Beim 38. America’s Cup 2028 werden erstmals Frauen an Bord sein. Die Franzosen haben für diesen Quotenplatz ausgerechnet eine Vendée-Globe-Aspirantin ins Team geholt. Was Amélie Grassi (31) dazu befähigt, in beiden Segelwelten Fuß zu fassen.

Der 15. Auftritt eines französischen Teams beim 38. America’s Cup scheint einer der durchdachtesten und erfolgversprechendsten in 37 Jahren werden zu können. In der vergangenen Woche stellte sich das Team von Stephan Kandler (K-Challenge) der Öffentlichkeit vor und präsentierte mit La Roche-Posay, einer Marke der L’Oréal-Gruppe, den neuen Sponsor in Lorient.

Die Franzosen, die in Barcelona noch den Orient Express im Segel führten, scheinen diesmal zeitlich und finanziell besonders solide aufgestellt zu sein – was auch daran liegen kann, dass dieser Cup-Auflage ist erstmals ein Rahmenbudget vorgegeben ist: 75 Millionen Euro. Stephan Kandler sagt zum Budget nur: „Wir haben alle die Mittel für unsere Ambitionen“ – und diese dürften diesmal deutlich ehrgeiziger angelegt sein.
Das Team nutzt so konsequent wie kein anderes die Synergieeffekte zwischen SailGP und America’s Cup. Alle Schlüsselfiguren des stark in die Saison gestarteten SailGP-Teams – bis zum Crash in Auckland – gehören auch zum Cup-Team. Dazu kommen noch die spanischen SailGP-Gewinner und amtierenden 49er-Olympiasieger Diego Botín und Florian Trittel.

Die größte Überraschung ist allerdings die Benennung von Amélie Grassi für den vakanten Frauenspot, der beim 38. America’s Cup erstmals wie beim SailGP vorgeschrieben wird. Denn die 31-jährige Französin hatte bisher nichts mit dieser Szene auf den schnellen Foilern zu tun.
Der Weg von der IMOCA-Spezialistin zum America’s Cup
Vielmehr gehörte sie gerade im vergangenen Jahr zu den Entdeckungen in der IMOCA-Szene. Insbesondere nach dem überlegenen Sieg mit Biotherm bei The Ocean Race Europe. Grassi war eine der Schlüsselfiguren im Team von Paul Meilhat. Und sie ließ keinen Zweifel daran, was ihr nächstes Ziel ist: die Vendée Globe 2028.

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