Giraglia Rolex Cup: Schümann und Herrmann mit “Esimit Europa 2” first ship home

Rekord mit Kuhwende

Video vom Esimit Sieg (draufklicken). Am Schluss ist der Ansatz der Kuhwende am Giraglia Rock zu sehen.

Jochen Schümann und Boris Herrmann haben am Donnerstag (14. Juni) mit der Hochseesegelyacht „Esimit Europa 2“ den Streckenrekord beim Giraglia Rolex Cup gebrochen.

Als Skipper und Navigator im multinationalen Team des slowenischen Eigners Igor Simčič schraubten sie die Bestmarke des 242 Seemeilen langen Regattaklassikers von St. Tropez/Frankreich nach San Remo/Italien auf 14 Stunden, 56 Minuten und 16 Sekunden. Das war gut drei Stunden schneller als der Rekord von Neville Crichton in 2008, als der die “Esimit” noch unter dem Namen „Alfa Romeo 2“ gesegelt hatte.  Zur 60. Ausgabe des Rennens waren tags zuvor 170 Boote gestartet.

`Esimit Europa 2´ hebt eindrucksvoll in einer Welle ab. Das Canard-Schwert ist zu sehen, das dem Neigekieler gegen die Abdrift hilft. © Rolex

Um 3.16 Uhr und 16 Sekunden überquerte die 30,50 Meter lange Maxiyacht nach einer stürmischen Überfahrt die Ziellinie. Damit gelang der blauen „Esimit Europa 2“ zugleich ein Hattrick: Zum dritten Mal in Folge war sie beim Giraglia Rolex Cup als Erste im Ziel. „Dabei sind wir noch zurückhaltend gesegelt, denn es waren wirklich harte Bedingungen“, berichtete Schümann, „wir hatten unterwegs Windstärke acht bis neun.“

Der dreimalige Olympiasieger und zweifache America’s Cup-Gewinner hatte vor dem Start die Chance auf einen neuen Rekord geahnt, wollte diesen aber auch nicht durch zu viel Risiko aufs Spiel setzen. „Wir haben bei der Rundung des Giraglia-Felsen sicherheitshalber nicht gehalst, sondern sind eine Wende gefahren, weil es so stark geweht hat, dass leicht etwas hätte zu Bruch gehen können“, so der 58-jährige Steuermann.

Während Schümann schon die 15-Stunden-Marke im Visier gehabt hatte, rechnete Boris Herrmann ursprünglich noch mit einer Stunde mehr. „Das Wetter hat uns aber voll in die Karten gespielt, es waren nahezu optimale Bedingungen“, erklärte der 31-jährige nach seiner ersten bedeutenden Regatta an Bord. „Das Rennen war eine großartige Erfahrung und ein Einstand nach Maß.“ Obwohl die Brise kurz vor dem Ziel stark nachließ, dürfte die neue Zeit in Zukunft schwer zu brechen sein.

„Jedes Mal, wenn wir zum Giraglia Rolex Cup gefahren sind, haben wir insgeheim davon geträumt, den Streckenrekord zu brechen“, gab der rundum zufriedene Eigner in San Remo zu. „Kurz vor dem Ablegen hatte sich unsere Prognose nochmals bestätigt, dass diesmal die Zeit reif war. Wir haben unseren Plan konsequent verfolgt und in die Tat umgesetzt“, sagte Igor Simčič.

Spätestens bei der Giraglia-Rundung um 21.05 Uhr war klar, dass die Bestzeit fallen könnte. „Diese Leistung ausgerechnet beim 60. Giraglia Rolex Cup zu bringen, ist eine besondere Ehre“, so der Slowene weiter, „dazu bedurfte es guter Crewarbeit, den geeigneten Bedingungen und auch etwas Glück.“

In der Gesamtwertung nach berechneter Zeit führte am Donnerstagnachmittag (Stand: 16.30 Uhr) die Schweizer TP52 „Near Miss“ von Franck Noel mit dem deutsch-polnischen Taktiker Karol Jablonski. Zweiter war die britische Mini-Maxi „Jethou“ von Sir Peter Ogden vor der „Esimit Europa 2“.

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10 Kommentare zu „Giraglia Rolex Cup: Schümann und Herrmann mit “Esimit Europa 2” first ship home“

  1. avatar hurghamann sagt:

    Geht jetzt die Diskussion über den Wert von “First Ship Home” wieder los? (duckundwegrenn)

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 7 Daumen runter 2

  2. avatar 123 sagt:

    Also ich finde first ship hime sollte man ja abschaffen.

    (so hoffe das ich damit eine spannende Diskussion in gang setze :P)

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  3. avatar N00by sagt:

    Na dann nimmst Du doch allen den ‘Meiner-ist-aber-größer’ Spaß!

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  4. avatar Kater Karlo sagt:

    Bei Esimit Europa 2 und Alfa Romeo 2 handelt es sich um dasselbe Schiff

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  5. avatar Wikileaks sagt:

    Natürlich gibt es hier KEINE Diskussion um das “First Ship home”. Schliesslich wurde diese Wertung vom Veranstalter offiziell ausgeschrieben:

    http://www.yachtclubitaliano.it/uploads/d0/36/d036a77785ed14397fc0c3ffc95458b2/Bando-di-Regata_Giraglia-Rolex-Cup.pdf

    (Seite 7, 3. Absatz)

    Damit ist klar, dass der Veranstalter diese Art von Schiffen (und Eignern) gezielt anspricht und jeder, der auf den Preis für das “FSH” scharf ist, muss mit entsprechend Konkurrenz rechnen. Deshalb kann man der Esimit Europa 2 Crew nur gratulieren. Glückwunsch zum Rekord – und Glückwunsch zum Sieg nach gesegelter Zeit – bei der Konkurrenz eine Riiiiiiesenleistung!!!

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 3 Daumen runter 6

    • avatar Max sagt:

      Ja, tolle Leistung. Das ist nochmal eine ganze Liga höher, als z.B. Skagen Rund.

      Seit kurzem hat das Esimit Europa 2 Team auch noch BMW als Sponsor. Wäre super, wenn das Team auch noch andere Projekte angeht…

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  6. avatar T.S. sagt:

    Ewig schade, dass kein Club in Deutschland es drauf hat, so eine Veranstaltung zu organisieren.

    Drei-mal mehr Teilnehmer als bei der Nordsee-Woche, sehr hochkarätiges und sehr internationales Feld!
    Von dem Event-Sponsor ganz zu schweigen…

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  7. avatar Segler sagt:

    War es nicht viel mehr eine Q-Wende, da die Kurslinie bei diesem Manöver die Form eines Q hat?

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  8. avatar Wikileaks sagt:

    Glückwunsch an die “Near Miss”. Womit der Beweis erbracht ist, dass man auch mit einer TP52 Offshore-Regatten gewinnen kann.

    http://www.regattanews.com/gallery.aspx?eid=211&year=2012&clid=0&ctid=100

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  9. avatar Max sagt:

    Ja, ja, die Schweizer…

    …ein Volk von Seglern 😉

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