Jüngstensegeln: Das WM-Team steht – Drei Youngster aus Bayern, zwei aus dem Norden

Die besten Optimisten

Für die deutschen Optimistensegler ist die Saison 2021 mit Verspätung nun doch noch mächtig in Fahrt gekommen. Die 14 wichtigsten internationalen Startplätze wurden auf der Flensburger Förde vergeben.

Die Flotte der besten deutschen Optisegler sauber aufgereiht an der Startlinie auf der Flensburger Förde. © Sven Jürgensen

Die Optimisten-Klasse ist mühsam in die Saison 2021 gestartet. In der Corona-Krise war es schwer, das seit Jahren bestens abgestimmte System aus Ranglisten- und Qualifikationsregatten funktionsfähig zu halten. Regatten fielen aus. Nur sehr engagierte Vereine bemühten sich, komplizierte Hygienekonzepte zu entwerfen, um den sich permanent ändernden Bestimmungen gerecht zu werden.

Schließlich konnten die Behörden etwa für die Ausrichtung des OptiKickOffs am Steinhuder Meer sogar von einer gefahrlosen Veranstaltung überzeugt werden. Aber dennoch musste diese erste größere Regatta wegen interner Widerstände abgesagt werden. Selbst die Klassenvereinigung DODV äußerte unverhohlen Kritik. Da es sich um eine Qualifikation für die WM-Qualifikation handeln sollte und in einigen Landesverbänden nicht trainiert werden durfte, spielte das Argument der fehlenden Chancengleichheit plötzlich eine Rolle.

Das Ergebnis: Absage der Regatta. Und die Veranstalter der weiteren großen Quali-Regatten folgten dem Vorbild.

Im Zuge der Lockerungen konnten schließlich in ersten Bundesländern doch regattiert werden. Aber die Vereine hatten Probleme, mit der großen Nachfrage klarzukommen. Schon im vergangenen Jahr gab es skurrile Situationen, als auswärtige Segler den Einheimischen die Plätze wegnahmen, weil sie schneller auf dem Meldeportal agierten. Regionale Beschränkungen wurden eingeführt. Teilweise inoffiziell. Etwa wurde der Zeitpunkt zum Start eines Meldevorgangs nur einem kleinen Kreis kommuniziert.

Schließlich untersagte der DSV alle Jugendmeisterschaften bis zum 15. August 2021. Die Saison schien für die Jüngsten gegessen. Nur die Entwicklung in Italien machte Mut. Dort wurden schon früh das Ansteckungsrisiko beim Segeln geringer als in Deutschland eingestuft. Schnell fanden wieder Regatten mit mehr als 300 Kindern statt.

Schließlich zogen die Italiener vom 20. bis 23 Mai am Gardasee sogar das verschobene 39. Lake Garda Meeting statt, das normalerweise zu Ostern mehr als 1000 Segler an den See bringt. Diesmal waren es immerhin 600 Segler aus 22 Ländern.

Vorwindkurs. 60 Optisegler waren für die WM-Qualifikation gesetzt. © Sven Jürgensen

Und auch die Weltmeisterschaft vom 30. Juni bis 10. Juli an selber Stelle stand nicht mehr in Frage. 300 Kinder aus 56 Nationen haben bisher gemeldet. Plötzlich wurde die Zeit knapp für die DODV. Wer würde/sollte für Deutschland antreten ohne Qualifikationsregatten?

Die geplante Quali-Veranstaltung in Glücksburg schien kaum möglich zu sein. Aber schließlich gaben die Veranstalter FSC und NRV grünes Licht und ließen 60 Spitzensegler starten. Es war der erste größere Leistungsvergleich deutscher Optisegler seit der IDJüM 2019 in Plau. Die Teilnahmeberechtigungen erfolgten schließlich über eine Rangliste der vergangenen Jahre. Auf der Flensburger Förde ging es dann um insgesamt 14 Plätze – 5 bei der WM und 11 bei der EM in Cadiz.

Nach insgesamt 10 Rennen auf der Flensburger Förde zeigten sich insbesondere die Segler aus Bayern mit drei Vertretern in unter den Top-Fünf stark. Es siegte Moritz Hamm vom Chiemsee Yacht-Club vor Carl Frederik Schwall (Kieler Yacht-Club) und Tim Krause vom (Deutschen Touring Yacht-Club). Bestes Mädchen als Virte war Clara Bonhagen (Zwischenahner Segelklub). Moritz Wagner (DTYC) komplettiert die Mannschaft.

Allerdings hatte sich Schwall – der Sohn von Tornado-Bronze-Gewinner Rene (2000 mit Roland Gäbler) – im Vorwege für die Teilnahme bei der EM entschieden. Ebenso wie Mirja Dohle (Segler-Verein Grossenheidorn), die als 6. erste Nachrückerin gewesen wäre. So feiert Leif Kähler (7.) die erste Optimist-WM-Teilnahme überhaupt für einen NRV-Segler.

Diese Leistung wäre eher dem Clubkameraden Lysander Winter zugetraut worden, dem Ranglisten-Zweiten, der noch am Gardasee als Neunter eine starke Form gezeigt hatte. Aber für den Hamburger lief als 29. vor Glücksburg wenig zusammen.

Ergebnisse Opti WM-/EM Ausscheidung 2021

Teilnehmer an der OPTIMIST WORLD CHAMPIONSHIP 2021:
Moritz Hamm, Tim Krause, Clara Bonhagen, Moritz Wagner, Leif Kähler

Teilnehmer an der OPTIMIST EUROPEAN CHAMPIONSHIP 2021:
Mirja Dohle, Esther Rodenhausen, Charlotte Frobenius, Amelie Röpke, Carl Frederik Schwall, Lukas Wagner, Noel Jonas Theiner, Peer Kruse, Constantin Troeger

Die Saison der Jüngstensegler ist wieder in vollem Gange. Nun ist es sogar möglich, dass im Herbst doch noch eine Jüngstenmeisterschaft 2021 stattfindet. Die DODV versucht nach der positiven Erfahrung in Glücksburg FSC und NRV von einer Regatta an gleicher Stelle zu überzeugen. Die Entscheidung ist aber noch nicht gefallen.

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Carsten Kemmling

Der Mann von der vordersten Front. Mehr zu ihm findest Du hier.

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