Hochsee-Einhandsegeln

Jörg Riechers gewinnt 800 Meilen Einhand-Regatta Mini Pavois

Jörg Riechers reckt die Arme nach einem nervenaufreibenden Leichtwind-Finale vor La Rochelle. © Mini Pavois

Das Styling mit dem Kuschel-Teddy ist noch ausbaufähig, aber die Sieger-Sektflasche steht dem Hamburger gut. © Mini Pavois

Der Hamburger Segel-Profi Jörg Riechers (41) hat als erster Deutscher eines der wichtigsten Rennen für Alleinsegler in Frankreich gewonnen. Er benötigte mit seiner 6,50 Meter Rennyacht „Mare.de“ vier Tage und sechs Stunden für die rund 800 Meilen der Mini Pavois Einhand-Regatta. Dabei düpierte er die französischen Spezialisten, indem er auf beiden Etappen von La Rochelle nach Gijon (ESP) und zurück die Bestzeit vorlegte. Den ersten von heftigen Stürmen geprägten Abschnitt, dominierte er mit einem Vorsprung von über einer halben Stunde.

Auf dem Rückweg holte er den lange führenden Schweizer Etienne David erst in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein und hielt den insgesamt zweitplazierten Franzosen Thomas Normand in einem spannenden Leichtwind-Finale mit sechs Minuten auf Distanz. „Es war von Anfang bis Ende ein sehr schwieriges Rennen bei überwiegend sehr starkem Wind“, sagt Riechers. „Ich bin ziemlich fertig, weil kaum Zeit zum Schlafen blieb. Aber es ist schon sehr cool, sogar beide Etappen gewonnen zu haben. Ich bin wieder einmal schlecht gestartet, lag zu Beginn auf Platz 17, habe mich aber konstant nach vorne gearbeitet. So kann die Saison weitergehen.“

Gute Wettertaktik und ein schnelles Schiff brachten den Deutschen nach vorne. In der Biscaya zahlte sich ein westlicher Kurs aus. Dabei segelte Riechers einen fast zehn Meilen längeren Weg als die Konkurrenz, aber der stärkere Wind und vorteilhafte Strömungsbedingungen katapultieren ihn an die Spitze des Feldes. Riechers erreichte mit seiner Karbon-Hightech-Yacht Höchstgeschwindigkeiten von 15 Knoten und legte mit 232 Meilen in 24 Stunden das beste Etmal in der 42-Boote-Flotte vor. Zwölf Einhandsegler gaben bei den harten Bedingungen das Rennen auf.

Mare Chefredakteur Niklaus Gelpke, der Riechers seit zwei Jahren unterstützt, sagt im Interview mit SEGELreporter. „Wir haben diesen Erfolg akribisch geplant und in diesem Jahr ein Kuschelpaket für Jörg geschnürt. Er konnte sich und das Schiff perfekt vorbereiten. Ich habe immer an ihn geglaubt, und es ist schön, dass er dieses Vertrauen mit Erfolgen zurück zahlt.“ Gelpke ist selber mehr als zehn Jahre in französischen Gewässern gesegelt. Ihm gehört der Mini-Racer „Mare.de“.

“Jörg kann unwahrscheinlich gut segeln. Und er hat etwas von dieser französischen Attitüde, die ich beim Segeln dort kennengelernt habe. Diese Typen wollen nicht nur segeln, die müssen es einfach tun. Es geht alles nur ums Segeln. Und er gibt viel zurück. Und seien es nur die Pokale, die alle bei uns im Mare Büro stehen.”

Für Riechers ist das ein wichtiger Sieg auf dem Weg zur Spitze der Einhand-Hochseeszene, die mit der Teilnahme an der berühmten Trans-Atlantik-Regatta Route du Rhum im Herbst ihren Höhepunkt findet. Dafür steigt der Hamburger in die nächste größere Klasse um, eine zwölf Meter Yacht vom Typ Class 40, die ebenfalls „Mare.de“ heißen wird. Das Training beginnt in wenigen Tagen. Im Juni wird Riechers mit seinem schnellen Mini aber auch noch bei zwei weiteren Wettkämpfen an den Start gehen.

Für Henrik Masekowitz verlief seine Premiere in der Protoklasse nach einer guten ersten Etappe enttäuschend. Der musste auf dem zweiten Abschnitt nach Problemen mit der Energieversorgung aufgeben.

Carsten Kemmling
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