Opti Meisterschaft: Keine Rennen in Kiel, trotzdem DQ für Vieregge

Atempause für die Jüngsten

Konzentration vor der Leetonnen-Rundung. Die Renn wurden aber wegen Flaute abgebrochen. © segel-bilder.de

Nach dem Starkwind kam die Flaute. Die mehr als 300 Optisegler bei der Internationalen Deutschen Jüngstenmeisterschaft verbrachten den Mittwoch in Kiel mit warten. Der Wind reichte für keine Rennen aus. Dennoch lief es für den zweitplatzierten Düsseldorfer Opti-Segler Ingmar Vieregge extrem schlecht.

Die Wettfahrtleitung erwischte den beste Deutschen bei einem der abgebrochenen Rennen, das unter der verschärften Startregelung Black Flag gestartet wurde, zu früh über der Linie. Zwar wurde diese Wettfahrt abgeschossen, aber der Fehlstart geht in die Wertung ein, wenn diese Wettfahrt am Freitag neu gestartet wird. Dann haben alle „Nicht-Disqualifizierten“ eine neue Chance, die Disqualifizierten nicht. So will es das Regelwerk.

Vieregge muss dann seinen bisherigen Streicher, einen sechsten Platz, in die Serie nehmen. Das ist zwar kein schlechter Platz, aber es vergrößert den Abstand auf den führenden Holländer Lambriex von drei auf neun Punkte.

Der 13-jährige Düsseldorfer gehört bereits zum zweiten Mal zum WM-Team und wird die deutschen Farben vor Napier/Neuseeland bei der Opti-WM vertreten. Zusammen mit Marvin Frisch (WYC/Hagnau/4.), Gwendal Lamay (ESC/Kiel/6.) und Frederick Eichhorst (PYC/Berlin/8.) platzierten sich vor dem morgigen Abschlusstag vier deutsche Optimisten in den Top Ten.

Neben der deutschen Nachwuchsflotte, die mit dem gesamten Opti-WM- und Opti-EM-Team antritt, den Nationalmannschaften aus Belgien, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Norwegen, Polen und Schweden, die alle Kiel zur Vorbereitung für die WM zum Jahreswechsel in Neuseeland nutzen, sind auch die Franzosen mit einer starken Flotte am Start.

Opti in der Kieler Ostwind-Welle. Am Donnerstag sehnten sich die Jüngsten danach. © segel-bilder.de

Grund ist ein Treffen des deutsch-französischen Jugendwerkes, das im Leistungszentrum Kiel nicht nur mit Seglern stattgefunden hat. Doch die zwölf Franzosen bereiten sich nicht auf die WM in Neuseeland vor. „Frankreich verzichtet auf die WM und schickt die Delegation von Neu Kaledonien zur Weltmeisterschaft“, so der Vorsitzende der Optimisten-Klassenvereinigung, Günther Nülle.

Die WM in Neuseeland sei den Franzosen einfach zu teuer. Auch das deutsche Team muss tief in die Tasche greifen. Rund 30.000 bis 32.000 Euro kostet die WM „down under“ das deutsche Team. Die Kosten für Unterbringung und Verpflegung verbergen sich im Meldegeld (750 Euro pro Person), doch dazu gesellen sich die Flugkosten, die Chartergebühren für Optis und Motorboote…

Geniale Moderation plus Interview aus dem Opti. NDR-Moderatorin Alexandra Drube versteht etwas von dem Sport.

„Wir haben zum Glück einige Sponsoren wie PlasticsEurope und das Audi Sailing Team Germany, die helfen. Allein könnte die Klassenvereinigung das auch nicht aufbringen“, so der deutsche Opti-Chef. Zuletzt bleiben dennoch rund 3000 Euro für jeden Aktiven, die er oder besser die Eltern zahlen müssen.

Da wird die französische Entscheidung gegen einen WM-Auftritt nachvollziehbar. Die Franzosen nutzen lieber das deutlich näher gelegene Kiel zum Leistungsvergleich mit acht anderen Nationalmannschaften. Nachwuchssegler aus fünf Nationen tummeln sich in den Top Ten.

Nach der nervenaufreibenden Wartezeit wurden am Donnerstagabend in der Vaasahalle bei der Pantaenius Pasta-Party die Energietanks für den Endspurt am Freitag wieder gefüllt. „Die Wetterprognose sagt stabilere und zunehmende Winde voraus, so dass wir hoffen, die Meisterschaft mit fairen und sportlichen Wettfahrten beenden zu können“, so Wettfahrtleiter Jobst Richter.

Daher sind für den Abschlusstag für die vier Gruppen (je 75 Starter) ab 11 Uhr drei Rennen angesetzt. Nach 15 Uhr wird nicht mehr gestartet. Gegen 16 Uhr ist die Siegerehrung geplant, bevor die Rekord-IDJüM mit dem gemeinsamen Abendessen und der Abschlussparty endet.

Anm.d.Red: Es sei noch einmal auf die NDR-Berichterstattung von Alexandra Drube im Schleswig Holstein Magazin hingewiesen. Ein Anmoderation aus einem Opti bei starker Welle plus Interview mit einem Optisegler ist schon exzellente Arbeit.  

Bilder vom Abschlusstag zeigt der Sportclub aktuell im NDR-Fernsehen am Samstag, 6. August, um 17 Uhr.

Ergebnisse nach sieben Rennen

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Ralf Abratis

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2 Kommentare zu „Opti Meisterschaft: Keine Rennen in Kiel, trotzdem DQ für Vieregge“

  1. avatar hanseatic sagt:

    Bei der Nachwuchsentwicklung im deutschen (olympischen) Segelsport keimt doch Freude auf. Glückwunsch bis dato! Trotzdem sei ein Blick auf die Briten empfohlen – da geht sicher noch etwas mehr in der Breite, Effektivität und Leistungsdichte hinsichtlich der deutschen Entwicklung – auch wenn Olympia nicht bei uns im Land stattfindet. Glückwunsch auch an den NDR. Da hat man sich endlich mal eine kompetent wirkende und zudem noch attraktive (Dame) Stimme ins Haus und ins Bild geholt. Wurde auch mal Zeit! Auch wenn sich der NDR eh kaum noch um die Segelevents in seinem Sendegebiet kümmert.

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  2. avatar Jacob sagt:

    Das bin ja ich auf dem ersten Foto! 🙂
    Ich (GER 12622) bin am Ende 21er Gesamt und 9er Deutscher geworden.
    Marvin Frisch ist vor Ingmar Vieregge zum zweiten mal in Folge Deutscher Meister geworden.

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