „Safran 2“ getauft, bis zu den ersten Probeausfahrten unter Segeln muss aber bis April gewartet werden. Die IMOCA ist noch völlig leer, ohne jegliche Elektronik etc.

„Es wird göttlich!“ freut sich Lagravière. “Vendée Globe – ich komme!”

Der neue, erst 28 Jahre junge Skipper Lagravière neben Guillemot, dem Skipper der Safran 1 © Liot

Der neue, erst 28 Jahre junge Skipper Lagravière neben Guillemot, dem Skipper der Safran 1 © Liot

 

IMOCA 60 “Safran 2”10996690_952818101402623_1583671909675695694_n

Design: VPLP und Guillaume Verdier

Werft: CDK, Lorient

Länge: 18, 28 m (60 Fuß)

Breite: 5,80 m

Großsegel: 160 m2

Gennaker: 280 m2

Solent: 150 m2

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