Jugendsegeln: O´pen BIC, eine Gefahr für etablierte Klassen? – WM in Travemünde

Ein bisschen anders...

Das etwas andere O´pen BIC feeling bei der North American Championship in Bermuda 2014:

Mit der Anerkennung als Jugendklasse des DSV 2013 hat der O´pen BIC einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Doch sehen sich die Skiffsegler nach wie vor nicht ausreichend akzeptiert. SR spricht mit Klassenpräsi Marcus Cremer.

Spritziges Skiff mit hohem Spaßfaktor: O´pen BIC © Matias Cappizano

Skiff mit hohem Spaßfaktor und geringer Anerkennung: O´pen BIC © Matias Cappizano

„Die größte Herausforderung ist die sportliche Akzeptanz des O´pen BIC im erschreckend konservativen seglerischen Umfeld”, sagt Marcus Cremer, Vorsitzender der Klassenvereinigung der O´pen BIC in Deutschland.” Leider sehen viele Verantwortliche solch ein modernes Boot nicht als Chance zur Mitgliederwerbung und Jugendförderung, sondern als Konkurrenz und Gefahr für ihren veralteten Bootsbestand. Die Erkenntnis, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, hat sich in der Segelei offensichtlich noch nicht durchgesetzt!“ Harte Worte, die Cremer im Vorfeld der ersten Weltmeisterschaft seiner Klasse im Juli vor Travemünde findet.

Die Felder wachsen, die Akzeptanz hoffentlich auch © www.open-bic.com

Die Felder wachsen, die Akzeptanz hoffentlich auch © www.open-bic.com

Dabei ist das Mini-Rennskiff eine tolle Alternative zum Optimisten, findet er. Es biete modernen und innovativen Seglern vor allem Speed und Spaß.

O’pen BIC Segeln ist auf jedenfall „nasses“ Segeln, denn es handelt sich nicht um ein geschlossenes Dinghy, sondern um ein sportliches Skiff. Besonders mit dem kleinen 3,8 m² Segel kann es von leichten Seglern ab 30 kg gut beherrscht werden. Mit dem 4,5 m² Foliensegel bietet es auch Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis 70 kg Action und Spaß auf dem Wasser.

„O’pen BIC Segeln ist immer noch und zum Glück Family-Business. Weil die Akzeptanz in den Clubs aus verschiedenen Gründen noch immer gering ist, fehlen Fanatismus und übermäßiger Ehrgeiz. Clubs, die auf den O’pen BIC setzen, sind damit aber nachweisbar erfolgreich und können ihre Jugendbeteiligung deutlich steigern“, weiß Cremer.

Marcus Cremer, O´pen BIC

O´pen BIC Klassenpräsi Marcus Cremer.

Seit 2008 sind weltweit etwa 7.000 Boote ausgeliefert worden. In Deutschland sind dabei insgesamt rund 500 Boote im Einsatz, 100 davon segeln dabei aktiv auf Regatten. In der aktuellen Rangliste finden sich rund 90 Segler, von denen 50 – 60 die DSV-Kriterien mit drei Regatten und neun Wertungen erreichen werden. Im Vergleich zu anderen Klassen klingen diese Zahlen zwar bescheiden, doch sind die O´pen BICs schließlich auch die „Jüngsten“ im DSV.

Eine großartige Werbung für die Klasse soll nun die erstmalig in Deutschland stattfindende WM zur Travemünder Woche sein, zu der Mitte Juli zwischen 120 und 150 Segler erwartet werden. Erstmals hat die KV dafür Qualifikationskriterien eingeführt.

In Travemünde darf offiziell starten, wer im eigenen Land an den nationalen Meisterschaften auf dem O’pen BIC oder in einer anderen ISAF-Klasse teilgenommen oder sich dafür qualifiziert hat. Ebenso dürfen alle melden, die schon früher an internationalen O’pen BIC Events teilgenommen haben und oder nachweislich O’pen BIC Erfahrung haben.Open Bicr WM Logo 1 weiss

“Wir möchten hier in Deutschland, wo wir auch unter ständiger Beobachtung anderer Klassensegler stehen, ein sportlich hohes Niveau gewährleisten und keine Anfängerausbildung oder Kinderbetreuung auf der WM anbieten”, sagt Cramer.

Auch möchte er dem „class-hopping“ begegnen und die WM lieber für die Segler ausrichten, die sich auf den O´pen BIC konzentrieren und ihr auch langfristig die Treue halten. Für die deutsche Teilnehmer in Travemünde hat die Klasse eine professionelle WM-Betreung organisiert.

„Wir sind tatsächlich ein bisschen anders …und wollen das auch bleiben”, betont Cramer. “Es ist allerdings weiterhin eine anspruchsvolle Herausforderung, bei uns bewährte und geliebte Dinge wie das „on water Judging“ oder das völlige Fehlen aufwändiger Vermessungen und irrwitziger Protestszenarien im Regelwerk des DSV unterzubringen.“

O´pen BIC Klassenvereinigung

Der O´pen BIC – kein elitäres Boot!
Der O’pen BIC hat ein modernes Design und ist konsequent auf die Bedürfnisse Jugendlicher und junger Erwachsener ausgerichtet. Er ist eine weltweit normierte Einheitsklasse. Alle startenden Boote sind identisch und bleiben dadurch viele Jahre wettbewerbsfähig. Standardisierte Ersatzteile bleiben preisgünstig und halten die Kosten gering.

Der O’pen BIC kostet regattafertig mit Rigg, Persenning und Slipwagen rund 3.000 €. Vorführschiffe, gute Gebrauchte oder Boote mit leichten Produktionsfehlern gibt es unter 2.000 €.
Damit kostet eine absolut wettbewerbsfähige Einheit nur einen Bruchteil anderer Regattaboote.

Auch die Betriebskosten eines O’pen BIC halten sich im Rahmen. Das Foliensegel ist preiswerter als ein Opti-Tuch und hält im regelmäßigem Trainings- und Regattabetrieb vier bis fünf Jahre. Ruder und Schwert sind unkaputtbar, teure Rumpfschäden aufgrund des robusten Materials und der industriell bewährten Twin-Sheet Technologie nahezu unbekannt.
O’pen BIC Segeln ist individuell, unkompliziert, sportlich aktiv und preiswert.

 

 

 

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