Jugendsegeln: Nachwuchs an Bord der “Spirit of Europe” beim Nord-Stream-Race

Fast ohne Fuck-up!

Die Jüngste an Bord steuert über die Ziellinie: Anna Reinsberg-Anderssohn  © on-edition

Die Jüngste an Bord steuert über die Ziellinie: Anna Reinsberg-Anderssohn © on-edition

Anna und Matti sind noch völlig geflashed: Ihr Einsatz an Bord der „Team Europe“ mit Tim Kröger beim Nord-Stream-Race war ein Segelerlebnis der ganz besonderen Art.

„Ich habe mich immer total gefreut, wenn ich was machen konnte, z.B. Segel einpacken oder so – es war einfach cool, zur Crew zu gehören“, fasst die 17-Jährige Anna Reinsberg-Anderssohn ihre Eindrücke zusammen. Von Sonnabend bis Freitag gehörten die Rostocker Laserseglerin und der 21-Jährige 470er-Vorschoter Matti Cipra aus Wismar dazu und waren mittendrin statt nur dabei. „Robert Stanjek und Ulrike Schümann waren in meiner Wache – die beiden haben mir alles super erklärt und sich ganz viel Zeit genommen, echt toll“, schwärmt Anna nach ihrer Ankunft in Warnemünde von der kompetenten 15 Mann und Frau starken Crew des Team Europe. Auch Navigator Wouter Verbraak (zwei Volvo Ocean Race-Kampagnen), der sich meist unter Deck aufhielt, nahm sich Zeit für den Segelnachwuchs.

Geschenkt wurde den Youngstern nichts. © Eike Schurr

Geschenkt wurde den Youngstern nichts. © Eike Schurr

“Nachts war’s crazy”

„Komplett neu war für mich, über Nacht zu segeln. Wenn du nichts siehst und auf den Navigator vertrauen musst, ist es echt crazy“, fand die Laserseglerin, die ihre Wettfahrten ansonsten im Hellen absolviert. Beeindruckt war sie auch von der Ruhe auf dem Schiff: „Eigentlich gab es nur ein einziges Fuck-up, wie sie hier sagen, als der Kite gerissen war, doch konnten wir ihn schnell wieder tapen“, erinnert sich die begeisterte Einhand-Seglerin. „Ich würde es gern noch einmal machen, da es krass anders ist als Dinghy zu segeln, aber genauso anspruchsvoll! Statt drei Rennen am Tag hast Du hier eben ein Rennen über mehrere Tage.“

Mittendrin statt nur dabei © Eike Schurr

Mittendrin statt nur dabei © Eike Schurr

Das Abenteuer Nord-Stream-Race hatte für Anna Reinsberg-Anderssohn und Matti Cipra am Sonnabendfrüh in Hamburg um 6.30 Uhr begonnen, als sie in den Flieger nach Helsinki stiegen. Pünktlich zum Einlaufen der Nord-Stream-Flotte im finnischen Hauptstadthafen waren sie zur Stelle.

Nach den Inshore-Races am Sonntag fiel der Startschuss für die letzte Etappe des Nord-Stream-Race am Montag um 11 Uhr. 69 Stunden und 19 Minuten später steuerte Anna die Team Europe in Warnemünde über die Ziellinie …, müde und glücklich, aber um viele Erfahrungen reicher! „Das war meine erste Langstrecke, und es hat viel Spaß gemacht. Eigentlich segle ich ja 470er. Ich würde zwar nicht komplett wechseln, aber ich könnte mir schon vorstellen, immer mal wieder Offshore zu segeln“,  Cipra in Warnemünde.

“Das bringt den Nachwuchs weiter!”

„Die Beiden haben das supergut gemacht und sich bestens integriert. So hatte ich mir das auch erhofft. Natürlich ist immer ein Risiko dabei, ob alles so klappt, schließlich wollten wir an Bord keine Segelschule aufmachen. Doch Anna und Matti haben alle mitgemacht, angepackt und waren voll im Flow mit der Crew“, urteilt Chef Tim Kröger. „Wir werden so etwas auf alle Fälle wieder machen, denn es bringt unseren Segelnachwuchs weiter, weil sie dieses Erlebnis reflektieren und natürlich nie vergessen werden“, ist sich der Hamburger Skipper sicher.

Volle Konzentration war angesagt – Tag und Nacht © Eike Schurr

Volle Konzentration war angesagt – Tag und Nacht © Eike Schurr

Dass jungen Nachwuchsseglern der Wechsel ins Offshore-Segeln nicht immer leicht fällt, bestätigte auch Vadim Mikhaylov, Navigator des russischen Youngster-Projekts „Gazprom Youth Sailing Challenge“. Für viele der jungen Segler war es die erste Langstreckenregatta. „Die meisten segeln viel kleinere Boote. Das ist schon ein großer Unterschied.“ Individualisten seien hier nicht gefragt, sondern Teamarbeit. „Einige Jungs hatten mit dem 3-Stunden-Wachsystem Probleme. Aber letztendlich bin ich mit dem Ergebnis zufrieden“. Das Nachwuchsteam belegte mit der „Tsaar Peter“ in dem 600-Seemeilen-Rennen den vierten Platz und endete in der Gesamtwertung auf Rang 5, gefolgt von Team Estland mit Skipper Alar Volmer auf Platz 6.

Gesamtergebnis Swan 60 nach Leg 1, Inshore Races und Leg 2

Platz

Segelnr.

Bootsnamame

Leg 1

Inshore

Leg 2

Punkte Total

1

2460

Bronenosec / Team Russia

3

3

4

10

2

32010

Windward / Team China

7

15

8

30

3

2860

Spirit of Europe / Team Europe

12

9

12

33

4

2660

SGM / Team Germany

15

6

24

45

5

2760

Tsaar Peter / Team Russia Youth

18

12

16

46

6

2260

Petite Flamme / Team Estonia

10

18

20

48

 

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https://northsails.com/sailing/de/

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