Freiheit, die sie meinte: Laura Dekker auf dem Weg nach Neuseeland

Back to the roots

Monotonie in der Südsee?

Und da war sie, diese Freiheit, von der sie (und nicht nur sie!) bisher immer geträumt hatte. Rum- und abhängen, machen und tun, was frau will. Die Polynesier wussten um den Wert ihrer seglerischen Leistungen und wo immer Laura auftauchte, hingen pfundweise Blumenkränze aus Tiaré um ihren Hals, überall wurde sie mit offenen Armen empfangen. Irgendwann gab es einen (nur vermeintlich) geheimnisvollen „B“, den sie mit nach Hause respektive an Bord nahm und der sie von da an bei ihrem Insel-Hopping in der Südsee begleitete.

Ziemlich entspannt unterwegs@Laura Dekker

Ziemlich entspannt unterwegs@Laura Dekker

An diesem Leben war alles dran und drin: tauchen, schnorcheln, Wasserski-Fahren, gemeinsam mit Local-Teens auf x mal reparierten Brettern die Wellen abreiten und anschließend chillen auf diesem unglaublichen Tahiti-Sand; das Insel-Innere in schrottreifen Autos erkunden, und zwischendurch immer wieder: segeln, segeln, segeln! Von Insel zu Insel, von Bucht zu Bucht, von Hafen-Kaimauern zu verlassenen Stegen an menschenleeren Stränden.

Immer mit dabei: Ihre ausgesprochen seefeste Katze Kiwi, die sie nach dem Land ihrer Träume genannt hatte. Richtung Neuseeland, die andere, die große Südsee-Insel, pendelt ihre innere Kompass-Nadel schon seit langem. Wie bei einem Lachs, der wieder zurück muss zum Ort seiner Geburt: In Whangarei auf Neuseeland erblickte Laura Dekker vor fast 17 Jahren das Licht der Welt – auf dem Boot ihrer Eltern, die damals mitten in ihrer eigenen Weltumseglung steckten. Und mit dem Baby kurz darauf nach… Polynesien schipperten. Wer weiß schon, wie stark dies ein Leben beeinflussen kann?

Die Kiwis rufen

Irgendwann, vor ein paar Wochen, hatte Laura plötzlich ziemlich bestimmt gesagt, dass sie bald schon den großen Schlag in Richtung Süden segeln wolle, weil sie dort unten bei den Kiwis eher ihre Zukunft sieht, als bei den Holländern, denen sie immer noch nachträgt, dass sie erst mit 15 lossegeln durfte.  Vorbei mit hang loose. Und vor ein paar Tagen, nach reichlich Abschied, Wehmut und Rührseligkeit hat sie den Anker gelichtet respektive abgelegt. Ziel: Neuseeland, Strecke 2.200 sm, ein Klacks.

Chaos, wie in jedem anderen Teenie-Zimmer auch@Laura Dekkers

Chaos, wie in jedem anderen Teenie-Zimmer auch@Laura Dekkers

Ausgerechnet die Katze Kiwi musste sie wegen der strengen Veterinärbestimmungen auf NZ einer Freundin mit nach New York geben. Aber „B“ ist dabei, wenn er auch noch unter Deck schwächelt. Sieht nach Seekrankheit aus, aber was soll’s: Wenn’s eine alleine auf der Guppy richten wird, dann Laura!

Blog Laura Dekker, deutsche Übersetzung

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2 Kommentare zu „Freiheit, die sie meinte: Laura Dekker auf dem Weg nach Neuseeland“

  1. “In Whangarei auf Neuseeland erblickte Laura Dekker vor fast 17 Jahren das Licht der Welt – auf dem Boot ihrer Eltern […].”

    Das stimmt nicht. Laura hat dies in der Pressekonferenz nach ihrer Ankunft auf St. Maarten so ausgedrückt:

    “I’m not born on the boat but… really close to it.”

    Es ist sehr seltsam, daß Laura das in einem ihrer letzten Blogs wieder bestritten hat.

    Super Beitrag, mehr davon! Like or Dislike: Daumen hoch 10 Daumen runter 0

  2. avatar Pete sagt:

    Aus dem NZ-Herald:
    “I’d like to find a job, finish my school, surf and get back into dinghy and ocean racing.”
    And, told of New Zealand’s Olympic sailing success, Dekker said it would be a “dream” to represent New Zealand at the Olympics in sailing. “I couldn’t wish for more.”
    http://www.nzherald.co.nz/nz/news/article.cfm?c_id=1&objectid=10827964

    Heisse Debatte. Was meinst du? Daumen hoch 0 Daumen runter 8

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