Jörg Riechers: Mastbruch vor dem Normandy Channel Race

Rennen gegen die Zeit

Beim Überführungstörn zum Normandy Channel Races (Start 14. April) ist  Montag Nacht auf “Mare” der Mast gebrochen. Jörg Riechers beschreibt die Situation.

Jörg Riechers auf seiner schnellen Class 40.

Jörg Riechers auf seiner schnellen Class 40. © mare

Einige Tage laufen einfach nicht gut im Leben, so wie die gestrige Überführung unserer Class 40 “Mare” von Lorient nach Caen zum Start des Normandy Channel Races. Erst raubte uns ein totaler Blackout des NKE Navigationssystems kurz vor der Ile de Ouessant den letzten Nerv. Es ist nicht wirklich eine Freude, bei 7 Windstärken mit 18 Knoten Speed  durch eine Gruppe von Riffen zu schießen, ohne Kurs- , Wind- und Speedinfo und ohn genau zu wissen, wo man ist.

Dass der Tag bzw ja eigentlich die Nacht noch sehr viel Schlimmeres für uns bereit halten sollte, konnten wir ja noch nicht ahnen.

Wir segelten relativ easy bei 6 Windstärken auf einem Reachkurs mit der Genua und 2 Reffs im Großsegel. Eher etwas unterbesegelt, aber was solls. Es war ja das Ziel, ohne Joblist in Caen anzukommen. Also bloß nichts kaputt machen, damit die Preparateure nicht sauer sind.

Aber diese Marschrichtung muss unser Unterwand irgendwie nicht mitbekommen haben. Denn um 2:20 Uhr in der Nacht verabschiedete es sich mit einem lauten Knall. Der Mast brach sofort. Schon alles ziemlich doof. Das Boot trieb auf den Mast.

Eile war geboten, die Wanten mit einer Säge zu kappen und Mast, Baum, Groß und Genua sowie das Radar, dem Meer zu übergeben. Nach gut 15 Minuten waren wir vom Mast getrennt, ohne dass Schäden am Boot entstanden.

Mein Co Skipper Pierre Brasseur und ich haben mit dem Team relativ schnell entschieden, dass wir trotzdem versuchen wollen, es zum Normandy Channel Race zu schaffen. Schließlich haben wir eines der schnellsten Boote.

Also fingen wir mit unserem Projektmanger Charles an, die Aktion Comeback für Mare zu planen. Schon gegen Mittag hatten wir einen Ersatzmast gefunden. Hier muss sich das ganze Mare Racingteam ganz herzlich bei Aloys Claquin bedanken, der uns seinen Mast zur Verfügung stellt.

Jetzt geht das Rennen gegen die Zeit los. Unser Team wurde in Zeit Gruppen eingeteilt. Eines bereitet den Mast in La Trinite vor, das das andere reapariert die kleinen Schäden am Boot . Der Mast soll am Mittwoch nach Brest gebracht und am Donnerstag gestellt. Donnerstagabend gehst denn nach Caen wo wir am Freitag ankommen werden.

Gerade noch pünktlich genug, um das Normandy Channel Ace noch segeln zu können. So weit der Plan. Mal sehen, ob alle klappt.

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9 Kommentare zu „Jörg Riechers: Mastbruch vor dem Normandy Channel Race“

  1. avatar Carl-Marcus Scheffler sagt:

    Am 14.4 ist der Mast gebrochen? Wird der Mast brechen? Entweder ihr könnt in die Zukunft schauen oder ihr meintet vielleicht den 4.4?

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 1 Daumen runter 18

    • avatar Deutschlehrer sagt:

      Und was ist am 14.? Richtig, das Channel Race. Erst richtig lesen, dann schnacken!

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      • avatar Sven sagt:

        HInter dem Wort April in der Titelzeile fehlt ein Komma, dann ist es auch inhaltlich zweifelsfrei korrekt.

        Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 2 Daumen runter 7

    • avatar Carsten Kemmling sagt:

      der bezug war etwas missverständlich. sry. edit. am 14.4. ist der start des rennens

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  2. avatar Mirko sagt:

    Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell Profi’s umschalten können: Boot sichern, Shit vergessen, neues Ziel definieren, Konzept zur Realisierung entwerfen, in Arbeitsschritte runterbrechen, ab arbeiten. Manchmal denke ich, es ist nur Zweckoptimismus, der die Profi’s in solchen Situationen antreibt – aber das ist wohl der Unterschied zwischen Profi und Amateur.
    Drücke Jörg und er Mare-Crew die Daumen.

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    • avatar hmm sagt:

      ja sicher war das ne gute professionelle Reaktion und ja es ist natürlich auch richtig, dass Profis schneller umschalten können. aber wer von den normalen (Regatta)-Seglern hat einen 20m Carbonmast als Ersatz rum liegen, bzw das Geld um mal fix einen zu kaufen/leihen?! ich glaub da existiert ein nicht vernachlässigbarer Unterschied, der dem normalen Segler schnell die Tränen in die Augen steigen lässt bei einem Mastbruch 😉

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      • avatar Sven sagt:

        Beim Normalsegler nennt sich das Versicherung, die einem den Schaden bezahlt. Das mare Team hatte auch keinen Mast rumliegen, sondern hat Einen von Einem organisiert, wo einer “rumliegt”.
        Ich wünsche dem Team viel Erfolg bei der Präperation und Reparation!

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  3. avatar Nils sagt:

    Bonne chance! Ich drücke die Daumen dass alles klappt!

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  4. avatar Breizh sagt:

    Schade für das mare Team und irgendwie auch für mich. Jetzt wart Ihr einmal in Lorient und ich war nicht da. Sehr schade! Werde mich dann wohl doch einmal nach La Triniti aufmachen, wenn ich wieder in Morbihan bin.
    Drücke die Daumen und wünsche viel Erfolg.

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